Center im Kreis geplant – Verordnung fehlt noch

Corona-Schnelltests lassen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf sich warten

Eine Mitarbeiterin eines mobilen Testbusses für Corona-Schnelltests hält einen negativen Antigentest in der Hand.
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Corona-Schnelltests sollen helfen, die Pandemie einzudämmen. Überall verfügbar sind sie aber noch nicht.

Eigentlich soll sich seit Montag jeder Bürger einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg besteht diese Möglichkeit noch nicht.

Hersfeld-Rotenburg - Diejenigen, die das von der Politik versprochene Angebot Anfang der Woche schon in Anspruch nehmen wollten, schauten aber erst einmal in die Röhre. Denn kostenlose Schnelltests gibt es noch gar nicht.

Fakt ist: Im Kreisgebiet soll es flächendeckend mehrere Corona-Schnelltestcenter geben. Nur wo und wie viele, das steht bislang noch nicht fest. „Wir müssen die Testverordnung des Bundes und die angekündigte Muster-Allgemeinverfügung des Landes abwarten, um weitere organisatorische Details konkretisieren zu können“, teilte Landrat Dr. Michael Koch (CDU) auf Nachfrage mit. Gespräche mit dem Klinikum Hersfeld-Rotenburg, dem Kreiskrankenhaus Rotenburg sowie dem DRK habe es bereits gegeben, ebenso mit Apotheken, Ärzten und Pflegeheimen, die Interesse am Betrieb eigener Testeinrichtungen geäußert hätten, so Kreissprecher Pelle Faust.

„Es gibt noch viele Fragezeichen“, sagt Saskia Hildwein, die in Bad Hersfeld mehrere Apotheken und auch ein eigenes Testzentrum betreibt. Ähnlich äußern sich auch Apotheker aus Bebra und Rotenburg. Tenor: Bestellt habe man Schnelltests schon lange, geliefert wurde aber noch nichts.

Vor allem fehle es an der verbindlichen Beauftragung durch den Landkreis, erklärt Hildwein. Nur dann sei auch die Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung geregelt. Hildwein sagt, sie könne ab etwa 23. März ausreichend Selbsttests anbieten. Sie fürchte jedoch eine generelle Verknappung bei hoher Nachfrage. Zudem gebe es große Qualitätsunterschiede. Einige Selbsttests für Abstriche an den Nasenflügeln hätten jedoch eine Genauigkeit von über 90 Prozent.

„Rasch impfen wäre besser als testen“, sagt Dr. Martin Ebel, Sprecher der Hausärzte im Landkreis, und kritisiert die „vollmundigen Ankündigungen“ der Politik, obwohl keine Schnelltests verfügbar sind und die Finanzierung nicht geregelt sei. Zudem warnt Ebel vor dem „hohen Risiko falscher Ergebnisse“ bei Selbsttests, die nicht richtig angewendet werden. (Sebastian Schaffner und Kai A. Struthoff)

Landkreis ruft Anbieter auf, sich zu melden

Um einen Überblick zu erhalten, wo sich Menschen künftig überall kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können, hat der Landkreis Organisationen und qualifizierte Einzelpersonen, die Schnelltests anbieten wollen, aufgerufen, sich per E-Mail beim Fachdienst Gefahrenabwehr zu melden. E-Mail-Kontakt: post.gefahrenabwehr@hef-rof.de. (kai/ses)

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