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Bad Hersfelder Festspiele: Michael Rotschopf teilt sich Rolle mit Götz Schubert

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Das Bild zeigt Michael Rotschopf in weißem Hemd vor schwarzem Hintergrund.
Wird bei den 71. Bad Hersfelder Festspielen in „Der Club der toten Dichter“ auf der Bühne stehen: Der auch aus dem Fernsehen bekannte Michael Rotschopf. © Mirjam Knickriem/Luxtalents

Nun stehen auch die Neubesetzungen im Stück „Der Club der toten Dichter“ fest. Götz Schubert teilt sich bei den 71. Bad Hersfelder Festspielen die Hauptrolle mit Michael Rotschopf.

Bad Hersfeld - Gleich zwei „beliebte, bekannte und vielbeschäftigte Schauspieler“ werden sich bei den 71. Bad Hersfelder Festspielen die Hauptrolle in „Der Club der toten Dichter“ teilen. Das teilen die Organisatoren des Theaterfestivals jetzt mit. Sowohl Götz Schubert - wie schon im vergangenen Jahr - als auch Michael Rotschopf werden als Lehrer John Keating auf der Bühne in der Stiftsruine stehen.

Erneut dabei sind auch Hannes Hellmann und Thorsten Nindel, hinzu kommen weitere bekannte und neue Schauspieler und Schauspielerinnen, heißt es in der Pressemitteilung.

Götz Schubert spielt acht und Michael Rotschopf zehn Vorstellungen. Beide seien enorm gefragt und hätten so viele Aufträge, dass es ihnen unmöglich sei, den ganzen Sommer lang in allen Aufführungen von „Der Club der toten Dichter“ in Bad Hersfeld aufzutreten.

Intendant Joern Hinkel ist glücklich, beide gewonnen zu haben: „Götz Schubert hat sich ausgesprochen wohl in Bad Hersfeld gefühlt, er wollte unbedingt auch 2022 als Keating im `Club der toten Dichter´ auf unserer Bühne stehen. Drehtermine haben es ihm allerdings unmöglich gemacht, alle Aufführungen wahrnehmen zu können. Umso erfreuter bin ich, dass wir mit Michael Rotschopf einen glänzenden und prominenten Schauspieler gefunden haben, der bereit ist, sich die Rolle mit Götz zu teilen und die anderen Vorstellungen zu spielen. Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Michael Rotschopf kennt man aus sehr vielen Fernsehproduktionen wie „Stralsund“, „Kroatien Krimi“, „SOKO Leipzig“, „Ein starkes Team“, „Tatort“, „Crossing Lines“, „Dead man working“, „Landgericht“, „Der Kommissar und das Kind“, „Harter Brocken“ und zahlreiche mehr. Die Serie „Kriminaldauerdienst (KDD)“, in der er von 2007 bis 2010 als Ermittler zu sehen war, gewann sowohl den Deutschen Fernsehpreis als auch den Grimme-Preis in Gold.

Auch in Kinoproduktionen wie „Angelo“, (Regie Markus Schleinzer), „Passion“ (Regie Brian de Palma) und „Mahler auf der Coach“ (Regie Percy Adlon) ist er zu sehen. Mit „Das Gesicht der Erinnerung“ (Regie Dominik Graf) wird Michael Rotschopf in diesem Jahr auf dem Filmfest München die Premiere feiern. In der US-Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns „Requiem für einen jungen Dichter“ trat er in der legendären New Yorker Carnegie Hall als Sprecher auf und gastierte damit später in den Weltstädten Paris, London und Berlin.

Seine Schauspielausbildung absolvierte er am Max Reinhardt Seminar in Wien. Bereits während der Ausbildung spielte er am Burgtheater Wien, dem er fünf Jahre lang als festes Ensemblemitglied angehörte. 1996 wurde ihm der O.E. Hasse-Preis der Berliner Akademie der Künste von Peter Zadek, Martin Benrath und Michael Heltau verliehen.

Michael Rotschopf spielte aber auch am Volkstheater und Akademietheater in Wien, am Schauspiel Frankfurt und am Berliner Ensemble. 2002 engagierte ihn Peter Stein für sein „Faust-Projekt“, unter dessen Regie er 2007 und 2008 auch im „Wallenstein“ mitwirkte. Von 2008 bis 2017 war er in „Der zerbrochne Krug“ mit Klaus Maria Brandauer am Berliner Ensemble als Schreiber Licht zu sehen. Im Rahmen der Salzburger Festspiele war er in den letzten Jahren immer wieder Gast, so 2014 in „Ein Sommernachtstraum“, 2015 in „Eine Salzburger Dreigroschenoper“ und 2016 in „Der Ignorant und der Wahnsinnige“, eine Produktion, die ihn wieder zurück an das Wiener Burgtheater führte. 2018 war er an zwei Produktionen der Staatsoper Unter den Linden beteiligt, in der „Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky und in „King Arthur“ von Henry Purcell.

Götz Schubert wurde im letzten Jahr mit dem Großen Hersfeldpreis und dem Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele für die Rolle John Keating ausgezeichnet. Er spielt an vielen wichtigen deutschsprachigen Theatern, darunter Berliner Ensemble, Deutsches Theater Berlin, Maxim Gorki Theater, Residenztheater München, Schauspielhaus Hamburg, und ist seit Anbeginn seiner Karriere in zahlreichen anspruchsvollen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in „Der Turm“, „Meine Tochter Anne Frank“, „Tage die Bleiben“ und „Unsere Mütter, Unsere Väter“ sowie in Serien wie „Wolfsland“.

Auch die aus TV und Theater bekannten Darsteller Hannes Hellmann und Thorsten Nindel spielen wieder in „Der Club der toten Dichter“ mit. Hannes Hellmann wird erneut der Schuldirektor Paul Nolan sein. Viele kennen ihn auch in seiner Serienrolle in „Notruf Hafenkante“ oder aus Fernsehkrimis wie „Sarah Kor“, „Solo für Weiss“, „Kroatien-Krimi“, „Tatort“ und aus vielen Theaterauftritten in ganz Deutschland.

Thorsten Nindel ist als „Zorro“ in der „Lindenstrasse“ bekannt geworden und seitdem als vielbeschäftigter Schauspieler nicht mehr aus der deutschen Fernseh- und Theaterlandschaft wegzudenken. Er ist erneut Mr. Perry, der Vater von Neil Perry.

Als Neil Perry erlebt das Publikum wieder Till Timmermann, der für sein großartiges Spiel im letzten Jahr den Hersfeldpreis erhielt. Auch Nico Ramon Kleemann wurde für seine Rolle in „Der Club der toten Dichter“ mit dem Hersfeldpreis ausgezeichnet und ist erneut Todd Anderson. Peter Englert wird wieder als strenger Mathematik-Lehrer Mc Alister sein sensationelles Tänzchen hinlegen und auch Constanze Feulner wird tanzen - als Gloria. Manuel Nero spielt wieder Bubba und andere, Stefan Reis wird als Gerald Pitts und in weiteren Rollen zu sehen sein und Eli Riccardi tritt als Chris Noel und Tina auf.

Hauptrolle im Stück ist, wie der Titel schon sagt, auch der „Club“, die Gruppe der Jungen, merkt Joern Hinkel an und weiter: „Mir war schon im vergangenen Sommer klar, dass wir nicht alle jungen Darsteller werden besetzen können, da einige von ihnen nach der Ausbildung gleich nach den Festspielen ihre Festengagements antraten. Andere haben Filmangebote bekommen. Es ist doch besonders inspirierend, dass wir nun mit einer ganz neuen Personenkonstellation, mit neuen Charakteren und einem neuen Verhältnis der Rollen untereinander andere Blickwinkel auf die Geschichte ausprobieren können. Es wird ein vollkommen neuer „Club“ werden - wenngleich ich besonders dankbar und glücklich bin, dass wir die meisten Protagonisten aus dem letzten Sommer dabei haben! Ich freue mich riesig auf die Proben!“

Neu im Ensemble ist also Luke Bischof, der die Rolle Charlie Dalton übernimmt. Er war bisher nicht nur in vielen Theaterproduktionen, sondern gerade auch in zwei großen Fernsehfilmen zu sehen: Der Salzburger Landkrimi „Flammenmädchen“ (ORF/ZDF – Ausstrahlung im Mai 2022/ Rolle: Berni) ist nominiert für den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2022. Die deutsch-österreichische Koproduktion „Euer Ehren“, in der er Walli Zuber spielte, wurde im April 2022 in der ARD ausgestrahlt.

Fabian Hanis spielt in diesem Sommer Knox Overstreet. Er studiert derzeit an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, bringt aber auch schon viel Erfahrung mit. Er dreht regelmäßig für verschiedene Fernsehproduktionen und war u.a. bereits in der SKY-Serie „Souls“, der ARD-Produktion „All you need“ und der „Soko Leipzig“ im ZDF zu sehen.

Claas Johan Lewerenz ist in diesem Sommer Jonas White. Während der Ausbildung trat er bereits an verschiedenen Hamburger Theatern auf. Sein Engagement bei den Bad Hersfelder Festspielen ist das erste nach erlangter Bühnenreife. Weitere Gastengagements werden im Herbst am Landestheater Niederbayern folgen.

Nils Eric Müller wird Steven Meeks spielen. Nach ersten Theater-, Tanz- und Musicalerfahrungen, orientierte er sich während des dualen Abiturs mit Ausbildung zum Erzieher in Richtung Theaterpädagogik und spielte an freien Theatern in Münster. Er studiert an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg im Fachbereich Schauspiel und wird im Juli abschließen. Auch während des Studiums spielte er in ganz Deutschland.

Neu im Ensemble ist auch Constantin Gerhards als Richard Cameron. Nach ersten praktischen Theatererfahrungen begann er 2018 sein Studium an der Folkwang Universität der Künste und schloss im März 2022 erfolgreich ab. Zudem sammelte er Filmerfahrungen als Hauptdarsteller im Kurzfilm „Banana Island“ von Caroline Schwarz. Dieser wurde unter anderem beim 37. Internationalen Kurzfilmfestival 2021 in Berlin gezeigt. 2021 wurde er als männlicher Hauptdarsteller Friedemann in dem Spielfilm „Living like Candice“ vom Regisseur Dirk Rosenlöcher besetzt. Der Film erscheint im Laufe des Jahres 2022.

Joern Hinkel hat die Bühnenfassung von „Der Club der toten Dichter“ nicht nur inszeniert, sondern auch mit dem Dramaturgen Tilman Raabke die Textfassung für die Bad Hersfelder Festspiele geschrieben, nachdem er die Rechte für die europäische Erstaufführung für den Kino-Welterfolg von 1989 erhalten hatte und sich mit dem amerikanischen Drehbuchautor, dem Oscar-Preisträger Tom Schulman, stetig austauschte.

„In meiner Klasse werden Sie wieder lernen, für sich selbst zu denken! Sie werden lernen, Worte und Sprache zu genießen. Ganz gleich, was man Ihnen auch erzählt: Worte und Gedanken können die Welt verändern.“ Mit diesen Worten beschreibt der Lehrer John Keating in „Der Club der toten Dichter“ seine Art zu unterrichten und bringt einen Prozess in Gang, der alle verändert. (red/nm)

Götz Schubert erleben die Besucher an diesen Terminen: Premiere 2.7., 21:00; 3.7., 15:00; 4.7., 20:30; 9.7., 15:00; 10.7., 15:00; 21.7., 20:30
22.7., 15:00; 23.7., 21:00

Michael Rotschopf spielt an folgenden Terminen: 6.7., 20:30; 8.7., 21:00; 24.7., 15:00; 25.7., 20:30; 6.8., 15:00; 6.8., 21:00; 7.8., 15:00; 11.8., 20:30; 13.8., 21:00; 14.8. 15:00

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