57-Jährige zeigte laut Gericht keine Einsicht

Drogendealerin bleibt in Haft: Rotenburgerin zu zwei Einzelstrafen verurteilt

Statue der Justitia
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Justizia (Symbolbild)

Eine 57 Jahre alte Rotenburgerin muss wegen des Besitzes und des gewerbsmäßigen Handels mit Drogen für insgesamt drei Jahre und neun Monate hinter Gitter.

Bad Hersfeld - Dieses Urteil fällte am Dienstag Richterin Silvia Reidt vom Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld. Zu der Strafe gegen die 57-Jährige, die bereits seit einem halben Jahr in der Justizvollzugsanstalt Kaufungen in Untersuchungshaft sitzt, kam es, weil die Rotenburgerin bereits im Mai des vergangenen Jahres gemeinsam mit anderen Angeklagten, darunter auch ihr Sohn, wegen bandenmäßigen Drogenhandels in insgesamt sechs Fällen vor der Großen Strafkammer des Fuldaer Landgerichts zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden war.

Die erste nun vor dem Schöffengericht angeklagte Tat hatte die Rotenburgerin am 7. März 2021 begangen, obwohl sie bereits von dem Prozessbeginn am 17. März in Fulda wusste. Für den damals getätigten Straßenkauf von 650 Gramm Amphetaminen für 1000 Euro erhielt sie eine Einzelstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Die zweite Tat – sie lagerte 951,6 Gramm Marihuana und 968,21 Gramm Amphetamine in ihrer Wohnung – verübte sie dann gerade einmal acht Wochen nach dem Urteil von Fulda. Am 4. Juli 2021 entdeckten Kriminalbeamte bei einer Wohnungsdurchsuchung die Drogen in ihrer Küche.

Durch ihr Verhalten habe die Angeklagte signalisiert, dass sie trotz der Bestrafung in Fulda keinerlei Einsicht gezeigt und mit dem Drogenhandel weitergemacht habe, so die Richterin. Dafür erhielt sie eine Einzelstrafe von zwei Jahren.

Zugunsten der 57-Jährigen wertete das Gericht, dass sie selbst nichts an den Drogenschäften verdient habe. Die bis dahin in ganz bescheidenen Verhältnissen lebende Frau habe vielmehr ihrem Sohn dabei helfen wollen, dessen Schulden aus diversen Drogenschäften zu begleichen. Zudem sei sie von den eigentlichen Drahtziehern der Drogengeschäfte, die ihr persönlich nicht bekannt seien, unter Druck gesetzt worden. So hätten die Hintermänner damit gedroht, ihren Kindern und Enkeln Gewalt anzutun. Nur deswegen habe sie sich als Drogenkurier weiter zur Verfügung gestellt.

Staatsanwältin Tanja Gerbig hatte Einzelstrafen von zwei sowie zwei Jahren und fünf Monaten gefordert, Rechtsanwalt Hans J. Hauschild zwei Einzelstrafen von je einem Jahr und sechs Monaten. (Mario Reymond)

Gespräche über Cola und weiße Farbe

Um der Rotenburgerin Drogengeschäfte nachweisen zu können, wurden ihre Telefonate von Kriminalbeamten abgehört. Dabei wurde einmal ein Mann von ihr aufgefordert, die Cola abzuholen. Ein anderes Mal war von weißer Farbe die Rede. Im Polizeisprech wird Kokain als Cola und Amphetamin als weiße Farbe bezeichnet. Die Angeklagte will einen Sechserträger Cola und weiße Wandfarbe gemeint haben. Die Farbe habe sie im Mai 2021 zum Streichen der Wohnung benötigt. (rey)

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