Grundstücke zwischen Am Steffen und ehemaligem Tanklager

Wohnungen statt Wildwuchs in Bad Hersfeld: Stadt prüft Fläche für neuen Wohnraum

Das Bild zeigt das von viel Grün umgebene ehemalige Tanklager an der Friedloser Straße.
+
Das ehemalige Tanklager an der Friedloser Straße. Die verwilderte Fläche oberhalb soll nun möglicherweise für eine Wohnbebauung genutzt werden.

Wohnraum ist knapp und teuer in Bad Hersfeld. Deshalb befasste sich der Ausschuss für Stadtplanung, Umwelt und Klima in der Sitzung im Bürgerhaus in Heenes mit neuen Wohnprojekten.

Heenes - Im Besitz der Stadt befinden sich zum Beispiel zwei Grundstücke mit insgesamt knapp 4000 Quadratmeter Grundfläche zwischen der Friedloser Straße und der Straße Am Steffen, oberhalb des ehemaligen Tanklagers. Es wurde lange Jahre als Gartenland genutzt und ist inzwischen verwildert. Dort könnten Häuser in den Hang gebaut werden, die nach oben hin zum Steffen zweigeschossig wären und nach unten Platz für weitere drei Etagen böten, erläuterte Bauamtsleiter Johannes van Horrick dem Ausschuss. 32 Wohnungen könnten dort entstehen, darunter mindestens vier Sozialwohnungen.

Um in dem Gebiet zu bauen, sei jedoch ein Bebauungsplan nötig, machte van Horrick deutlich. Und für den Bebauungsplan seien eine naturschutzfachliche Bestandserhebung und eine Ausgleichsbewertung notwendig. Die Bestandserhebung sollte, so der Vorschlag der Stadtplanung, schon jetzt in Auftrag gegeben werden, um später, für den Fall, dass sich ein Investor für die Fläche findet, keine so langen Wartezeiten mehr zu haben. Die Kosten in Höhe von etwa 10 000 Euro müsste die Stadt vorstrecken und erhielte das Geld dann beim Verkauf der Fläche zurück.

„Grundsätzlich ist das Innenverdichtung par excellence“, betonte van Horrick. Allerdings könnte es sein, dass sich auf der verwilderten Fläche inzwischen naturschutzrelevante Arten angesiedelt hätten, Fledermäuse etwa oder eben andere geschützte Tiere.

Probleme mit Altlasten im Boden wegen des ehemaligen Tanklagers seien nicht zu erwarten, erklärte van Horrick auf eine Frage aus dem Ausschuss. Das herrenlose Gelände dort sei vor Jahren vom Regierungspräsidium saniert und gereinigt worden. Man könne es aber auch nicht einfach in Besitz nehmen, weil Schulden, die zur Insolvenz der Eigentümer geführt hätten, im Grundbuch eingetragen seien und von einem neuen Eigentümer bedient werden müssten. Auch die Sanierungskosten des Regierungspräsidiums wären dann zu übernehmen.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, der Stadtverordnetenversammlung, die am 27. Mai tagt, zu empfehlen, das Projekt und das naturschutzfachliche Gutachten auszuschreiben. Es gebe bereits konkrete Interessenten, hatte Bürgermeister Thomas Fehling mitgeteilt. (Christine Zacharias)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.