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TTC Lax feiert 50-jähriges Bestehen

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Tischtennis, TTC Lax, Marc Hannes (vorn) und Mike Walther
Schrieben die Erfolgsgeschichte des TTC Lax entscheidend mit: Marc Hannes (vorn) und Mike Walther, der seine aktive Laufbahn beendet hat. © Friedhelm Eyert

Der TTC Lax feiert sein 50-jähriges Bestehen. Hobby-Tischtennisspieler der Siedlergemeinschaft am Lax gründeten Anfang der 70-er Jahre den Verein. Zweimal spielte die erste Herrenmannschaft sogar in der Hessenliga.

Bad Hersfeld – Marc Hannes (37), neuer Vorsitzender und langjähriger Spitzenspieler des Tischtennis-Verbandsligisten TTC Lax, im Interview.

50 Jahre TTC Lax. Was sind Ihre ersten Assoziationen, Herr Hannes?

Kindheit. Eine schöne Jugendzeit. Ich habe alle Aufstiege des Vereins mitgemacht. Aber vor den sportlichen Erfolgen stand auch eine extremst gesellige Zeit. Der TTC Lax bedeutet für mich Heimat.

Sie sind 37 Jahre alt. Wie sind Sie eigentlich selbst zum Tischtennissport gekommen?

Ich selbst bin jetzt seit 28 Jahren dabei und habe im Alter von Neun angefangen, Tischtennis zu spielen. Ich bin an der Sommerseite zur Schule gegangen und Freunde meiner Schwester sowie mein älterer Bruder Jörn haben Tischtennis gespielt.

Und es hat auf Anhieb gut geklappt und Spaß gemacht?

Na ja, anfangs war ich nicht sonderlich begabt, sondern eher klein und frech. Aber ich habe recht schnell herausgefunden, dass es nicht das Schlechteste ist, wenn man fleißig trainiert. Irgendwann habe ich dann aufgehört, bei den Hessen Fußball zu spielen und voll auf Tischtennis gesetzt. Das hat sich gelohnt, finde ich.

Was zeichnet „Ihren Verein“, den TTC Lax, aus?

Die Kameradschaft – ganz klar. Diese haben wir uns immer bewahrt, und das soll auch so bleiben. Wir haben einen Vorstand mit sehr flacher Hierachie, und auch in der ersten Männermannschaft geht es immer demokratisch zu. Wir sind ein Hobbyverein mit Niveau und Ambitionen, kann man sagen.

Wie sehr hat der Verein unter den zwei Jahren Pandemie gelitten?

Wir haben gelitten. Das ist so. Und wir wissen noch nicht, wie viele Mannschaften wir für die kommende Saison tatsächlich melden können. Aber wir haben nicht so viele Jugendliche oder Erwachsene verloren, wie zu befürchten war. In der Pandemie liegt auch eine Chance.

Können Sie das bitte konkretisieren?

Also, man kann ja mehr machen, als nur über die widrigen Umstände zu meckern. Zum Beispiel weiterhin hochwertiges Jugendtraining anbieten, wie das Oliver Annuseit und seine Familie schon in der Vergangenheit gemacht haben.

Wie ist der Stand der Dinge? Ist der TTC Lax gut aufgestellt?

Ja, das sind wir. Unter Oliver Annuseit als Vorsitzendem hat der Verein einen Generationenwechsel vollzogen. Oliver hat das toll gemacht und war der beste Vorsitzende, den man sich nur vorstellen kann. Er hat viel Wert auf die Jugendarbeit gelegt und auch Mitglieder im Alter um die 30 Jahre in den Verein eingebunden. Ich nenne mal Andreas Hahn, unseren Jugendwart, als Beispiel. Wir haben aktuell fünf Herren- und drei Jugendmannschaften im Spielbetrieb. Und mit Klaus Wagner habe ich einen perfekten Stellvertreter, bei dem alles, was er macht, Hand und Fuß hat.

Blicken wir zurück: Was waren die Höhepunkte in 50 Jahren Vereinsgeschichte?

Der größte Erfolg des TTC war der völlig überraschende deutsche Pokalsieg der Bezirksligen mit Mike Walther, Michael Weppler und mir in 2005. Dazu natürlich auch die Hessenliga-Aufstiege in 2010 und 2013.

Woran erinnern Sie sich persönlich am liebsten?

Ganz klar: An den deutschen Pokalsieg. Wir sind da ohne große Erwartungen hingefahren und dann hat das eine Eigendynamik bekommen. Wir haben im Turnier gemerkt, dass etwas geht und hatten auch das nötige Glück. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und dann haben wir das Ding gewonnen. Unglaublich. Danach haben wir eine Woche durchgefeiert. Das war hart, Und hat mich ein Semester meines Studiums gekostet (lacht).

Gibt es auch unschöne Erinnerungen?

Wenige. Mir fällt in erster Linie der Hessenliga-Abstieg 2014 ein. Es ist immer die Frage, wie man absteigt. Wir sind in der Saison als Mannschaft nach und nach auseinandergefallen. Dadurch war die Stimmung dann nicht mehr so, wie wir es beim TTC Lax gewohnt sind. Normalerweise trainieren wir und trinken anschließend ein Bier. Und am Wochenende spielen wir und freuen uns, wenn wir gewinnen – und trinken ein Bier. Und alles ist gut. Das war damals leider nicht so. Aber auch solche Erfahrungen gehören dazu.

Am Wochenende richtet der TTC Lax die hessischen Einzelmeisterschaften am Obersberg in Bad Hersfeld aus. Macht Sie das stolz?

Schon ein bisschen. Wir wollten uns die Meisterschaft zum Jubiläum holen – und haben sie bekommen. Man sieht dort richtig guten Sport und teilweise hochkarätige Profis wie Patrick Franziska, die zur deutschen Spitze gehören. Aber auch Amateure, die alles geben und über sich hinauswachsen. Es wird toll, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Sie sind neuer Vorsitzender des Klubs. Wie sehen Sie die Zukunft des TTC Lax?

Wir wollen Kinder früh an den Tischtennissport binden, indem wir quantitativ und qualitativ gutes Training anbieten. Mit der ersten Mannschaft wollen wir so lange wie möglich in der Verbandsliga spielen. Die Liga hat ein schönes Niveau, und wir haben eine intakte Mannschaft, um dort mitzuhalten. Da gehören wir hin. Und eines liegt mir besonders am Herzen: Wir wollen unsere Kameradschaft beibehalten. Sie zeichnet den TTC Lax aus.

(Sascha Herrmann)

Deutscher Pokalsieger der Bezirksligen 2005: Mike Walther (obere Reihe, Zweiter von links), sowie daneben Michael Weppler und Marc Hannes, Tischtennis, TTC Lax
Deutscher Pokalsieger der Bezirksligen 2005: Mike Walther (obere Reihe, Zweiter von links), sowie daneben Michael Weppler und Marc Hannes. © TTC Lax
Zuschauer beim TTC Lax, Tischtennis
Volle Hütte: Auf die Unterstützung seiner Fans konnte sich der TTC Lax immer verlassen. Oft war es ganz schön kuschelig in der Turnhalle an der Sommerseite. © Friedhelm Eyert

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