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Im Porträt: Ernst-Olaf Mende ist neuer Erster Stadtrat von Bebra

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Von: Daniel Göbel

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Ernst-Olaf Mende ist Erster Stadtrat in Bebra: In der Region ist der 63-Jährige tief verwurzelt, schon sein Vater August-Wilhelm Mende war über Jahre Bürgermeister von Bebra.
Ernst-Olaf Mende ist Erster Stadtrat in Bebra: In der Region ist der 63-Jährige tief verwurzelt, schon sein Vater August-Wilhelm Mende war über Jahre Bürgermeister von Bebra. © Daniel Göbel

Für Ernst-Olaf Mende war es ein besonderer Moment, als er kürzlich als neuer Erster Stadtrat von Bebra Bürgermeister Stefan Knoche vertrat und in dessen Büro Platz nahm.

Hersfeld-Rotenburg - Fast 40 Jahre, nachdem sein Vater August-Wilhelm Mende als hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Bebra ausgeschieden ist Im April 1966 wurde August-Wilhelm Mende zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Bebra gewählt, 1972 wurde er bei der Wiederwahl für zwölf Jahre im Amt bestätigt. Auch war Mende Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion sowie direkt gewählter Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Rotenburg. All das hatte auf seinen Sohn Ernst-Olaf großen Einfluss. „Meinen vier Geschwistern und mir wurde vorgelebt, dass ehrenamtliches und kommunalpolitisches Engagement einen hohen Wert hat“, sagt der 63-Jährige, der das Evangelische Altenzentrum Hospital Bad Hersfeld leitet.

So begann auch das kommunalpolitische Engagement von Ernst-Olaf Mende schon in frühen Jahren. Angefangen habe alles im Darmstädter Ortsverein der Sozialdemokraten, wo Mende damals an der Fachhochschule Sozialpädagogik studierte.

„Ich hatte damals allerdings noch keine Ambitionen auf ein Mandat, da mir klar war, dass ich nach meinem Studium auf jeden Fall nach Bebra zurück möchte“, erläutert Mende.

Neben seinem Engagement in der örtlichen SPD und als Stadtverordneter, sei er überall dort aktiv gewesen, wo Ehrenamtliche gebraucht wurden. So ist Mende Gründungs- und Vorstandsmitglied des Fördervereins Evangelisches Altenzentrum Ludwigsau, stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Bebra–Knaresborough, war Vorsitzender des Fördervereins der Brüder-Grimm-Schule in Bebra sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied im Handballförderverein Bebra.

Der Vater von drei Kindern erklärt, dass er gesellschaftliches Engagement vorleben und verdeutlichen möchte, dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen. „Einerseits hilft man Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, andererseits gibt es einem auch selbst ein gutes Gefühl, weil man weiß, dass man nicht nur egoistisch gehandelt hat“, so der 63-Jährige.

Zwischendurch legte aber auch Mende mal eine Pause in der Kommunalpolitik ein. „Mir ist irgendwann bewusst geworden, dass es auf kommunalpolitischer Ebene keine etablierten Parteien braucht, um die Belange der Menschen vor Ort zu vertreten.“ In diesem Zuge wechselte Mende, der im Stadtteil Breitenbach zuhause ist, zur Fraktion „Gemeinsam für Bebra“.

Mende sieht die Stärke der Region Waldhessen vor allem darin, dass es die Region geschafft habe, den Herausforderungen der Gegenwart adäquat zu begegnen, besonders in Hinblick auf den Erhalt von Arbeitsplätzen. Kritisch sieht Mende hingegen die medizinische Versorgung. So habe sich die Stadt Bebra mit der Schaffung eines kommunalen Versorgungszentrums einen Sonderweg auf die Fahnen geschrieben.

„Wir müssen aber aus meiner Sicht im Blick haben, dass nicht alle Standorte zentralisiert werden, da die Menschen mitunter weite Wege in Kauf nehmen müssten“, sagt er.

Eine weitere Herausforderung sieht Ernst-Olaf Mende darin, nach der Corona-Pandemie die Vereinslandschaft wieder zu stärken. „Die Menschen, die sich seitdem nicht mehr in Vereinen engagieren, wieder zurückzugewinnen, das wird schwer, muss aber das vorrangige Ziel sein.“

Von Daniel Göbel

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