1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Betriebsarzt will umziehen: Technisches Rathaus in Bad Hersfeld vor Verkauf

Erstellt:

Kommentare

Das Bild zeigt das alte Technische Rathaus an der Landecker Straße mit blauem Himmel im Hintergrund.
Das alte Technische Rathaus an der Landecker Straße: Das Gebäude steht seit dem Umzug der Abteilungen in die Breitenstraße leer. Jetzt soll es an einen Arzt verkauft werden. © Kai A. Struthoff

Das ehemalige Technische Rathaus an der Landecker Straße in Bad Hersfeld soll verkauft werden. Einziehen möchte dort die Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle.

Bad Hersfeld – Nur 50 Minuten dauerte es am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss, um 23 Tagesordnungspunkte meist einstimmig zu verabschieden. Trotzdem liegt der Bürgermeisterwahlkampf in der Luft, wie die Debatten im Ausschuss zeigten.

So machten die Abgeordneten einmütig den Weg frei für den Verkauf des ehemaligen Technischen Rathauses. Nach Informationen unserer Zeitung wird dort die Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle von Dr. Manfred Michl einziehen, die zurzeit noch an der Berliner Straße ansässig ist. „Der Magistrat ist sehr angetan von dem Ergebnis, das hier erarbeitet wurde“, sagte der Erste Stadtrat Gunter Grimm, der erneut den Bürgermeister vertrat.

Dem widersprach niemand, Kritik gab es aber an dem langwierigen Weg bis zu der Entscheidung. „Es kann nicht sein, dass ein Interessent ein Jahr warten muss, das ist extrem ärgerlich“, schimpfte Jürgen Richter (FWG). Auch der Ausschussvorsitzende Karsten Vollmar (SPD) kritisierte, dass der Käufer womöglich Nachteile erleiden muss, weil inzwischen die Baupreise gestiegen sind. „Dabei geht es hier um eine zweistellige Zahl von qualifizierten Arbeitsplätzen“, so Vollmar.

Gunter Grimm zeigte Verständnis für die Kritik, betonte aber, dass der Magistrat sofort reagiert habe, „als er das in Gänze mitbekommen hat“.

Ein Seitenhieb auf Bürgermeister Fehling. Dieser hatte die Anfrage des Arztes lange unbeantwortet gelassen, weil er die Entscheidung der Bahn zum ICE-Halt abwarten wollen. Insider berichten, dass Fehling darauf spekuliert habe, das Technische Rathaus für neuerliche „Smart-City-Aktivitäten“ zu nutzen.

Erneute Kritik von Jürgen Richter (FWG) gab es dann bei der Debatte über die Erhöhung der Förderung für den Umzug der Firma Trox-X-Fans aus der Innenstadt zum Weinberg. Weil überraschend Altlasten entdeckt worden waren, muss die Förderung um 250 000 Euro aufgestockt werden. Dies wurde auch einstimmig bei einer Enthaltung von Jürgen Schülbe (UBH) gebilligt. „Es zieht sich aber wie ein roter Faden durch alle städtischen Bauprojekte, dass die Kosten aus dem Ruder laufen“, beschwerte sich Jürgen Richter. Jürgen Schülbe vermisste eine detaillierte Kostenaufstellung, um die Finanzierung nachvollziehen zu können. Johannes van Horrick, Fachbereichsleiter Technische Dienste, verteidigte die Kalkulationen: „Alles bleibt im erwarteten Rahmen, für die Stadt ist das trotz der Aufstockung sehr gut ausgegangen“, betonte er.

Das letzte Wort hat wie immer in allen Fragen das Stadtparlament bei seiner Sitzung am 14. Juli in der Stadthalle. (Kai A. Struthoff)

Auch interessant

Kommentare