Stress reduzieren

Hersfelder Tierärztin bietet Verhaltenstraining für Tiere an

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Ein gutes Team: Die Tierärztin und Tierverhaltenstrainerin Ann-Kathrin Bäcker und ihre Hündin Holly, die sie mit einer schweren Verletzung vom Tierschutz übernommen

Mit einer mobilen Praxis hat sich Tierärztin Ann-Kathrin Bäcker jetzt selbstständig gemacht. Hier verrät sie unter anderem, wie sie ihren Hund auf Silvester vorbereitet hat.

Für medizinisch-kurative Behandlungen oder auch medizinische Notfälle ist sie nicht ausgestattet.

Dafür bietet Ann-Kathrin Bäcker aber zum Beispiel „Medical Training“ an, um Tiere auf den Besuch beim Tierarzt vorzubereiten. Denn der bedeutet für die meisten vierbeinigen Patienten Stress. Der Transport in die Praxis, der für Hunde geforderte Maulkorb und die ungewohnten Untersuchungshandgriffe können Angst machen und führen oft dazu, dass Tiere sich wehren. Und das wiederum bedeutet erschwerte Bedingungen für Tierarzt oder -ärztin und erhöhte Verletzungsgefahr sowohl für die Behandler als auch für das Tier.

„Auf viele grundlegende Untersuchungen kann man Tiere vorbereiten“, erklärt Ann-Kathrin Bäcker. Sie seien dann bei der Untersuchung deutlich entspannter. Sie arbeitet dabei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und führt die Tiere mittels positiver Verstärkung an die unangenehmen Situationen heran.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Darüber hinaus bietet die Tierärztin auch Fachvorträge und Workshops an, zum Beispiel über Geräuschangst oder Aggressionsverhalten bei Hunden. Ihre eigene Hündin Holly, die ihr erstes Silvester erlebte, hat sie zum Beispiel so gut auf die Knallerei vorbereitet, dass sie den Jahreswechsel gut überstanden hat. Sie bekam im Vorfeld, also sobald Feuerwerk und Böller verkauft und abgefeuert wurden, unmittelbar nach jedem Knall ein Leckerli, sodass sie die an sich unangenehmen Geräusche schließlich mit freudiger Erwartungshaltung begrüßte. Voraussetzung, das macht Bäcker deutlich, ist jedoch, dass der Mensch sich Zeit nimmt und intensiv mit dem Hund auseinandersetzt.

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Das gilt auch dann, wenn dem Tier ein unerwünschtes Verhalten abgewöhnt werden soll. Dabei sucht die Tiertherapeutin aber zunächst nach den Ursachen des Verhaltens: Hat der Hund Schmerzen? Ist er krank? Wie ist sein Hormonstatus? Gibt es keine medizinischen Gründe, sammelt sie alle Informationen über Hund und Herrchen oder Frauchen, die sie kriegen kann, wertet sie aus und erstellt dann einen Plan. Dabei setzt sie auf Methoden der klassischen Konditionierung beziehungsweise instrumentellen Konditionierung,

So wird das Tier zum Beispiel für erwünschtes Verhalten belohnt, mit Futter oder Streicheln oder etwas anderem, was es gerne mag. „Tiere tun das, was sich für sie lohnt“, erklärt Ann-Kathrin Bäcker. Zur Verstärkung des Verhaltens setzt sie dabei auch Klickgeräusche ein, die das Tier dann mit dem Verhalten und der Belohnung verbindet.

Wichtig ist es Ann-Kathrin Bäcker, den Tierhaltern das nötige Wissen zu vermitteln, damit sie ihre Tiere verstehen können. „Viele Menschen wissen gar nicht, was Hunde ausdrücken wollen“, hat Bäcker festgestellt. Deshalb käme es immer wieder zu Missverständnissen.

Kontakt: Tierärztin Ann-Kathrin Bäcker, Telefon 0176 / 50101992, E-Mail:info@tierverhaltensmedizin-und-training.de, www.tierverhaltensmedizin-und-training.de

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