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Das Chaos mit den Koffern: Was tun, wenn das Gepäck nach dem Flug weg ist?

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Vermittler im Notfall: Michael Klöppner vom Reisebüro Solatour in Bad Hersfeld steht Reisenden bei verlorenen Koffern beratend zur Seite.
Vermittler im Notfall: Michael Klöppner vom Reisebüro Solatour in Bad Hersfeld steht Reisenden bei verlorenen Koffern beratend zur Seite. © Lea-Sophie Mollus

Die Sommerferien in Hessen sind fast vorbei. Und damit Wochen voller Erholung – zumindest für die, die Flughäfen in dieser Zeit gemieden haben. Für die anderen endete die Urlaubsfreude häufig in Stress: An den großen Flughäfen herrschte riesiges Chaos.

Bad Hersfeld – Verspätete oder ausgefallene Flüge, lange Wartezeiten. Auch bei den Koffern lief oft nicht alles rund. Tipps, was zu tun ist, wenn das Warten am Gepäckband vergeblich ist, geben der Leiter eines Reisebüros und die Verbraucherberatung in Bad Hersfeld.

Hintergrund für das Durcheinander ist laut Michael Klöppner, Inhaber des Reisebüros Solatour in Bad Hersfeld, fehlendes Personal an den Flughäfen: „Durch Corona haben sich viele Mitarbeiter anderweitig Jobs gesucht.“ Zwar haben Reisebüros damit nicht direkt etwas zu tun, als „Sprachrohr der Veranstalter“ kümmern sie sich jedoch um Alternativen für die Reisenden. „Die Beratungsintensität ist riesig“, sagt der 45-Jährige. „Die Bevölkerung ist verunsichert.“

Diejenigen, die ihren Urlaub in einem Reisebüro gebucht oder sich für eine Pauschalreise entschieden hatten, sind laut Klöppner im Vorteil: „Der Kunde ist nicht allein.“ Aber auch, wer Flug und Hotel auf eigene Faust organisiert hat, kann einiges beachten.

Vorbereitung

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass der Koffer am Flughafen spurlos verschwindet, lässt sich schon im Vorfeld einiges beachten – sogar bei der Buchung. Wer von einem kleineren, regionalen Flughafen wie Kassel oder Paderborn abreist, hat laut Klöppner eine höhere Chance auf einen reibungslosen Ablauf. Zudem sollte man frühzeitig am Flughafen sein – „gerade zu Stoßzeiten.“

Wer clever packt, kann zwar das Verschwinden des Koffers nicht verhindern, ist aber im Fall der Fälle nicht komplett aufgeschmissen: Das Wichtigste, vor allem Medikamente und Wertsachen, aber auch Kleidung, mit der sich notfalls ein paar Tage überbrücken lassen, sollten ins Handgepäck, sagt Klöppner. Und wer mit Familie oder Freunden reist, sollte von jedem etwas in allen Koffern verteilen. Der Reisebüro-Inhaber legt zudem allen Reisenden ans Herz, sich bunte oder auffällige Koffer oder zumindest Gepäckbänder zuzulegen, damit es am Flughafen nicht zu Verwechslungen kommt. Neben mit Namen, Adressen und Telefonnummern versehenen Gepäckanhängern ist es außerdem ratsam, einen Zettel mit diesen Informationen in den Koffer zu legen, sollte der Anhänger mal abhandenkommen.

Im Fall der Fälle

Ist der Koffer trotz gründlicher Vorbereitung doch verschwunden oder aber beschädigt, heißt es: schnell reagieren. „Man sollte sich sofort bei der Fluggesellschaft melden“, sagt Klöppner. Maximal sieben Tage hat man in diesem Fall Zeit, teilt Heike Braun von der Verbraucherberatung mit. „Ist ein Koffer länger als 21 Tage verschwunden, gilt er als verloren“, so Braun. In der Regel taucht das Gepäck jedoch relativ schnell wieder auf.

Erstattung

„Für gebrauchte Sachen gibt es den Zeitwert, wobei als Richtwert eine jährliche Wertminderung von 10 bis 30 Prozent zugrundegelegt wird“, sagt Braun. Maximal jedoch sind Schäden und Verluste bis zu 1385 Euro bei jeder Fluggesellschaft versichert. Diese Haftungsgrenze ist durch das sogenannte Montrealer Übereinkommen geregelt. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann zudem eine Gepäckversicherung abschließen, die darüber hinaus greift.

Kommt der Koffer nicht am Urlaubsort an, können sich Reisende das Nötigste, etwa Hygieneartikel und unentbehrliche Kleidungsstücke wie Unterwäsche oder Badebekleidung kaufen und bekommen die Kosten erstattet, so Braun. Dazu müssen die Belege bei der Fluggesellschaft eingereicht werden.

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