Corona-Regeln beim Einkaufen

Bad Hersfeld und Bebra: Reaktionen zu den neuen 2G-Bändchen im Einzelhandel

Jagoda Golik von der Tourist-Information zeigt die gelben 2G-Bändchen.
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Sollen fälschungssicher sein: Die Bad Hersfelder 2G-Bänder, die unter anderem von Jagoda Golik in der Tourist-Information am Marktplatz ausgegeben werden.

Beim Shoppen muss man in Bad Hersfeld und Bebra nur noch einmal Impfpass und Personalausweis vorzeigen. Danach gibt es auf Wunsch ein Armband für alle Geschäfte, in denen 2G gilt.

Bad Hersfeld – Sie sollen das Einkaufen vor allem für die Kunden bequemer machen: Seit Montag sind auch in der Kreisstadt Bad Hersfeld 2G-Armbändchen erhältlich, mit denen die Träger nach der ersten und einzigen Kontrolle des persönlichen Impfstatus auch alle anderen Geschäfte und Gastronomiebetriebe betreten dürfen, in denen man geimpft oder genesen sein muss, ohne sich erneut umständlich ausweisen zu müssen.

Schon am späten Vormittag waren in der Tourist-Information einige Bändchen ausgegeben worden, berichtet Mitarbeiterin Jagoda Golik von offenbar gut informierten Kunden. Mit tagesaktuellem Datum und wechselnden Farben sollen die eng anliegenden, ohne Schere nicht zu öffnenden Papierarmbänder möglichst fälschungssicher sein. Bis Ende Dezember sind sie gelb, im Januar silber und im Februar dann lavendelfarben.

Auch im Modecentrum Sauer, dem wohl größten Abnehmer und Anbieter der Bändchen in der Innenstadt, ist die Nachfrage am Mittag groß. „Wir sind sehr zufrieden, viel einfacher geht es nicht. Die ersten Erfahrungen sind positiv“, sagt Geschäftsleiter Thomas Ose, der im Eingangsbereich gut gelaunt selbst Bändchen ausgibt. „Wie Cluburlaub nur ohne Getränke und Disco“, scherzt auch eine Dame, als sie das gelbe Bändchen überreicht bekommt.

Praktisch gerade für Ältere findet das Ganze Ilona Herrmann aus Obersuhl, die daran denkt, Smartphone oder Impfpass samt Personalausweis herauszukramen, und das oft noch mit durch die Maske beschlagener Brille. Für sie ist es am Montag der erste Einkauf mit Bändchen. Ähnlich äußern sich auch andere Kunden, die mit gelbem „Accessoire“ unterwegs sind, wie zum Beispiel die 18 Jahre alte Hannah Backes aus Ottrau im Schwalm-Eder-Kreis, die zum Shoppen nach Bad Hersfeld gekommen ist und erst vor Ort von der Möglichkeit erfahren hat. „Die Bändchen sind absolut freiwillig“, betont Jörg Markert, Manager der Bad Hersfelder City Galerie, in deren Geschäften sie ebenfalls erhältlich sind.

In Bebra werden Bändchen bereits seit einer Woche angeboten. Die erste Bilanz von Stadtentwicklungschef Stefan Pruschwitz: Die Bevölkerung sei wie bei allen Corona-Fragen gespalten. „Die überwiegende Mehrheit findet das Angebot gut und nutzt es, ein kleiner Teil wird im Geschäft motzig“, so der SEB-Geschäftsführer. Das sei schade und unschön für das Verkaufspersonal, das nichts für die Hürde könnte und trotzdem teils übel angemacht werde – „mal wieder ein Beleg dafür, dass manche unserer Mitbürger die Fähigkeit zur differenzierten Betrachtung abgelegt haben.“

Die Aktion sei als Service für die Kunden gedacht, aber nicht der ausschlaggebende Grund, in Bebra einzukaufen. Die meisten Geschäfte fielen unter die Ausnahmeregelungen und könnten ohne Nachweis besucht werden. Zudem seien trotz der Bänder viele Einkäufer der Bebraer Innenstadt vor den Festtagen ferngeblieben. „Wir haben hier keinen großen bürokratischen Aufwand betrieben“, so Pruschwitz. „Es funktioniert. Mehr aber auch nicht.“

Rotenburg hat sich zunächst gegen das Einkaufen mit 2G-Bändchen entschieden, sagt Torben Schäfer von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER. Man sei vom Nutzen nicht überzeugt, zudem sei die Frage der Haftung bei Verstößen offen geblieben – der Stadt war das Risiko zu hoch. (nm/cig)

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