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„Diplomatie hat versagt“: Schüler stellen Fragen zum Ukraine-Krieg an Michael Roth

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Von: Laura Hellwig

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Das Thema Krieg bewegt auch die junge Generation: Im Audimax der Obersbergschulen kamen gestern über 200 Schüler zusammen, um ihre Fragen an den SPD-Politiker Michael Roth zu stellen.
Das Thema Krieg bewegt auch die junge Generation: Im Audimax der Obersbergschulen kamen gestern über 200 Schüler zusammen, um ihre Fragen an den SPD-Politiker Michael Roth zu stellen. © Laura Hellwig

Zu einer Diskussionsrunde zum Ukraine-Krieg mit Michael Roth (SPD) hatte die Modellschule Obersberg ihre Schülerinnen und Schüler eingeladen.

Bad Hersfeld – Rund 200 Jugendliche sind in den Audimax gekommen, um ihre Fragen an den Bundestagsabgeordneten des Landkreises und Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses zu stellen, der per Video-Anruf zugeschaltet war.

Was die Schüler bewegte, waren zum einen konkrete Fragen zum Handeln der deutschen Regierung, zum anderen ganz persönliche Sorgen, was die Zukunft in Deutschland und Europa betrifft.

Michel war der Erste, der sich im Publikum erhob, um seine Fragen an Michael Roth zu richten. Er wollte wissen, ob der SPD-Politiker die Sanktionen gegen Russland für ausreichend hält und ob Putin es bei der Ukraine belassen wird, sollte er sie eines Tages für sich einnehmen.

„Wir tun sicher noch nicht genug und ich dränge unsere Regierung dazu, schneller zu helfen“, sagte Roth. Außerdem gab er zu bedenken, dass es nicht unwahrscheinlich sei, dass Putin seine Aggressionen fortsetzen wird. Sein Ziel sei es, die europäische Landkarte neu zu zeichnen und sein ehemalig großes Reich wieder zusammenzuführen. Klare Worte fand Roth auch auf die Frage, ob die deutsche Politik aus den Versäumnissen der Vergangenheit gelernt hat, insbesondere in Bezug auf die Abhängigkeit von Rohstoffen. Roth erklärte: „Auch in den dunkelsten Zeiten des Kalten Krieges ist das Gas geflossen und man dachte einfach, das wird immer so weitergehen. Man werde sich wohl nie wieder von allein einem Staat abhängig machen, sagte der Politiker. Er gab aber auch zu bedenken, dass der Import fossiler Stoffe eben nicht nur aus lupenreinen Demokratien kommen kann. Das zeige auch der aktuelle Besuch von Robert Habeck in Katar.

Wiebke Maibaum wollte wissen: „Hat die Diplomatie versagt?“ Die Antwort fiel ebenso kurz wie eindeutig aus: „Ja, hat sie“, sagte Michael Roth.

Auch vonseiten der Lehrkräfte wurden Fragen an den Bundestagsabgeordneten gestellt. Etwa: Können wir uns durch die Bundeswehr geschützt fühlen? „Das wird schwierig“, äußerte Michael Roth. Auf eine derartige Situation sei man nicht vorbereitet gewesen. „Ich habe schmerzlich festgestellt, dass es an dem Nötigsten mangelt“, ergänzte er.

Auch die Tatsache, dass es in Deutschland Putin-Sympatisanthen gibt, wurde in der Diskussion aufgegriffen. Den größten Putin-Fanblock gebe es im Deutschen Bundestag und der hieße AfD, merkte Roth an. Dass es auch in der Bundesrepublik nach wie vor viele Anhänger des russischen Präsidenten gebe, die sich in nicht unabhängige russischen Medien informieren, führt der Politiker auf eine gescheiterte Integration zurück. (Laura Hellwig)

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