1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

„Böse Kinder kriegen weniger“ sagt Linn

Erstellt:

Von: Kim Hornickel

Kommentare

Tomatenfan Kalle und Pferdefreundin Linn essen gerne Plätzchen und Kalle schiebt sich gleich einen ganz großen in die Backen. Die siebenjährige Linn schwört auf Kokosmakronen.
Tomatenfan Kalle und Pferdefreundin Linn essen gerne Plätzchen und Kalle schiebt sich gleich einen ganz großen in die Backen. Die siebenjährige Linn schwört auf Kokosmakronen. © kim hornickel

Linn und Kalle Hotzel vom Eichhof in Bad Hersfeld haben sich Gedanken über Weihnachten gemacht und erklären den Heiligen Abend und ihre Wunschzettelstrategie.

Bad Hersfeld – Zu Weihnachten wünscht sich die siebenjährige Linn ein Tablet. Letztes Jahr gab es ein Stethoskop, oder war es doch ein Teleskop? „Aber am Tag nur eine Stunde Tabletzeit,“ mahnt sie sich selbst zur Ordnung. Und was steht noch auf dem Wunschzettel? „Eine Panflöte und ein Akkordeon“, sagt Linn. Das Grundschulkind ist Pragmatikerin: „Ich habe mir gedacht: Alle Dinge, die mir gefallen und schön sind, schreibe ich mal auf den Wunschzettel.“

Ob der Weihnachtsmann überhaupt so viele Instrumente in seinem Lager hat, da ist sich Linn unsicher.

Bringt denn der Weihnachtsmann überhaupt jedes Jahr die Geschenke selbst? „Also letztes Jahr war es wirklich der Weihnachtsmann. Den habe ich aus dem Küchenfenster gesehen, wie er mit meinem Opa ein Bier getrunken hat“, erklärt die Siebenjährige. Vorletztes Jahr war es das Christkind, sagt Linn. Das weiß sie ganz genau, weil sie das „goldene Huschen“ gesehen hat.

Und wo bekommen Weihnachtsmann und Christkind die Geschenke her? „Der Weihnachtsmann kauft die im Laden und packt sie ein“, sagt Linn. Dann ist er inkognito unterwegs. „Er verkleidet sich wie ein ganz normaler Mensch.“ Da hat das Christkind laut Linn schon ein einfacheres Leben. „Das zaubert die Geschenke aus dem Laden eingepackt in das richtige Haus“.

Ihr Bruder, der dreijährige Kalle, sieht das aber ganz anders. „Der Weihnachtsmann kauft die Geschenke im Weihnachtsladen“, sagt er aufgeregt. Und da arbeitet er ganz allein. Der Weihnachtsmann hat laut Kalle ein schweres Schicksal.

Und was treibt der Weihnachtsmann sonst so, wenn er mal nicht arbeiten muss? Er macht Winterschlaf, erklärt Linn. „Oder er sitzt auf dem Sessel, trinkt einen Kakao, isst Plätzchen, legt die Füße hoch und liest ein Buch.“

Damit sich der Weihnachtsmann mal entspannen kann, hat er ja seine Wichtel, die ihm die Arbeit abnehmen, erklären die Geschwister. Und die Wichtel wohnen laut Linn auch alle im Weihnachtsmann-Haus. „Und bringen dem Weihnachtsmann die Rentiere“, informiert Kalle. Da ist ordentlich was los. „Ich wünsche mir auch Wichtel“, sagt Linn. Die sollen ihren Wunschzettel zum Weihnachtsmann bringen. Und wenn sie schon so fleißig schreibt, bietet sich eine Brieffreundschaft mit einem Wichtel doch geradezu an, befindet Linn. So lassen sich die Weihnachtswünsche noch ausgiebiger besprechen, plant die Siebenjährige. Immerhin, bei Freundin Leni sind die Wichtel schon eingezogen und da stehen die Chancen für Linn auch nicht schlecht.

Solange das Schulkind weiter geduldig auf ihren ersten Wichtel wartet, muss Mutter Jessica Hotzel die Briefe an den Weihnachtsmann schicken. Hat sie denn die Adresse? „Die hat sogar die Telefonnummer“, sagt Linn. Bestimmt haben alle Mamas die Adresse vom Weihnachtsmann, vermutet die Siebenjährige. Und deshalb bekommen auch alle Kinder Geschenke, „auch die, die böse sind. Allerdings kriegen die weniger“, erklärt Linn. Sie kennt die Unterschiede: Es gebe nette, halbnette und böse Kinder. „Ich bin halbnett“, sagt sie und grinst. Mit dem Weihnachtmann will es sich Linn lieber nicht verscherzen. Sie weiß, wer die Türchen am Adventskalender zu früh aufmacht, kriegt einen Minuspunkt auf der Liste des Weihnachtsmannes.

Hinter der Schülerin leuchtet der geschmückte Weihnachtsbaum. „Der Weihnachtsmann guckt sich den Baum erst an, ob der schön ist, und legt dann die Geschenke drunter – auch wenn der Baum nicht so schön ist“, stellt Linn klar. „Und er hängt noch Kugeln dran, wenn es zu wenige sind.“ Linn weiß das aus Erfahrung, auch bei ihnen waren es schließlich nach Heiligabend plötzlich einige mehr.

Die hat der Weihnachtsmann bestimmt aus Asbach mitgebracht. Denn laut Linn wohnen wahlweise Nikolaus und Weihnachtsmann genau dort. Woher sie das weiß? „Habe ich dort gesehen“, sagt Linn. „Es gibt ganz viele Nikoläuse und Weihnachtsmänner.“ Und wo wohnt der nächste Weihnachtsmann? „In Polen“, erklärt sie. Kalle, muss seiner Schwester widersprechen. „Der Weihnachtsmann wohnt am Nordpol. Und wenn kein Schnee liegt, dann kommt er eben gelaufen“, stellt der Dreijährige fest. (Kim Hornickel)

Auch interessant

Kommentare