Neue Optik – neue Funktion

Das ehemalige HZ-Gebäude an der Klausstraße in Bad Hersfeld wird saniert

Stellten den Umbau des früheren HZ-Gebäudes an der Klausstraße in Bad Hersfeld vor: Freya Dorbritz, Frank Dorbritz und Oliver Hain vom Architekturbüro Dorbritz sowie Martin Knauff und Daniel Knauff (von links).
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Stellten den Umbau des früheren HZ-Gebäudes an der Klausstraße in Bad Hersfeld vor: Freya Dorbritz, Frank Dorbritz und Oliver Hain vom Architekturbüro Dorbritz sowie Martin Knauff und Daniel Knauff (von links).

Das ehemalige Verlags- und Druckereigebäude der Hersfelder Zeitung, das derzeit umfassend saniert und umgebaut wird, soll als Wohn- und Gewerbeobjekt das Areal weiter aufwerten.

Bad Hersfeld – Bis zum Verkauf an die Familie Knauff 2014 war das Haus an der Klausstraße 31 im Besitz der Verlegerfamilie Ott und diente dieser früher auch als Wohnhaus. Sanierungspläne gab es bereits seit Längerem, allerdings wurden diese mehrfach neu überdacht. Denn zunächst hatten Martin Knauff und sein Sohn Daniel Knauff Handel und Gewerbe im Sinn. Mit Blick auf den Strukturwandel der Innenstädte, wie ihn viele Städte in Europa erlebten, habe man sich dann jedoch entschieden, neuen Wohnraum an zentraler Stelle zu schaffen und diesen in einem „gemischten Bau“ mit Gewerbe zu verbinden.

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des vierstöckigen Hauses an der Klausstraße sind Gewerbeflächen für Branchen des Dienstleistungssektors geplant. Konkrete Interessenten gibt es laut Daniel Knauff bereits.

Das ehemalige HZ-Domizil an der Klausstraße in Bad Hersfeld wird aufwändig umgebaut. Dort soll künftig Wohnen und Gewerbe möglich sein. Die Visualisierung zeigt den geplanten Innenhof und die Terrassierung.

Die Fassade des alten Verlagshauses aus den 1920er-Jahren ist denkmalgeschützt und soll – wie auch der große Schriftzug Hersfelder Zeitung – weitestgehend, erhalten bleiben, so Freya und Frank Dorbritz vom Architekturbüro Dorbritz. Im Innern würden jedoch bewusst moderne Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Optisch umso mehr verändern wird sich der industrielle Gebäudeteil an der Badestube, wo bis zu dessen Umzug 2015 unter anderem das Buchcafé beheimatet war. Von einer sich nach oben verjüngenden „Terrassierung“ des Gebäudes spricht Architektin Freya Dorbritz. Dort wird auch das Scheddach durch ein Flachdach ersetzt. Das Zwischengebäude wird abgebrochen, um Raum für einen neuen „luftigen“ Innenhof zu schaffen und Balkone anbauen zu können.

Insgesamt 17 barrierefreie Wohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmetern entstehen in dem knapp 3000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Komplex, die teils vermietet und teils verkauft werden sollen. Jedes Gebäude bekommt einen Aufzug, an der Badestube sollen den Bewohnern Parkplätze zur Verfügung stehen.

Martin und Daniel Knauff halten die Lage für ideal zum Wohnen, da vom Bahnhof über Geschäfte bis hin zum Arzt alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sei. In den Umbau investieren sie eine Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich.

Gleich mit saniert werden soll an der Klausstraße übrigens das kleine Fachwerkhaus nebenan, in dem früher die Metzgerei Gronich zu finden war. Auch dort sei ein Abriss trotz Erlaubnis für sie nicht in Frage gekommen, erklären die Knauffs aus Überzeugung.

Wird ebenfalls saniert und umgestaltet: Der Gebäudeteil an der Badestube, in dem bis zum Umzug 2015 auch das Buchcafé seine Heimat hatte.

Das ehemalige Verlagshaus ist bereits komplett entkernt, die Fertigstellung ist optimistisch zum Frühjahr 2022 geplant. Dabei setzt Martin Knauff auf regionale Firmen, die bekannt und verlässlich seien.

Das sei gerade jetzt, wo in der Baubranche Materialknappheit herrsche, sicher von Vorteil. Eine Herausforderung sind natürlich auch die Arbeiten in den engen Gassen und an der Fußgängerzone. „Alles ist genau geplant“, betont Projektleiter Oliver Hain vom Architekturbüro.

In einem Haus mit Geschichte, in dem früher die Hersfelder Zeitung produziert wurde, wird nun jedenfalls ein neues Kapitel geschrieben. (Nadine Maaz)

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