Verfahren wurde jedoch eingestellt

Nach brutaler Kirmes-Schlägerei: Junge Männer vor Gericht

Das Bild zeigt die Statue Justitia als Symbol.
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Symbolbild Gericht, die Justitia.

Nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden konnte eine Kirmes-Schlägerei vor dem Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld, für die sich jetzt zwei junge Hersfelder verantworten mussten.

Bad Hersfeld – Es ist unbestritten, dass ein heute 24 Jahre alter Alsfelder bei der Kirmes in Grebenau im Februar 2018 eine Flasche über den Kopf und eine Faust ins Gesicht bekommen hat. Es ist relativ wahrscheinlich, dass zwei junge Männer aus Bad Hersfeld, die sich am Montag vor dem Jugendschöffengericht verantworten mussten, an dieser Tat beteiligt waren. Doch wer genau was getan hat, das konnte das Gericht unter Vorsitz von Richterin Michaela Kilian-Bock nicht mehr aufklären. Das Verfahren wurde eingestellt.

Diese Entscheidung war für den betroffenen jungen Mann, der noch immer unter gesundheitlichen Problemen leidet, ebenso unbefriedigend wie für Oberamtsanwältin Silke Röder und das Gericht. Sie kennen die beiden Angeklagten, 19 und 22 Jahre alt, von zahlreichen anderen Verfahren, weitere Verhandlungen in anderer Sache sind zumindest bei einem der Männer bereits terminiert.

Gewalt, Alkohol, Betrug, Fahren ohne Führerschein – eine grundsätzlich fehlende Bereitschaft, Regeln zu akzeptieren und sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten wird da erkennbar. Die zeigt sich auch daran, dass die Auflagen aus dem letzten Urteil vom November 2019 noch immer nicht erfüllt worden sind. Weder die Arbeitsstunden haben die beiden abgeleistet noch das Antiaggressionstraining besucht.

Auch das Verhalten der Angeklagten, aber auch der einiger Zeugen vor Gericht ließ zu wünschen übrig. Da wurde während der Befragung durch das Gericht die Wasserflasche ausgepackt oder der Laptop aktiviert, da blieb die Mütze auf dem Kopf und auch mehrere Handys waren im Einsatz, obwohl sie eigentlich im Gerichtssaal verboten sind. Die Tat vom 24. Februar 2018 ließ sich jedoch nicht aufklären. Es war spät in der Nacht, alle Beteiligten waren mehr oder weniger stark alkoholisiert und der Betroffene hat selbst nicht genau gesehen, wer ihn geschlagen hat.

Der Zeuge, der noch am meisten gesehen hat, sprach davon dass der Schlag mit einer nicht zerbrochenen Whisky-Flasche ausgeführt worden war. Das steht jedoch im Widerspruch zur ärztlichen Untersuchung, bei der Glassplitter von einem Bierglas in der Wunde gefunden wurden.

Klar ist, dass in Grebenau vor der Johanniterhalle eine Gruppe von Männern aus Bad Hersfeld auf eine Gruppe aus Alsfeld traf. Es kam erst zu verbalen Attacken, dann zu Gewalt. Auch ein Messer will ein Zeuge gesehen haben. Was jedoch den Streit ausgelöst hat, wer angefangen und wer genau wen geschlagen hat, das ließ sich aufgrund unklarer beziehungsweise einander widersprechender Aussagen nicht genau klären. Identifiziert worden waren die möglichen Täter über Fotos der Veranstaltung, die die Band im Internet veröffentlicht hatte.

So blieb es dann beim eindringlichen Appell der Richterin an die beiden Angeklagten, ihre Verpflichtungen aus dem letzten Urteil zu erfüllen. (Christine Zacharias)

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