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Nach Stirnhöhlen-Fraktur: Amateurfußballer erfolgreich in Bad Hersfeld operiert

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Von: Daniel Göbel

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Dr. Hendrik Tebben, Facharzt für HNO-Heilkunde, Plastische Operationen und Allergologie, nimmt Nikolai Kornder im Klinikum in Bad Hersfeld auf.
Dr. Hendrik Tebben, Facharzt für HNO-Heilkunde, Plastische Operationen und Allergologie, nimmt Nikolai Kornder im Klinikum auf. © Klinikum Hersfeld-Rotenburg

Torhüter Nikolai Kornder hat sich bei einem Fußballspiel schwer verletzt. Jetzt steht er schon wieder am Spielfeldrand als Zuschauer. Eine bewegende Geschichte.

Hersfeld-Rotenburg – Kreisoberliga-Fußballer Nikolai Kornder von Dittlofrod/Körnbach hatte sich bei einem Zusammenstoß während der Partie gegen Bebra im Oktober eine Stirnhöhlenfraktur zugezogen. Dass der Torwart heute schon wieder am Spielfeldrand als Zuschauer stehen kann, hat er unter anderem Prof. Dr. Peter R. Issing und dessen Team der HNO-Heilkunde am Klinikum Bad Hersfeld zu verdanken.

Kopf gegen Zahn

In der zweiten Halbzeit der Partie waren Torhüter Nikolai Kornder und der Stürmer der gegnerischen Mannschaft im Torraum in der Luft zusammengeknallt. „Es war Kopf gegen Zahn“, schmunzelt Kornder heute. Während er zunächst nur von einer Platzwunde an seiner linken Augenbraue ausging, waren mehrere Zähne seines Gegenspielers nach innen verschoben. Beide wurden am Sportgelände erstversorgt und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. „Das ist nicht meine Saison“, sagt Kornder noch aus dem Krankenwagen heraus – erst vier Wochen zuvor war er ebenfalls bei einem Zusammenprall bewusstlos liegen geblieben und mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Klinikum eingeliefert worden.

Vor Ort wurde bei Kornder die tiefe „Bissverletzung“ mit über 15 Stichen genäht und vorsichtshalber ein CT des Kopfes angefertigt, was Gewissheit über die Schwere der Verletzung bringen sollte, teilt das Klinikum mit. „Als leichte Hektik aufkam und eine Ärztin mir mit Nachdruck erklärte, ich dürfe nicht mehr kräftig niesen oder mir die Nase putzen, habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, so der 30-Jährige. Die Diagnose folgt wenige Minuten später: Fraktur der Stirnhöhle, das bedeutet, ein Bruch im Stirnbereich. Gemeinsam mit seinem Gegenspieler, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einer Operation befand, wurde er stationär aufgenommen.

Wunde entzündete sich

Zwei Tage später sitzt er vor Dr. Hendrik Tebben im Klinikum Bad Hersfeld. Tebben, der als Oberarzt im Team von Prof. Dr. Issing tätig ist, bestätigt Kornder die Vermutung, dass eine Operation notwendig ist, in der die Bruchstelle mit einer Platte verstärkt wird. Die beiden vereinbaren einen Termin für den Eingriff rund eine Woche später. „In den Tagen zwischen Entlassung und geplanter Operation hat die Wunde an meiner Stirn sich entzündet, sodass ich ungeplant in die Notaufnahme fahren musste.“ Hier wurde die Wunde aufgemacht und erneut gesäubert.

Kopfhaut musste geöffnet werden

Der Eingriff erfolgt über den sogenannten Bügelschnitt: Dabei wird die Kopfhaut über den gesamten Kopf hinweg zwischen den beiden Ohren nach vorne hin, in Richtung Gesicht, geöffnet. Auf diese Weise gelangt der Operateur an den Schädelknochen in dem gebrochenen Bereich. „Während dem Eingriff haben wir bei dem Patienten eine Platte aus Titan eingesetzt und diese mit mehreren feinen Schrauben befestigt. Alles ist sehr gut verlaufen, sodass ich davon ausgehen kann, dass die Platte ein Leben lang dortbleiben wird“, so Issing zum Eingriff. Dazu ergänzt Issing, dass vor allem die Nerven bei einem solchen Eingriff eine große Rolle spielen: „Für den Zugang zur Stirn muss ich beim Öffnen zunächst einige Nerven durchtrennen, die in den Tagen und Wochen nach dem Eingriff wieder zusammenwachsen.“

Wieder ein gutes Gefühl

So früh wie möglich kontrolliert der behandelnde Arzt in der Regel die Funktionen dieser Nerven und bewertet in diesem Fall, inwieweit das Gefühl in der Haut im Stirnbereich da ist. „Bei Herrn Kornder war glücklicherweise direkt wenige Stunden nach der Operation wieder ein gutes Gefühl im operierten Bereich vorhanden.“

Mittlerweile ist die Operation mehr als zehn Tage her und die Fäden können gezogen werden. Sowohl Kornder selbst als auch das Team der HNO-Heilkunde sind mit dem Ausgang der Operation und dem Stand des Heilungsprozesses zufrieden. „Ich hatte mir besonders die Zeit unmittelbar nach der Operation deutlich schlimmer vorgestellt, da ja ein großes Stück Haut von meinem Schädel zunächst abgelöst und wieder aufgesetzt wurde. Ich bin mir da sehr bewusst, was in diesen fast drei Stunden gemacht wurde“, erläutert Kornder.

Wird er wieder Fußball spielen?

Die Frage, ob er die Fußballschuhe nun an den Nagel gehangen habe, beantwortet der Keeper mit einem Grinsen: „Noch nicht ganz – vielleicht nehme ich mir an dieser Stelle auch Petr Cech als Vorbild, der mit seinem Helm bekanntlich schon viele Jahre Fußball spielt.“  (dag)

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