Allerdings Boom bei E-Autos

Corona bremst Kfz-Zulassungszahlen in Hersfeld-Rotenburg

Das eigene Auto online zulassen, um- oder abmelden: Das geht seit 1. Oktober deutschlandweit, erfordert allerdings etwas computertechnisches Wissen und die entsprechende Hardware. 
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Im Internet informieren und beim Händler kaufen: Kfz-Innunsmeister Kurt Modenbach bestätigt auch für Hersfeld-Rotenburg den Trend zum Onlinehandel. 

Die Zahl der Kfz-Zulassungen in Hersfeld-Rotenburg ist im ersten Corona-Jahr 2020 zurückgegangen. Das geht aus einer Statistik der Zulassungsstelle des Landkreises hervor.

Hersfeld-Rotenburg – So gab es im vergangenen Jahr 5794 Neu-, Erst- und Wiederzulassungen. In 2019 waren es noch 6434 (2018: 6394). Deutlich erhöht hat sich dabei allerdings die Zahl der reinen Elektrofahrzeuge. Aktuell sind 440 Elektrofahrzeuge im Landkreis zugelassen. Seit September 2020 sind fast 200 Fahrzeuge dazugekommen – Hybrid-Fahrzeuge nicht einberechnet.

So stieg die Zahl der E-Autos von 40 im Jahr 2015 auf 244 in 2020 und bislang 440 bis zum April 2021. „Außerdem registrieren wir eine deutliche Zunahme der Wohnmobil-Zulassungen“, sagt Matthias König, Fachbereichsleiter Straßenverkehr beim Kreis und Chef der Zulassungsstelle.

Auch Kfz-Innungsmeister Kurt Modenbach aus Hauneck-Rotensee bestätigt diesen Trend: „Der Handel läuft jetzt vielfach über das Internet“, hat er beobachtet. Kunden informierten sich im Netz und kauften dann beim Händler. Schwierig sei die Lage allerdings im Gebrauchtwagenhandel, wo persönliche Kontakte wichtiger seien. Die Werkstätten hingegen seien auch in der Corona-Zeit gut ausgelastet gewesen.

Verhältnismäßig stabile Zulassungszahlen in Corona-Zeiten

Bemerkenswert sind die noch verhältnismäßig stabilen Zulassungszahlen angesichts der Tatsache, dass auch die Autohäuser unter dem Lockdown leiden. So hatte bereits Anfang des Jahres der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und hessische Kfz-Landesinnungsmeister, Jürgen Karpinski aus Frankfurt, gewarnt, dass das Verbot des stationären Automobilhandels den Zulassungsschwung aus dem Dezember 2020 ausbremse. Er forderte, die Autohäuser so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Im Jahr 2020 hatten Autokäufer noch von der gesenkten Mehrwertsteuer profitiert.

Kfz-Innung kritisiert Zulassungsstelle

Die Kfz-Innung kritisiert die Arbeit der Zulassungsstelle in der Corona-Krise. Bei allem Verständnis für notwendige Hygienemaßnahmen seien die langen Wartezeiten nicht hinnehmbar, sagt Innungsmeister Kurt Modenbach und fordert, dort mehr Personal einzusetzen. Matthias König räumt ein, dass Kunden auf einen Termin „derzeit mitunter einige Tage warten. Das ist ärgerlich“, gibt er zu. Die meisten Kunden reagierten aber sehr verständnisvoll auf die herausfordernde Situation.

Die Zulassungsstelle des Kreises hatte den Betrieb auch in Corona-Zeiten aufrechterhalten. „Wir weisen niemand ab, aber durch die Terminvergabe kann es mal etwas länger dauern“, so König. Deshalb könne die volle Bearbeitungskapazität nicht immer erreicht werden. (Kai A. Struthoff)

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