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Ehemaliger Autohändler kommt gerade noch mit Bewährungsstrafe davon

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld
Amtsgericht Bad Hersfeld © Eberth, Carolin

Ein ehemaliger Autoverkäufer aus Hünfeld, musste sich vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld wegen Untreue und Betrugs verantworten.

Bad Hersfeld – Für den 46-Jährigen war es eine ganz knappe Angelegenheit. Nur sein umfassendes Geständnis und der mittlerweile vollzogene Wechsel in einen Job ohne direkten Zugang zu den Finanzen seines aktuellen Arbeitgebers haben den Mann vor einer Gefängnisstrafe bewahrt.

Für den Verkauf eines Mercedes S 400, der eigentlich gar nicht zum Verkauf stand, hatte der damalige Autoverkäufer eines Bad Hersfelder Autohauses im Juni 2019 exakt 50 000 Euro von einem anderen Autohändler in bar erhalten. Der vermeintliche Käufer begnügte sich mit einer handschriftlichen Quittung ohne jeglichen Firmenstempel, da er dem 46-Jährigen, wohl wegen vieler vorheriger erfolgreicher Geschäftsbeziehungen, blind vertraute.

Der Angeklagte hatte den Mercedes S 400 als Leasingrückläufer angeboten, der in den kommenden Tagen wieder auf dem Gelände des Bad Hersfelder Autohandels stehen würde. Dann könne das Geschäft endgültig mit Kaufvertrag und sämtlichen Papieren abgewickelt werden. Doch das Auto kam nicht zurück, denn der Vertrag mit dem aktuellen Kunden lief noch über einen längeren Zeitraum. Der Käufer wartete also vergeblich auf seinen Wagen.

Erst mal Schulden bezahlt

Von den 50 000 Euro hatte der Angeklagte derweil Schulden in Höhe von 10 000 Euro bei einem befreundeten Autohändler in Bebra beglichen, von dem er sich diese Summe geborgt hatte, um unter anderem den Unterhaltsverpflichtungen gegenüber seiner Ex-Frau nachkommen zu können. Eine weitere geringere Summe habe er für diverse andere Dinge benötigt. Mit dem großen Rest sei er dann in eine Spielbank gefahren. Dort verzockte er das Geld, statt wie erhofft, die Summe wieder auf 50 000 Euro aufzustocken und die ganze Verkaufsaktion so wieder rückgängig machen zu können.

Die 50 000 Euro klagte der geprellte Autohändler schließlich über das Autohaus ein, für das der Angeklagte damals arbeitete. Das Landgericht Fulda hatte im Juli 2021 dem Regressanspruch des betrogenen Autohändlers gegenüber dem Bad Hersfelder Autohaus stattgegeben. Dieser Prozess geht nun am Oberlandesgericht in Frankfurt in die nächste Instanz.

Der 46 Jahre Angeklagte selbst war bei dem Bad Hersfelder Autohaus bereits im Juli 2019 rausgeflogen, nachdem er den Gebrauchtwagen eines Kunden in Zahlung genommen und dann sofort weiterverkauft und die Summe von 3500 Euro in die eigene Tasche gesteckt hatte.

Für diese Tat war der 46-Jährige vor dem Amtsgericht in Bad Hersfeld im September 2020 bereits zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Diese Strafe wurde nun in das aktuelle Urteil einbezogen. Die aktuell verhängten zwei Jahre Haft werden für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Ebenfalls angeordnet wurde die Einziehung der 50 000 Euro. Überdies muss der 46-Jährige je 500 Euro an die Tafeln in Bad Hersfeld und Bebra zahlen.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (Mario Reymond)

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