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Die heimische Natur näher bringen: Knüll-Naturparkführer sprechen über ihre neuen Aufgaben

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Von: Laura Hellwig

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Sie freuen sich auf ihre erste Führung im Naturpark Knüll: Brigitte Buhse (links) lässt ihre Teilnehmer unter anderem erraten, welche heimischen Getreidesorten sich hinter welchem Korn verbergen. Heinrich Nitz (Mitte) erklärt, was man für den Schutz der Pflanzen auf dem Eisenberg tun kann und Anna Kleine (rechts) möchte den Interessierten alles über Wasserkreisläufe und -reinigung erklären.
Sie freuen sich auf ihre erste Führung im Naturpark Knüll: Brigitte Buhse (links) lässt ihre Teilnehmer unter anderem erraten, welche heimischen Getreidesorten sich hinter welchem Korn verbergen. Heinrich Nitz (Mitte) erklärt, was man für den Schutz der Pflanzen auf dem Eisenberg tun kann und Anna Kleine (rechts) möchte den Interessierten alles über Wasserkreisläufe und -reinigung erklären. © Helwig, Laura

Wir stellen drei ehrenamtliche Naturparkführer vor, die Besuchern das Knüllgebirge näher bringen werden. Es ist seit vergangenen Sommer offiziell als Naturpark anerkannt.

Hersfeld-Rotenburg – Um die Knüllregion in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder weiterzuentwickeln, hat der Naturpark 18 ehrenamtliche Naturparkführer und -führerinnen ausgebildet, die im gesamten Knüllgebiet Führungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten anbieten werden.

Wir stellen drei der Ehrenamtlichen sowie ihre Arbeit vor.

Motivation

Brigitte Buhse (64) aus Niederaula-Kerspenhausen war 20 Jahre Geschäftsführerin des Zweckverbandes Knüllgebiet, jetzt ist sie im Ruhestand. Den Weg hin zur Anerkennung des Knülls als Naturpark hat sie selbst mitbegleitet. „Ich kenne den Knüll nach all den Jahren sehr gut und finde ihn auch unvergleichlich schön. Diese Schönheit möchte ich auch anderen Menschen zeigen“, so Brigitte Buhse.

Heinrich Nitz (66) lebt in Neuenstein-Obergeis und ist seit vielen Jahren bei der Bergwacht Neuenstein und auf dem Eisenberg aktiv. Der Rentner verfolgt das gleiche Ziel wie seine Kollegin Buhse: „Ich möchte den Menschen die Natur und die Überraschungen, die sie vor unserer Haustür parat hat, näherbringen“.

Anna Kleine (32) ist vor wenigen Jahren nach Bad Hersfeld-Heenes gezogen. Eine Freundin hatte sie auf die Ausschreibung des Naturparks aufmerksam gemacht. „Ich finde die Natur als Vorbild und als Baumeister faszinierend“, sagt Kleine. Die Wunderwerke der Natur möchte sie vor allem jüngeren Menschen näher bringen. „Ich würde mir außerdem wünschen, dass mehr Frauen in den Bereichen der Naturwissenschaften Fuß fassen“, so die 32-Jährige.

Die Themen

Die selbst gewählten Themenschwerpunkte und damit einhergehenden Inhalte der Führungen basieren bei allen drei Ehrenamtlichen auf persönlichen Interessen und beruflichen Vorerfahrungen. „Früher war alles besser?!“ ist die Frage, um die es sich in den Führungen von Brigitte Buhse drehen wird. Die studierte Agrarwissenschaftlerin beleuchtet das Thema Landwirtschaft im Wandel der Zeit sowie die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Individuen – „denn es ist eben nicht egal, ob in China ein Sack Reis umfällt“, sagt sie.

In den Führungen von Heinrich Nitz sollen in Zukunft die Themen alternative Energien und Naturschutz im Mittelpunkt stehen. Auf dem Eisenberg etwa setzt er sich für die Erhaltung der Orchideen- und Enzianstandorte ein. Anna Kleine, Sachbearbeiterin für Abwasser und Bodengrundwasser beim Land Hessen, möchte ihr Fachwissen aus dem beruflichen Alltag nutzen und an andere weitergeben. So dreht sich bei ihr alles um Wasserkreisläufe und Gewässerreinigung.

Die Ausbildung

Ihre Abschlussprüfung hatten die insgesamt 18 Naturparkführer und -führerinnen bereits im vergangenen November. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Zertifikatübergabe allerdings von Dezember auf März verschoben werden.

Während des zehntägigen Lehrgangs haben die Ehrenamtlichen einiges über Naturschutz, Forst, sowie über Didaktik und Projektarbeit gelernt. In ihrer Abschlussprüfung mussten sie ihre selbst erarbeitete Führung in einer schriftlichen Hausarbeit darlegen und einen Teil davon mündlichen präsentieren.

Der Lehrgang wurde mithilfe von Leader-Mitteln zur Förderung des ländlichen Raumes finanziert.

Die Führungen

Bereits für die Osterferien hat der Naturpark Knüll ein umfangreiches Programm mit den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht.

Geschlossene Gruppen sollen darüber hinaus eigene Führungen buchen können. Die drei Ehrenamtlichen erklären, dass ihre Angebote etwa drei Stunden dauern werden und immer mit einer kleinen Wanderung sowie interaktiven Gruppenarbeiten verbunden sind.

Einzelne Führungen haben bereits stattgefunden, Buhse, Nitz und Kleine steht die Premiere als Naturparkführer aber noch bevor. „Ich lasse das locker auf mich zukommen“, sagt Kleine. Auf die Frage, ob die Ehrenamtlichen denn auf alle möglichen Fragen vorbereitet seien, antwortet Buhse: „Alles kann man nicht wissen und ich hoffe, dass ich auch von meinen Teilnehmern etwas lernen kann.“

Der Naturpark

Träger des Naturparks ist der Zweckverband Knüllgebiet. Die Fläche des Naturparks beträgt 83 000 Hektar. 17 Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg in Schwalm-Eder liegen komplett oder teilweise im Knüllgebiet.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gehören Alheim, Bad Hersfeld, Bebra, Breitenbach, Kirchheim, Ludwigsau, Neuenstein, Niederaula und Rotenburg dazu. Im Schwalm-Eder-Kreis sind es Frielendorf, Homberg, Knüllwald, Morschen, Neukirchen, Oberaula, Ottrau und Schwarzenborn. (Laura Hellwig)

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