80 Teilnehmer bei Kundgebung gegen Flüchtlingspolitik

Bad Hersfelder Linggplatz: Demo ohne Zwischenfälle

Demonstranten im Regen: Etwa 80 Teilnehmer, überwiegend mit russlanddeutschen Wurzeln, beteiligten sich am Sonntag an einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik und vermeintlich kriminelle Ausländer. Fotos: Eisenberg

Bad Hersfeld. Auf etwa 80 Männer und Frauen schätzt die Polizei die Teilnehmerzahl einer Kundgebung, die am Sonntagnachmittag auf dem Bad Hersfelder Linggplatz stattgefunden hat.

Die Veranstaltung war am Freitag kurzfristig als Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik von dem in Bad Hersfeld lebenden Peter Kinderknecht als Einzelperson angemeldet worden.

Das Ordnungsamt der Stadt Bad Hersfeld hatte sie unter Auflagen genehmigt. Im Vorfeld der Veranstaltung waren an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Transparente mit dem Termin, aber ohne Hinweis auf einen Veranstalter aufgetaucht. Informationen in den sozialen Medien oder Pressemitteilungen hatte es zuvor nicht gegeben.

Der überwiegende Anteil der Teilnehmer und Redner hatte offenkundig russlanddeutsche Wurzeln. Man sei nicht gegen Flüchtlinge, hieß es von den Rednern. In den Redebeiträgen war jedoch immer wieder von vermeintlicher Kriminalität durch Flüchtlinge, Raub und Vergewaltigung die Rede, von Angst, Frauen und Kinder nicht mehr alleine auf die Straße schicken zu können, und von der Politik, die sich gegen das eigene Volk richte und vermeintlich Kriminelle unkontrolliert ins Land lasse.

Auf Plakaten standen Slogans wie „Stoppt die Zensur im Täter-Schutz-Staat“. Dabei ließ das Geschehen Passanten und Beobachter, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke und der Erste Stadtrat Dr. Rolf Göbel, mitunter etwas ratlos schauen. Denn viel zu verstehen war auf dem Linggplatz nicht. Das lag zum Einen am teils gebrochenen Deutsch der Redner sowie am stark unterdimensionierten Megafon der arg improvisiert wirkenden Kundgebung.

Zudem quittierte eine Gruppe, darunter Mitglieder der Juso-Unterbezirkskonferenz, des Ausländerbeirats sowie des türkisch-islamischen Vereins die Redebeiträge mit Zwischenrufen und Trillerpfeifen. Auch andere Zuhörer reagierten auf Aussagen zum angeblich hohen Kriminalitätsanteil unter Ausländern mit Rufen wie „Blödsinn“ oder „Wo steht das?“. Sicherheitshalber hatten sich Polizeibeamte zwischen beide Lager gestellt. Sie mussten aber nicht eingreifen, da beide Seiten friedlich blieben.

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