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„Dippenmarkt“ lockt viele Besucher auf den Marktplatz

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Stammgast auf dem „Dippenmarkt“: Der „Käse Fred“ bietet auf dem Linggplatz seine Käsetüte XL mit vielen verschiedenen Käse-Sorten an.
Stammgast auf dem „Dippenmarkt“: Der „Käsefred“ bietet auf dem Linggplatz seine Käsetüte XL mit vielen verschiedenen Käse-Sorten an. © Laura Hellwig

Bei herrlichem Herbstwetter erwies sich der traditionelle Lulluskrammarkt in Bad Hersfeld nach zwei Jahren Coronapause als Besuchermagnet.

Bad Hersfeld – Hier und da hat sich schon eine Menschentraube gebildet, meist dort, wo es Vorführungen an Ständen gibt. „Wir gucken erstmal nur“, sagt eine Frau, die beobachtet, wie der Händler hinter seinem Tresen die Keramik-Reiben demonstriert. Anderswo werden schon die Geldscheine und großen Tüten über den Tisch hinweg ausgetauscht.

Es ist wieder „Dippenmarkt“ in Bad Hersfeld. Der traditionelle Lulluskrammarkt, bei dem es weit mehr als „Dippen“ zu kaufen gibt, wartet dieses Jahr mit rund 130 Händlern auf dem Linggplatz, Marktplatz und neben der Stadtkirche auf.

„Die Vielfalt ist einmalig“, sagt Maria Erb über den Krammarkt. Die Bad Hersfelderin erledigt gerade ihren Süßigkeiten-Einkauf bei Jürgen Nehme, der ihrer Meinung nach die besten Bonbons hat. Vor sich hat sie schon ein Körbchen, in dem sie ihre Auswahl sammelt.

Der Lulluskrammarkt, der von den Bad Hersfeldern vor allem „Dippenmarkt“ genannt wird, findet immer am Mittwoch in der Lollswoche statt und hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Angeboten werden neben „Dippen“, sprich Töpfen und Pfannen, auch viele andere Küchen- und Reinigungsutensilien, Textilien, Lederwaren, Lebensmittel, Schmuck und vieles mehr.

Seit Viertel nach vier in der Früh ist Peter Jacke aus der Nähe von Köln auf den Beinen. Zehn Stunden steht er – wie alle Händler – hinter seinem Verkaufstisch. Dabei fallen ihm immer wieder neue, lockere und witzige Sprüche ein, „je nachdem wie die Leute so drauf sind“, sagt er. Dass er seit über 45 Jahren seine Waren verkauft, begründet er mit der Freude am Beruf.

Giovanni aus Stuttgart lässt Schuhe in neuem Glanz erstrahlen. Von seinem Reinigungsbalsam begeistert ist Klaus Hirschfeld aus Heringen.
Giovanni aus Stuttgart lässt Schuhe in neuem Glanz erstrahlen. Von seinem Reinigungsbalsam begeistert ist Klaus Hirschfeld aus Heringen. © Jenny Breiding

Auch „Giovanni aus Stuttgart“ verkauft gut gelaunt seinen Reinigungsbalsam für Schuhe. Vor seinem kleinen Verkaufstischchen sitzt er auf einem Hocker und behandelt den Lederschuh von Besucher Klaus Hirschfeld. Während der Heringer nach zufriedener Betrachtung seines linken Schuhs prompt den zweiten Fuß hochhält, verrät Giovanni, dass er bereits zum zweiten Mal auf dem Dippenmarkt ist und sich freut, nach pandemie-bedingter Pause, wieder da zu sein.

Wachstücher in allen Farben bietet Dieter aus Cornberg an, der seit 35 Jahren auf dem Dippenmarkt vertreten ist.
Wachstücher in allen Farben bietet Dieter aus Cornberg an, der seit 35 Jahren auf dem Dippenmarkt vertreten ist. © Laura Hellwig

Auf dem Weg durch die Marktgassen fallen auch die bunten Wachstücher am Stand von „Dieter aus Cornberg“ auf. Seit 35 Jahren begleitet er den Dippenmarkt: „Ich gehöre zum alten Eisen und kenne Viele hier“, sagt er voller Stolz. Davon, dass die Kundschaft weniger und die Einkaufspreise teurer werden, möchte Dieter sich nicht beirren lassen. Seine Kunden wissen genau, was sie bei ihm kaufen möchten. So bleibt auch er optimistisch: „Wir versuchen aus der Situation das Beste zu machen.“

Familie Brand-Klimpel wohnt mittlerweile in Hamburg und kommt jedes Jahr voller Freude in die Heimat zum Lullusfest. Auf dem Dippenmarkt suchen Mutter und Tochter gemeinsam nach Geschichten über Prinzessinnen, Ponys und Feen. Bei Händlerin Hübener am Stand gibt es eine große Vielfalt an Kinderbüchern – „und alle für’n zehner“, ruft sie fröhlich über die Theke.

Beim „Käsefred“ kann man mit der Käsetüte XL nichts falsch machen, zig Sorten zählt der Händler durch sein kleines Mikrofon auf. Im Gedränge strecken Besucher den Marktschreiern Geldscheine entgegen. „Wir essen gerne Käse und dieser hier ist etwas Besonderes,“ verrät eine einheimische Kundin. (Jenny Breiding und Laura Hellwig)

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