Großbrand in der Silvesternacht

Die Hilfsbereitschaft ist riesig: Dorfgemeinschaft Asbach unterstützt Brandopfer

Von der Scheune ist nur noch Schutt übrig: Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Fuldatal, Carsten Ullrich, und Asbachs Ortsvorsteher Marco Wenderoth (rechts), vor dem einsturzgefährdeten Haus der Familie Bickel in Asbach.
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Von der Scheune ist nur noch Schutt übrig: Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Fuldatal, Carsten Ullrich, und Asbachs Ortsvorsteher Marco Wenderoth (rechts), vor dem einsturzgefährdeten Haus der Familie Bickel in Asbach.

Die Familie Bickel aus Bad Hersfeld-Asbach hat in der Silvesternacht ihr gesamtes Hab und Gut in einem Brand verloren. Unmittelbar nach dem Unglück ist die Hilfsbereitschaft der Dorfgemeinschaft riesengroß.

Asbach – Verschiedene Vereine, die Kirche und der Ortsbeirat haben sich zusammengeschlossen, um die Hilfsaktion zu koordinieren. Vertreter von Posaunenchor, Freiwilliger Feuerwehr, Frauenchor, Kirchenvorstand, Nachbarschaft und Ortsbeirat tauschen sich in einer Whatsapp-Gruppe aus, wie sie die Familie bestmöglich unterstützen können. Ewald Fey vom Posaunenchor Asbach berichtet, dass er in Kontakt mit Mario Bickel steht, einem der Söhne von Waltraud und Heinz Bickel. Mario Bickel ist, ebenso wie sein Vater, seit vielen Jahren Mitglied im Posaunenchor. Auf diesem Weg soll in Erfahrung gebracht werden, welche konkrete Hilfe die Betroffenen benötigen.

Mario Bickel ist überwältigt von der Unterstützung, die seine Eltern, seinen Bruder und ihn erreicht. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichten er und sein Vater Heinz von ihrer aktuellen Lage. Die Eltern wohnen nun für unbestimmte Zeit bei Sohn Mario. Ihr anderer Sohn, der im selben Haus gelebt hat, ist bei der Partnerin untergekommen. In der Nacht des Brandes waren die Söhne nicht in der Nähe, Heinz und Waltraud sind körperlich unversehrt, sie konnten aber nichts retten außer der Kleidung, die sie trugen, Brillen sowie die Handtasche der Frau.

Bereits am Neujahrstag erhielten Bickels Kleiderspenden von Verwandten und Bekannten, zahlreiche Menschen signalisieren darüber hinaus ihre Hilfsbereitschaft. In den vergangenen Tagen stand das Telefon von Mario Bickel kaum still: „So viele Dinge sind noch ungeklärt“, sagt er. Bickel ist begeistert von der gut strukturierten und unbürokratsichen Organisation der Hilfe durch die Vereine und Institutionen. Insbesondere um finanzielle Unterstützung bittet der Ortsbeirat. Hierfür wurde bereits ein Spendenkonto bei der VR-Bank Nordrhön eingerichtet.

Eine unkomplizierte Soforthilfe seitens der Hersfelder Zeitung kommt in Höhe von 3000 Euro über die Aktion Advent der nordhessischen Zeitungsverlage. Markus Pfromm, HZ-Geschäftsführer sagt: „Weil die elementarsten Dinge des persönlichen Bedarfs in der Brandnacht leider nicht mehr zu sichern waren, ist vor allem schnelle Hilfe wichtig. Für Schicksale wie diese ist die Aktion Advent mit ihren unbürokratischen Möglichkeiten gedacht.“

Noch einen weiteren Lichtblick gibt es für die Familie: Als die Einsatzkräfte nachträglich nach Glutnestern suchten, haben sie die beiden Häschen der Enkelkinder unversehrt in ihrem Stall neben der Scheune gefunden und aus den Trümmern gerettet. Sie sind jetzt vorübergehend bei einer Asbacher Familie untergebracht worden. (Laura Hellwig)

Mehr über die dramatischen Ereignisse in der Brandnacht lesen Sie hier.

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