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Bezirksverband des Blinden- und Sehbehindertenbundes steht vor dem Aus

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Von: Christine Zacharias

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Engagieren sich für Blinde und Sehbehinderte: Elsbeth Kurth (links) und Doris Ratz vom Vorstand des Bezirksverbandes.
Engagieren sich für Blinde und Sehbehinderte: Elsbeth Kurth (links) und Doris Ratz vom Vorstand des Bezirksverbandes. © Christine Zacharias

Der Bezirksverband des Blinden- und Sehbehindertenbundes steht vor dem Aus. Bislang hat sich niemand gefunden, der die Vorstandsarbeit übernimmt.

Bad Hersfeld – Einmal im Monat treffen sie sich in der Dippelmühle – normalerweise, wenn nicht eine Pandemie dazwischenfunkt. Für blinde und stark sehbehinderte Menschen aus den Kreisen Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg, Main-Kinzig und Fulda sind diese Treffen wichtig. Hier sind sie nicht allein mit ihrer Behinderung und können sich mit ähnlich Betroffenen austauschen.

Hier gibt es auch immer neue Informationen über Augenkrankheiten, über Therapien und über Ärzte.

Doch diese Treffen, und die gesamte Arbeit des Blinden- und Sehbehindertenbundes Osthessen sind in Gefahr. Bei der Jahreshauptversammlung, die vor Kurzem stattgefunden hat, fand sich niemand mehr, der bereit gewesen wäre, die Vorstandsarbeit zu übernehmen, berichtet die noch amtierende Vorsitzende Elsbeth Kurth aus Hönebach. Bis Ende Juni führt der bisherige Vorstand die Geschäfte weiter, dann droht die Auflösung der Bezirksgruppe Osthessen, macht Vorstandsmitglied Doris Ratz aus Grebenau deutlich. Das Problem beim Blinden- und Sehbehindertenbund ist das vieler Vereine: die Überalterung. Die Mitglieder, die regelmäßig zu den Gruppentreffen sind alle über 70 Jahre alt, einige sogar über 90. Jüngere Menschen fühlten sich da nicht angesprochen, weiß Elsbeth Kurth. Von den derzeitigen Gruppen- und Vorstandsmitgliedern fühle sich aber niemand mehr in der Lage, die Vorstandsarbeit zu übernehmen. Und ohne neuen Vorstand müsse die Bezirksgruppe aufgelöst werden.

Elsbeth Kurth und Doris Ratz wenden sich deshalb an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Unterstützung. Sie hoffen, dass sich jemand findet, – entweder selbst blind oder sehbehindert oder blinden Menschen nahestehend, der oder die bereit wäre, sich im Blinden- und Sehbehindertenbund zu engagieren. Eine Chance sieht Kurth in der kürzlich geänderten Satzung. Früher durfte nur Mitglied werden, wer selbst blind war oder über maximal 30 Prozent Sehkraft verfügte. Jetzt werden auch Sehende aufgenommen. Das erweitert den Kreis potenzieller Vorstandsmitglieder, sagt Kurth und hofft auf engagierte Menschen, die Blinde unterstützen wollen.

Zu den Aufgaben des Vorstands gehört unter anderem die Vorbereitung der regelmäßigen Treffen, der Kontakt zum Landesverband und Ansprechpartner zu sein für Menschen, die Fragen haben. Der Blindenbund biete auch Schulungen und Fortbildungen an, versichert Kurth.

Neben den Treffen in Bad Hersfeld gibt es auch Gruppen in anderen Orten in Osthessen, die sich regelmäßig treffen, zum Beispiel zum Kegeln und zum Wandern, und betreut werden müssen. Kurth und Ratz könnten sich auch gut vorstellen, dass sich eine neue Gruppe für jüngere Menschen bildet, die andere Interessen und andere Probleme haben. Sie hoffen jedenfalls sehr, dass sich doch noch ein paar Menschen finden, die bereit sind, sich für Blinde zu engagieren. (Christine Zacharias)

Kontakt: Elsbeth Kurth, Telefon 06678/456, E-Mail: ejk1974@t-online.de

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