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Dromos-Projekt liegt weiter auf Eis: Kein neuer Versuch von Bad Hersfelds Bürgermeister

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Das Foto von 2019 zeigt ein autonomes Fahrzeug des Rhein-Main-Verkehrsverbunds am Mainufer.
Andernorts rollen sie schon: Das Archivfoto von 2019 zeigt ein autonomes Fahrzeug des Rhein-Main-Verkehrsverbunds am Mainufer. © Andreas Arnold/dpa

Das Projekt „selbstfahrende Fahrzeuge“ der Firma Dromos liegt in Bad Hersfeld weiterhin vorerst auf Eis. Es steht nicht auf der Tagesordnung für die Stadtpolitiker.

Bad Hersfeld - Bürgermeister Thomas Fehling hat darauf verzichtet, die Diskussion und Abstimmung über eine Absichtserklärung mit der Firma Dromos auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend zu setzen. Damit wird auch das Stadtparlament in der kommenden Woche nicht darüber entscheiden, ob ein Projekt zur Anbindung des Klinikums und des Werratals gestartet werden soll.

In der Bad Hersfelder Stadtpolitik gibt es viele offene Fragen zu dem Projekt, weshalb der Magistrat am vergangenen Montag mehrheitlich die Notbremse gezogen hatte (wir berichteten). Hinter den Kulissen gibt es ernsthafte Zweifel am Agieren der Firma Dromos, die deren Geschäftsführer Dr. Martin Dürr zu widerlegen versucht.

Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, SPD-Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzender Karsten Vollmar, sagte unserer Zeitung: „Das Insolvenzverfahren gegen die Dromos AG in Verbindung mit dem Wechsel der Rechtsform, welche uns erst auf den letzten Drücker mitgeteilt wurde, lassen bei mir alle Alarmglocken läuten.“ Seine Bereitschaft, unkalkulierbare Risiken für die Stadt und ihre Bürger einzugehen, liege bei null. Er habe deshalb wiederholt kritische Fragen gestellt, die jetzt auch zur bekannten Magistratsentscheidung und damit zum Rückzug der Vorlage geführt hätten. Vollmar verlangt unter anderem Informationen über die technische Zulassung sowie über mögliche Kosten für die Stadt oder den Bereich städtischer Infrastruktur.

„Die sicherlich jedem Bad Hersfelder erkennbare Verkehrsproblematik des Anschlusses des Klinikums – und bald auch die Problematik des Neubaus der Hochbrücke oder gar jetzt schon der Verkehrsstau durch die Autobahnbaustelle – lässt sich meines Erachtens nur bedingt und partiell mit autonomen Fahrzeugen lösen“, mahnt Vollmar.

Vollmar plädiert dafür, die Ergebnisse des (nicht öffentlichen) Workshops „Mobilität und Verkehr“, der Dienstag mit Experten in Bad Hersfeld zu eben diesen Themen tagt, sowie die Gespräche mit dem Landkreis, dem Klinikum und weiteren Beteiligten abzuwarten, bevor man Ideen zur Verkehrsentwicklung in der Stadt abgibt. „Fakt ist doch: Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept für die Innenstadt und die Stadtteile sowie die umliegenden Gemeinden mit breiter (Bürger-)Beteiligung.“ Nur so könne die Stadt als verlässlicher Partner für die Bürger, aber auch die Nachbargemeinden glaubwürdig bleiben. (kai)

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