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Corona-Tests nicht mehr frei – Preise variieren nach Gruppen

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Von: Laura Hellwig

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Ein Mann in Schutzkleidung beugt sich in ein Auto, um dort eine Person zu testen.
Das Drive-In-Testzentrum im Seilerweg in Bad Hersfeld, vormals auf dem Parkplatz am Aqua Fit (Foto) hat seinen Betrieb vorerst eingestellt. © Christine Zacharias

Es gibt mal wieder neue Regelungen bei den Corona-Bürgertest. Was man im Kreis Hersfeld-Rotenburg dazu wissen muss, wird hier erklärt.

Hersfeld-Rotenburg – Die Bundesregierung hat den kostenlosen Corona-Bürgertest abgeschafft. Doch es gibt auch Ausnahmen für gewisse Bevölkerungsgruppen. Was man über die Neuerungen wissen sollte und wie die Situation in den Testzentren im Kreis ist in Fragen und Antworten.

Ab wann muss man für einen Corona-Test bezahlen?

Die neue Regelung gilt seit gestern, 30. Juni. Aber nicht alle Bürgerinnen und Bürger sind davon betroffen – für einige bleibt der Corona-Test kostenlos.

Wer muss wie viel für einen Corona-Test bezahlen?

Drei Euro zahlen diejenigen, die etwa den Besuch einer Feier, eines Konzerts oder anderer Veranstaltungen in Innenräumen planen. Dieser Umstand muss im Testzentrum nachgewiesen werden, etwa mit der entsprechenden Eintrittskarte, erklärt eine Mitarbeiterin im Testzentrum in Bebra. Den drei-Euro-Test bekommen außerdem Personen, die eine rote Warnmeldung auf ihrer Corona-Warn-App angezeigt bekommen oder die vor haben, Angehörige einer Risikogruppe zu treffen. Wer sich testen lassen möchte, ohne dabei einen konkreten Anlass zu benennen, muss mit einem höheren Betrag rechnen. In den Testzentren in Rotenburg und Bebra (Hubertus Apotheke) zahlt man in diesem Fall zwölf Euro; im Testzentrum Werratal (Brücken Apotheke Heringen) 15 Euro. In der City-Apotheke in Bad Hersfeld konnte man gestern dazu noch keine Angabe machen.

Für wen sind Corona-Tests weiterhin kostenfrei?

Nichts zahlen müssen Besucher von Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Auch Kinder bis fünf Jahre, Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel und Haushaltsangehörige von Infizierten sind von den Kosten befreit – wenn ein entsprechender Nachweis erbracht wird. Gleiches gilt für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder nach einer Corona-Erkrankung einen negativen Nachweis benötigen.

Wie sind die Testzentren im Landkreis auf die neue Regelung vorbereitet worden?

Die Betreiber von Teststationen wurden erst kurzfristig über die Neuerungen informiert. Diana Falkenburg vom Testzentrum Rotenburg/Bebra erzählt, dass sie erst am Nachmittag des 29. Juni informiert wurde. Entsprechend kurzfristig konnte sie die Neuerungen an die Mitarbeiter weitergeben. Gleiches gilt für das Testzentrum Werratal. Auch hier kritisiert man in diesem Fall die Kommunikation der Bundesregierung nach außen. „Es gibt noch viele Fragzeichen“, sagt Stefan Göbel von der Brücken Apotheke. Die Patienten seien ebenfalls verunsichert.

Wie ist derzeit die Nachfrage nach Corona-Tests im Landkreis?

Im Testzentrum Werratal sei die Nachfrage nach Corona-Tests zwar eher gering, dafür steige aber zuletzt die Zahl an positiven Tests an, sagt Göbel. In die Testzentren nach Bebra und Rotenburg kommen täglich etwa 100 Leute, so Falkenburg, die meisten weil sie Angehörige in Pflegeheimen oder Krankenhäusern besuchen. Auch hier gibt es zuletzt mehr positive Schnelltests.

Wie werden die Neuerungen in Sachen kostenpflichtiger Test bewertet?

Kritik gibt es aus Bebra und Heringen, unter anderem an der Dokumentation der Nachweise der Patienten und dem damit verbundenen Verwaltungsaufwand. Vor dem Hintergrund steigender Inzidenzen bundesweit stelle man sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Neuregelung bei Corona-Tests und Lockerungen im Allgemeinen. (Laura Hellwig)

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