Finanzielle Situation hat sich laut Landrat entspannt

Corona stabilisiert Klinikum Bad Hersfeld-Rotenburg: Erwartete Verluste gesunken

Dr. Michael Koch im Porträt
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Dr. Michael Koch, Landrat Hersfeld-Rotenburg und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums.

Die finanzielle Situation des Klinikums Bad Hersfeld-Rotenburg hat sich unter anderem durch die Finanzhilfen vom Bund in der Coronakrise entspannt.

Hersfeld-Rotenburg - Hinzu kommen Einsparungen, Kostenoptimierungen und gemeinsame Projekte. Landrat Dr. Michael Koch rechnet damit, dass das Klinikum das Jahr 2020 mit einem Verlust in Höhe von 1,5 bis 4,5 Millionen Euro abschließen wird – deutlich weniger als die 14,2 Millionen Euro Verlust in 2019.

„Es ist uns gelungen, den Konzern vorerst zu stabilisieren. Doch das grundsätzliche Problem bleibt bestehen. Unsere Kliniken sind unterfinanziert“, heißt es in Kochs Bericht zu den Beteiligungen des Kreises, den der Kreistag am Montag einstimmig verabschiedet hat.

Das genaue Ergebnis werde erst Ende 2021 vorliegen. Deshalb werde weiter an den Plänen für eine strukturelle Veränderung des Klinikkonzerns gearbeitet. Dafür gibt es nun auch grünes Licht aus dem Gesundheitsministerium (siehe unten). Geplant ist die Bündelung der akutmedizinischen Angebote am Standort Bad Hersfeld.

Im Beteiligungsbericht geht Koch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums ist, erneut auf die Zahlen für 2019 ein. Er widerspricht dem Eindruck, die Verluste des Herz- und Kreislaufzentrums mit „nur“ 2,4 Millionen Euro in 2019 gegenüber 14,8 Millionen am Klinikum seien vertretbar. Das Ergebnis des Klinikums Bad Hersfeld sei durch eine Wertberichtigung in Höhe von drei Millionen Euro belastet. Diese Wertberichtigung beziehe sich auf Ausleihungen, die das Klinikum dem HKZ gewährt hat, die aber wohl nicht zurückgezahlt werden können. Auch weitere Korrekturen seien erfolgt. Das Ergebnis des HKZ werde dadurch entlastet. Ohne die Wertkorrekturen hätte der Verlust des HKZ bei 5,2 Millionen Euro gelegen, erklärte Koch. (Kai A. Struthoff)

Gesundheitsministerium billigt Sanierungsplan

Das hessische Gesundheitsministerium und die Krankenkassen haben dem Sanierungs- und Umstrukturierungsplan für das Klinikum Hersfeld-Rotenburg zugestimmt. „Wir haben viel Grund zur Dankbarkeit“, sagte Klinik-Geschäftsführer Rolf Weigel unserer Zeitung. Das gemeinsam mit der Beratungsfirma Curacon entwickelte „medizinische Zielbild“ werde von Politik und Kassen mitgetragen. Außerdem wurden zusätzliche Fördergelder in Aussicht gestellt. 

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