Aus dem Gerichtssaal

Tankstellen-Räuber aus Bad Hersfeld bleibt hinter Gittern

Fulda/Bad Hersfeld. Der Bad Hersfelder Tankstellen-Räuber bleibt weiter hinter Gittern: Wegen schweren Raubes in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen Beleidigung verurteilte die Große Jugendkammer des Fuldaer Landgerichts den 19 Jahre alten Iraker am Mittwoch zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sieben Monaten.

Damit hatte die Berufung des Heranwachsenden gegen das Urteil des Jugendschöffengerichts in Bad Hersfeld vom August vergangenen Jahres mit einer Reduzierung um zwei Monate nur geringfügigen Erfolg.

Aktualisiert um 12.35 Uhr

Unstrittig war in der Neuauflage des Prozesses der Sachverhalt. Der Iraker hatte am Morgen des 17. Januars 2016 die Tankstelle in der Carl-Benz-Straße überfallen, das Pächter-Ehepaar mit einem schweren Fahrrad-Kettenschloss bedroht und die Herausgabe von Zigaretten sowie 100 Euro gefordert. Als er das Geld nicht bekam, randalierte der Iraker kettenschwingend und zerstörte dabei Ware und Mobiliar. Erst der Polizei gelang es, den Wütenden mittels Pfefferspray außer Gefecht zu setzen und festzunehmen (wir berichteten).

Lediglich in der juristischen Bewertung gab es einen Unterschied: für die in der ersten Instanz festgestellte versuchte gefährliche Körperverletzung durch einen Kettenschlag gegen die Pächterin gab es nach mehrfachem Betrachten der Videobilder aus den Überwachungskameras keinen Nachweis mehr: im entscheidenden Moment befand sich die Frau nicht mehr in der Nähe.

Bis heute leiden die Geschädigten unter dem Eindruck des damaligen Geschehens. Auch der Zustand des Angeklagten hat sich seitdem massiv verschlechtert. Ein Sachverständiger attestierte ihm zumindest zeitweilig die Symptome einer psychischen Erkrankung.

Wie schon während der beiden vorausgegangenen Verhandlungstage wurde der junge Mann vorübergehend ausgeschlossen. Mit dem "Stinkefinger" und übelsten Kraftausdrücken beleidigte er das Gericht, drohte mit Mord und Totschlag und störte durch fortwährendes zusammenhangloses Gebrabbel. Zur Urteilsverkündung wurde er in Hand- und Fußfessel sowie mit Gesichtsschutz vorgeführt. 

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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