Corona im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Der Hersfelder Thiemo Germann sitzt in Lima fest - „Ich hoffe, rauszukommen“

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Sitzt in Lima fest: Thiemo Germann aus Bad Hersfeld, der eigentlich ein Jahr lang in Peru einen Freiwilligendienst absolvieren wollte.

Corona im Kreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen): Thiemo Germann sitzt in Lima fest und hofft auf einen Rückflug nach Deutschland.

„Mir geht es den Umständen entsprechend gut, aber ich hoffe wirklich, bald hier rauszukommen“, sagt Thiemo Germann. Germann hatte sich im vergangenen Jahr nach dem Abitur für einen Internationalen Freiwilligendienst beim CVJM in Peru verpflichtet. 

„Wir arbeiteten mit Straßenkindern, in Kinder- und Jugendgruppen für alle sozialen Schichten, verkündeten auf viele verschiedene Arten das Evangelium und taten noch vieles mehr“, schreibt Germann. Mit ihm sind noch weitere zehn junge Menschen im Einsatz, darunter mit Smila Blüm eine weitere Hersfelderin. Alles lief reibungslos, bis der Urlaubsmonat der Freiwilligen begann. Germann berichtet: „Das neuartige COVID-19 erreichte Peru Anfang März.

Bereits vorher war uns klar, dass das Virus hier aufgrund der teilweise sehr ausgeprägten Armut, der schlechteren Standards in Gesundheitssystem und Hygiene und der geringen staatlichen Mittel ein leichteres Spiel haben wird als in Deutschland oder Europa.

Corona in Hessen: Bad Hersfelder sitzt in Lima fest - Großer Schock nach Einreisestops

Als jedoch die eingeschränkte Einreise und kurze Zeit später ein Einreisestopp für Asien und Europa verkündet wurde, war der Schock erstmal groß.“ Dass die Hersfelder daraufhin ihren Urlaub frühzeitig abbrachen, um einer spontanen häuslichen Quarantäne zu entgehen, erwies sich als richtige Entscheidung. 

Kurz darauf wurde der nationale Notstand ausgerufen. Ein weiterer Schock für die jungen Helfer, die nun das Gefühl hatten, in Peru festzuhängen und nicht mehr weg zu können. „Diese Situation hat sich für uns aber schon längst wieder geändert“, schreibt Germann weiter. Die „soziale Isolation“ bedeute, dass das Haus nur verlassen werden darf, um zum Supermarkt, zum Arzt, zur Bank, zur Versicherung, zur Apotheke oder zur Tankstelle zu gehen.

„Da wir in Gastfamilien leben, bedeutet die Situation für uns auch, dass wir unsere interkulturelle Kompetenz, die wir in den vergangenen sechs Monaten bereits erworben haben, jetzt nochmal dem Härtetest unterziehen werden. Ich fühle mich in der Isolation den Umständen entsprechend wohl in meiner Gastfamilie. Die beiden sind ein älteres Ehepaar, das sich nicht von der auch hier existierenden Panik anstecken und mir sehr viel Freiheit lässt.“

Corona in Hessen: Diplomatische Lösung für internationale Rückholaktionen

Germanns Freiwilligendienst wird größtenteils von der „weltwärts“-Stiftung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Das Ministerium hat mittlerweile die dringende Empfehlung ausgesprochen, alle Freiwilligendienste abzubrechen. 

„Leider war es nicht möglich einen Flug vor der Schließung der Grenzen zu buchen“, berichtet der Hersfelder. „Jetzt warten wir auf eine diplomatische Lösung des deutschen Staates. Die peruanische Regierung hat bereits angekündigt, die Ausreise für ausländische Staatsbürger ermöglichen zu wollen, und auch Bundesaußenminister Heiko Maas hat Bemühungen für internationale Rückholaktionen angekündigt.“ 

Der 19-Jährige und mit ihm viele andere Freiwillige in verschiedenen Ländern hoffen nun auf Rückflüge. Thiemo Germann: „Jetzt gilt es für uns abzuwarten und zu hoffen, dass wir bald ausreisen können.“

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