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Bad Hersfelder Festspiele: Jurriaan Bles ist Goethes „Dance Captain“

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Von: Laura Hellwig

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Musicaldarsteller Jurriaan Bles ist Dance Captain von „Goethe!“
Musicaldarsteller Jurriaan Bles ist Dance Captain von „Goethe!“ © Laura Hellwig

Jurriaan Bles ist der Dance Captain des Musicals „Goethe!“. Was das bedeutet und was das preisgekrönte Stück auszeichnet, darüber haben wir mit dem Musicaldarsteller gesprochen.

Bad Hersfeld - Die Regieassistenz überwacht die Qualität der Szenen, Jurriaan Bles hat die Tänze im Blick. Dafür lässt er regelmäßig Aufnahmen der Vorstellungen machen, schaut sich die Formationen an, ob die Schritte richtig ausgeführt werden, findet Lösungen, wenn jemand ausfällt.

Kurzum: Er sorgt dafür, dass die Qualität der anspruchsvollen Choreografien – in dem zweistündigen Musical wird fast durchgängig getanzt – über die gesamte Spielzeit erhalten bleibt.

Dass das Musical nicht nur in Bad Hersfeld, sondern in ganz Deutschland begeistert, zeigen die Preise, die es im vergangenen und in diesem Jahr bekommen hat. In drei Kategorien ist „Goethe!“ 2021 mit dem Deutschen Musical-Preis ausgezeichnet worden und in diesem Sommer gab es obendrauf den Großen Hersfeldpreis für das Tanzensemble.

Welche Geschichte erzählt das Stück, was gibt die Musik vor, welche Stimmung soll transportiert werden – diesen und anderen Fragen hat sich Choreografin Kim Duddy bei der Erarbeitung der Tänze gesellt, erzählt Dance Captain Bles.

Ein Anspruch der Choreografie sei außerdem gewesen, dass alle Darsteller das Beste aus sich herausholen können. Dementsprechend seien die Tänze auf die besonderen Talente und Fertigkeiten jedes einzelnen Darstellers und jeder einzelnen Darstellerin abgestimmt, so Bles. Sechs Wochen habe es letztlich gedauert, das Stück von A bis Z zu erarbeiten.

Seit „My fair Lady“ 2016 in der Stiftsruine gezeigt wurde, war der Musicaldarsteller jedes Jahr bei den Bad Hersfelder Festspielen. „Goethe!“ mit seinen schnellen und zahlreichen Kostümwechseln, den präzisen Choreografien und vielen Tanz-Requisiten sei eines der anspruchsvolleren Stücke, die Bles bisher gespielt hat. Seit 1999 arbeitet der gebürtige Niederländer als Musicaldarsteller.

Darüber hinaus engagiert sich der Darsteller in verschiedenen Theaterprojekten für Jugendliche. Seit 2018 arbeitet er mit der Konrad-Duden-Schule und anderen Partnern an verschiedenen Theateraufführungen mit Schülern. Den Rahmen hierfür bietet das Programm „Künste öffnen Welten“.

Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist die Gruppe auf Film umgestiegen, so Bles. Dieser Umstand hatte einen unerwarteten, positiven Nebeneffekt: „Die Jugendlichen, die sich eine Sprechrolle auf der Bühne nicht zugetraut hätten, haben sich bei den Aufnahmen vor der Kamera im kleinen Kreis mehr getraut. Dadurch gewinnen sie Selbstvertrauen und sind vielleicht bei der nächsten Live-Aufführung mit dabei“.

Jurriaan Bles war in der Schule selbst schüchtern. „Aber auf der Bühne bei Theaterprojekten der Schule habe ich immer die krassesten Sachen gemacht. Es war, als ob es zwei verschiedene Versionen von mir gab“, erzählt der Schauspieler. Weil er zuhause immer herumgetanzt ist, hat ihn seine Mutter dann zur Tanzschule geschickt. Ebenso zum Klavierunterricht, doch das Herumsitzen am Klavier sei nichts für ihn gewesen, erzählt Bles und lacht.

Nach dem Abitur hat Bles die Akademie der Künste in Amsterdam besucht. Seither habe er schon an vielen Orten im deutschsprachigen Raum und in seiner Heimat, den Niederlanden, gearbeitet und gewohnt. Nach den 71. Bad Hersfelder Festspielen geht es direkt weiter an die Wiener Volksoper.

(Laura Hellwig)

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