Coronavirus im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Mit Geduld und Rücksicht durch die Corona-Krise: Was Stefan Körbe an der Supermarktkasse erlebt

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Geduld und Rücksichtnahme wünscht sich Stefan Körbe, der an der Supermarktkasse im Edeka-Markt Schlosserstraße arbeitet, von den Kunden.

Stefan Körbe arbeitet während der Corona-Pandemie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg an der Supermarktkasse. Was er dabei erlebt, hat er uns berichtet.

Supermarkt-Kassierer Stefan Körbe gehört zu denen, die die Fahne in der aktuellen Coronakrise hochhalten. Die Tag für Tag zur Arbeit gehen, obwohl das für sie ein Risiko bedeutet. Er und seine Kollegen wollen sicherstellen, dass die Menschen sich mit allem versorgen können, was sie zum Leben brauchen. Körbe ist Einzelhandelskaufmann und beschäftigt beim Edeka-Markt an der Schlosserstraße in Bad Hersfeld und er ist ein bisschen stolz auf sich und seine Kollegen, die zuverlässig immer da sind.

An der Supermarktkasse lässt sich der Mindestabstand von eineinhalb Metern nur schwer einhalten. Gerade beim Bezahlen kommen die Kassierer den Menschen nah. Deshalb ist Körbe froh, dass es inzwischen eine Plexiglasscheibe gibt, die zumindest einen kleinen Schutz zwischen den Kunden und den Supermarktmitarbeitern darstellt. „Das ist gut für beide Seiten“, stellt er fest.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Von Lieferschwierigkeiten und Einkaufsregeln

Zudem arbeiten die Kassiererinnen und Kassierer mit Schutzhandschuhen, nutzen Desinfektionsseife und hoffen, dass auch die schon lange bestellten Atemschutzmasken bald eintreffen. Das verzögere sich aber wegen der aktuellen Lieferschwierigkeiten noch um ein paar Tage, weiß Körbe.

Lieferschwierigkeiten gibt es nach wie vor bei den Artikeln, die besonders gerne auf Vorrat gekauft werden: Toilettenpapier, Konserven, Mehl, Hefe und Milch, zum Beispiel. Aber auch da ist Körbe zuversichtlich, dass die leeren Regale bald aufgefüllt werden.

Eine Situation wie in den vergangenen Wochen hat der 48-Jährige jedenfalls noch nie erlebt. Vor allem Ende Februar und Anfang März sei der Markt förmlich überrannt worden von den Kunden, die heftig hamsterten. Inzwischen gebe es Beschränkungen, die von den meisten Einkäufern auch akzeptiert würden. Nur hin und wieder sei es nötig, mit Nachdruck auf die Regeln hinzuweisen, erzählt er. Das gelte unter anderem auch, weil viele Kunden in Bad Hersfelds internationalstem Stadtteil Hohe Luft noch nicht so gut Deutsch könnten.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Geduld und Verständnis - „Das kann nie schaden“

Grundsätzlich aber, so lobt Körbe, seien die allermeisten Kunden freundlich und rücksichtsvoll und hielten sich an die Regeln. Der Supermarkt darf nur von Einzelpersonen mit Einkaufswagen betreten werden. Und überall dort, wo sich Schlangen bilden könnten, beim Bäcker, vor dem Leergutautomaten, an der Fleischtheke oder vor der Kasse, sind Markierungen auf den Boden geklebt, die dazu auffordern, Abstand zu halten.

Dennoch gebe es Kunden, die keine Bedenken hätten, anderen, auch dem Verkaufspersonal, auf die Pelle zu rücken, sagt Stefan Körbe und räumt ein, dabei ein mulmiges Gefühl zu haben. Und natürlich gebe es auch solche, die sich beschwerten, weil es bestimmte Artikel nicht mehr gebe. „Es nützt nichts, wenn man fünfmal am Tag in den Laden kommt“, sagt Körbe. Davon werde die Lieferung auch nicht schneller.

Von seinen Kunden wünscht Stefan Körbe sich vor allem Rücksichtnahme, die Bereitschaft, Regeln zu akzeptieren und ein bisschen Geduld und Verständnis. „Das kann nie schaden“, meint er lächelnd. Er selbst ist entschlossen, die Situation frohen Mutes durchzustehen, und hofft, dass die Coronakrise bald vorbei ist.

Von Christine Zacharias

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Quelle: Hersfelder Zeitung

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