„Bodenschutz Waldhessen“ sorgt sich um Artenvielfalt und Klimaschutz

Bündnis will Flächenverbrauch im Kreis Hersfeld Rotenburg stoppen

Sie machen mobil: Sprecherin Doris Hoffmann, Bad Hersfeld, und Sprecher Martin Püschel, Schenklengsfeld, vor dem Gewerbegebiet in Friedewald.
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Sie machen mobil: Sprecherin Doris Hoffmann, Bad Hersfeld, und Sprecher Martin Püschel, Schenklengsfeld, vor dem Gewerbegebiet in Friedewald.

Ein neues Bündnis mit dem Namen „Bodenschutz Waldhessen“ will den fortschreitenden Flächenverbrauch im Kreis Hersfeld-Rotenburg stoppen.

Bad Hersfeld - Die Aktivisten sehen in der Versiegelung und Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen einen oft unterschätzten Auslöser für die Klimakrise. Zudem werde dadurch die Artenzerstörung vorangetrieben, heißt es in einer Mitteilung des neuen Bündnisses.

„Immer mehr Gemeinden weisen neue Gewerbe- und Baugebiete aus, in der Hoffnung, damit ihre Haushaltskassen zu sanieren. Klima- und Artenschutz sowie der Schutz vor Klimafolgen wie Überschwemmungen und Dürre werden dabei oft ausgeblendet“, kritisieren Doris Hoffmann aus Bad Hersfeld und Martin Püschel aus Schenklengsfeld, die das Sprecherteam des neuen Bündnisses bilden. Auch die Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung tauchten in der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht auf, heißt es in der Mitteilung.

Dagegen wolle man nun mit dem überparteiliches Bündnis Widerstand leisten und zugleich für den Schutz des Bodens eintreten, Zugleich fordert das Bündnis, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Region vom Bodenverbrauch entkoppelt wird. Vielmehr wolle man sich für eine „kluge Innenentwicklung, die vorrangige Nutzung vorhandener Industriebrachen, ein neues Mobilitätskonzept und den kreisweiten Stopp der Flächenentwicklungen im Außenbereich“ einsetzen. Das Bündnis beruft sich dabei auf die Hessische Nachhaltigkeitsstrategie und den Landesentwicklungsplan.

Hier gilt der Grundsatz, dass der Flächenverbrauch in Hessen bis 2023 auf maximal 2,5 ha pro Tag gesenkt werden sollte. Grundsätzliches Ziel müsse eine Vermeidungsstrategie sein: Entsiegelung bei Neuversiegelung. Nachhaltig ist nur eine Flächenversiegelung von „Netto-Null“.

„Jede Projektentwicklung im öffentlichen Raum muss zukunftsfähig sein. Deshalb müssen alle Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden: Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen und deren Folgen müssen konsequent bedacht werden“, so Doris Hoffmann und Martin Püschel. „Wir haben uns entschieden, überparteilich an diesem wichtigen Thema zusammen zu arbeiten, um uns für eine Entkoppelung der wirtschaftlichen Entwicklung vom Bodenverbrauch einzusetzen.“ Ein „Weiter so…“ beim Flächenverbrauch hätte für uns alle fatale Folgen. (red/kai)

Unter www.bodenschutz-waldhessen.de sind weitere Informationen abrufbar. Auch weitere Unterstützer werden gesucht.  

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