Ein Gefühl für die Figuren

Bad Hersfeld liest ein Buch: Autor Ulrich Woelk war zu Gast bei der Abschlussveranstaltung

Autor Ulrich Woelk war zum Abschluss von „Bad Hersfeld liest ein Buch“ für ein Autorengespräch mit Moderator Hermann Diel (rechts) zu Gast.
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Autor Ulrich Woelk war zum Abschluss von „Bad Hersfeld liest ein Buch“ für ein Autorengespräch mit Moderator Hermann Diel (rechts) zu Gast.

„Bad Hersfeld liest ein Buch 2021“ ist nach drei Wochen und 14 Veranstaltungen zu Ende. Zum Abschluss war Autor Ulrich Woelk zu Gast in der Stadt der Bücher.

Bad Hersfeld – Die Stadtkirche ist halb voll und eiskalt, als Bürgermeister Thomas Fehling die Anwesenden feierlich zur Abschlussveranstaltung der diesjährigen Literatur-Aktion begrüßt – insbesondere Ulrich Woelk, den persönlich anwesenden Autor des stadtweit nun vielfältig gelesenen und besprochenen Romans „Der Sommer meiner Mutter“.

Musikalisch eröffnen Udo und Marlon Diegel mit einem virtuos auf zwei Pianos gespielten „Fly me to the moon“ den Abend. Es ist die dem Roman vorangestellte Ode an die Liebe und den Weltraum.

Locker-flockig anmoderiert von HR-Journalist Hermann Diel spricht Pfarrerin Imke Leipold im ersten Vortrag leidenschaftlich und poetisch über die Wunderwelten der Literatur, in denen wir „versinken, wenn wir bereit sind, uns verändern zu lassen“. Nach einem kreativ arrangierten Medley der in den letzten Wochen häufig gespielten Sommerhits aus dem Jahr 1969 liest Ulrich Woelk das erste Kapitel seines Buches vor. Gekonnt nutzt er die Höhen und Tiefen seiner Stimme, um mit abwechslungsreicher Sprachmelodie ein Gefühl für die Lebenswirklichkeit seiner Figuren zu transportieren. Auch das Hörbuch zum Roman wurde von Woelk selbst gelesen.

Im anschließenden Vortrag gesteht der gebürtige Kölner, bis dato noch nie in Bad Hersfeld gewesen zu sein. Trotzdem identifiziere er sich stark mit Zuse und Duden, weil sie als Naturwissenschaftler und Schriftsteller für die beiden Säulen stehen, die ihn als Autor und Physiker auszeichnen. So wie sich Rosa und Tobias im Buch für die Raumfahrt und das Schreiben begeistern, habe er sich schon immer für Literatur und Physik interessiert und das nie als Widerspruch empfunden. Die Idee für „Der Sommer meiner Mutter“ sei ihm übrigens 2017 auf einer Autotour durch den Osten der USA beim Beobachten einer Sonnenfinsternis gekommen. Das Internet habe er für Recherchen zu seinem Buch weniger genutzt als Familienfotos und Schmalfilme seines Vaters aus dem Ende der 60er-Jahre, als Woelk nur wenig jünger war als der elfjährige Tobias, Hauptfigur seiner Geschichte.

Die über zwei Stunden dauernde Veranstaltung beendet Dr. Thomas Handke mit einem Dankeschön an alle Mitwirkenden der Literatur-Wochen. Diejenigen, denen die Zeit mit „Der Sommer meiner Mutter“ zu kurz war, können sich auf das nächste Frühjahr freuen, denn da sollen die wegen steigender Inzidenzen abgesagten Schulveranstaltungen zum Buch in der Gesamtschulen Geistal und Obersberg nachgeholt werden. Die Antwort darauf, wie es mit Friede und Freiheit auf der Welt weitergeht, weiß laut den Musikern, die auch schon die Auftaktveranstaltung stimmungsvoll begleitet haben, „ganz allein der Wind“. (Tabea Pausch)

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