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Die WM ist sein Traum: Falk Stolle spielt Skat auf hohem Niveau

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Der Traum aller Skatspieler: Falk Stolle zeigt dem besten Blatt, das es gibt, einem Grand Ouvert.
Der Traum aller Skatspieler: Falk Stolle mit dem besten Blatt, das es gibt, einem Grand Ouvert. „Damit kann man nicht verlieren, außer man verwirft sich.“ © Nadine Meier-Maaz

Falk Stolle aus Bad Hersfeld ist ein begeisterter Skatspieler - und ein erfolgreicher noch dazu. Er träumt davon, einmal an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Bad Hersfeld – Nach insgesamt 576 Spielen in vier Tagen und 24 Stunden reiner Spielzeit ist Falk Stolle zufrieden. Der 54-jährige Bad Hersfelder hat vergangene Woche an den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg teilgenommen – im Skatspielen.

Für immerhin Platz 165 von 640 reichte es bei den Einzelmeisterschaften. „Im vergangenen Jahr war es noch Platz 399“, berichtet Stolle, der nicht nur deshalb glücklich mit der Platzierung ist. „Ich hatte 6100 Punkte, der Sieger 7800 und ‘nur’ 14 gewonnene Spiele mehr“, erklärt er die hohe Dichte. Leider etwas Pech gehabt habe sein Verein dieses Jahr allerdings bei der Mannschaftsmeisterschaft, denn zwei besonders starke Spieler seien ausgefallen.

Um Glück oder Pech geht es beim Skat aber eigentlich nicht, eher um Strategie – oder allenfalls eine Mischung aus Beidem. „Skat ist kein Glücksspiel!“, betont Stolle, im Gegensatz zu klassischen Glücksspielen wie Poker, wo nicht alle Karten ausgegeben werden. „Ein schlechter Spieler kann auch mit guten Karten nichts anfangen.“ Und noch etwas ist ihm wichtig: „Einige mögen es nicht glauben, aber Skat zählt zu den Sportarten.“ Zwar sei das sehr komplexe Kartenspiel nicht körperlich anstrengend, aber mental, da über viele Stunden eine hohe Konzentration gefragt sei. Das sei nicht zu unterschätzen, und deshalb sei auch regelmäßiges Training wichtig, wenngleich es für viele komisch klinge.

Mit 14 Jahren mit dem Skatspielen begonnen

Mit Skatspielen begonnen hat der gebürtige Berliner, der schon seit vielen Jahren in Bad Hersfeld zu Hause ist, im Alter von 14. Später nahm er hin und wieder an kleinen Preisskatturnieren teil. Im Verein spielt er erst seit zwei Jahren, denn Priorität hatte lange das Theaterspielen in der Laiengruppe Klarteckst. Stolle hat Wirtschaftsinformatik studiert und zuletzt als Projektmanager für Softwareentwicklung gearbeitet, inzwischen ist er Mit-Geschäftsführer eines Pflegedienstes.

Zum professionelleren Skatspielen kam er, als er bei den Stadtmeisterschaften in Bad Wildungen den Vorsitzenden der Silberseeasse Frielendorf „vom Tisch fegte“, der gleichzeitig Leiter der ISPA-Gruppe Mitte ist und der ihn daraufhin als neues Vereinsmitglied ins Team lockte. In Deutschland gibt es zwei große Skat-Verbände: Die ISPA Deutschland – ISPA steht für International Skat Players Association – und den Deutschen Skat Verband (DSkV). Die Silberseeasse sind mit unterschiedlichen Teams in beiden vertreten; in der 1. Bundesliga der ISPA und in der Oberliga Hessen beim DSkV.

Der Verein hat laut Stolle schon viele Preise geholt, unter anderem den Weltrekord an eingespielten Punkten in einem Turnier, wo die höchstmögliche Punktzahl erreicht wurde, wie der Bad Hersfelder nicht ohne Stolz berichtet. Weltmeister, Deutsche Meister und Pokalsieger gibt es im Verein, den trotzdem wie viele andere Nachwuchssorgen plagen.

„Man muss auch mal verlieren können“

„Es wäre schade, wenn der Sport ausstirbt“, fürchtet Stolle, schließlich sei Skat abwechslungsreich und interessant. Sagen dürfe man beim Skat zwar nichts, aber man könne mit den Karten sprechen, und diese Kommunikation mit den Karten sei es auch, die die Faszination des Spiels ausmache und die man nur im Verein lerne. Was außer rechnen können und Konzentrationsfähigkeit noch wichtig ist? Humor. „Denn man muss auch mal verlieren können, und darf die Spielfreude nicht gleich verlieren, wenn es mal nicht so gut läuft“, erklärt Stolle.

Sein Traum ist es, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Das sei einerseits gar nicht so schwierig, da es sich um eine offene Meisterschaft handelt, für die sich jeder anmelden kann, der einen Spielerpass hat und einem Verein angehört. Zudem sei eine WM sogar einfacher zu gewinnen als eine DM, da das Niveau in Deutschland besonders hoch sei. Allerdings finde die WM oft weit weg statt, wie dieses Jahr in Kanada. Sollte sich irgendwann eine Gelegenheit ergeben, will Falk Stolle sie aber auf jeden Fall nutzen.

Wer Interesse an Skat im Verein hat (mit und ohne Erfahrung) kann sich unter Tel. 01590/1743466 bei Falk Stolle melden. (Nadine Meier-Maaz)

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