Angespannte Situation in Kliniken

Kreis Hersfeld-Rotenburg ist hessische Corona-Hochburg - Trotzdem keine Ausgangssperre

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg will noch in dieser Woche 1000 Corona-Selbsttest für die Erzieherinnen im Kreis beschaffen. Das Landratsamt reagiert auch mit einem weitergefassten Aussetzen des Präsenzunterrichts auf die hohen Inzidenzzahlen im Kreis. (Symbolfoto)
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Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg will noch in dieser Woche 1000 Corona-Selbsttest für die Erzieherinnen im Kreis beschaffen. Das Landratsamt reagiert auch mit einem weitergefassten Aussetzen des Präsenzunterrichts auf die hohen Inzidenzzahlen im Kreis. (Symbolfoto)

Hersfeld-Rotenburg bleibt die hessische Hochburg des Coronavirus. Die Inzidenz ist zwar am Montag leicht auf 284,7 gesunken – liegt aber bereits seit Tagen um die 300er-Marke.

Hersfeld-Rotenburg – Der Inzidenz-Wert ist damit mehr als doppelt so hoch wie im deutschlandweiten (134) und hessenweiten Durchschnitt (139). Nur eine kreisfreie Stadt verzeichnet in Hessen ebenfalls eine Inzidenz von über 200: In Offenbach liegt die Inzidenz bei 253,3. Dort gelten ab heute wegen der hohen Corona-Fallzahlen Ausgangssperren, im Kreis Hersfeld-Rotenburg allerdings nicht.

Der Kreis Hersfeld-Rotenburg reagiert, indem er ab morgen auch den Präsenzunterricht der Abschlussklassen aussetzt. Damit müssen nun alle Kindergartenkinder und Schüler im Landkreis zu Hause bleiben, mit Ausnahme von Notbetreuungen. Für schriftliche Klausuren sind Ausnahmen möglich. Die Osterferien beginnen am Donnerstag. Am Ende der Ferien, wenn auch die schriftlichen Abiturprüfungen bevorstehen, müsse die Lage neu bewertet werden.

Außerdem beschafft das Landratsamt im Laufe dieser Woche 1000 Selbsttests für die Erzieherinnen im Kreis, heißt es in einer Pressemitteilung. Landrat Dr. Michael Koch und Bürgermeister-Sprecher Harald Preßmann erneuern ihren Appell an die Eltern, die Notbetreuung wirklich nur im Notfall in Anspruch zu nehmen. „Wir müssen in dieser Situation auch weiterhin unsere Kontakte auf ein Mindestmaß zurückfahren. Nur so können wir dem Virus erfolgreich begegnen“, sagt Koch.

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Corona in Hersfeld-Rotenburg: Keine Ausgangssperre auch wegen „kühlen Temperaturen in der Nacht“

Eine nächtliche Ausgangssperre wie in anderen Regionen Hessens sei hingegen nicht geplant – „aufgrund der immer noch kühlen Außentemperaturen in der Nacht und dem Fehlen von Anhaltspunkten für Infektionsherde, denen eine Ausgangssperre vorbeugen würde“, heißt es. Weitere Anordnungen seien derzeit nicht verhältnismäßig, so Koch. Von 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland haben laut RKI nur 16 höhere Zahlen als Hersfeld-Rotenburg.

Auffällig ist, dass vor allem im Osten und Süden auch die Nachbarkommunen jenseits der Kreisgrenze mit vielen Corona-Fällen zu kämpfen haben. Sontra und Herleshausen haben innerhalb ihres Kreises ebenso deutlich überdurchschnittliche Zahlen wie alle Kommunen hinter der thüringischen Grenze, Eiterfeld, Burghaun und Schlitz. Eher entspannt ist die Lage nur im Schwalm-Eder-Kreis. Von Ottrau im Süden bis Spangenberg im Norden verzeichnet keine einzige der Nachbarkommunen zweistellige Zahlen.

Angespannte Situation in den Krankenhäusern im Kreis Hersfeld-Rotenburg

55 Infizierte werden in den Krankenhäusern im Kreis behandelt, davon zwölf auf Intensivstationen. Da die Lage im Dezember und Januar ähnlich angespannt war, könne man nun „auf bereits durchlaufene Prozesse zurückgreifen“, heißt es aus dem Klinikum. Die Kapazitäten müssten ständig ausgeweitet werden. Sollten die Zahlen jedoch weiter so stark steigen, könnten auch Verlegungen in andere hessische Regionen nötig sein, um eine Überlastung zu vermeiden. (Christopher Ziermann)

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