Wochendendkolumne

Zwischen den Zeilen: Ein Kandidat, Personalien und eine Bilanz

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Kai A. Struthoff

Um den Landratswahlkampf, ein Gerücht und die Kosten des Hessentags geht es in der heutigen Kolumne.

Der Landratswahlkampf könnte doch noch spannend werden. Denn die Sozialdemokraten wollen heute auf einem Unterbezirksparteitag in Philippsthal Torsten Warnecke zu ihrem Kandidaten küren. Der langjährige Landtagsabgeordnete ist ein absoluter Politprofi, eloquent, gut vernetzt und bekannt wie ein bunter Hund. Ein ernst zu nehmender Herausforderer also für Amtsinhaber Dr. Michael Koch, der zudem wegen der Krise des Klinikums und des geplanten Radikalumbaus bei manchen Bürgern an Sympathie verloren hat. Allerdings ziehen SPD und CDU in Sachen Klinikum demonstrativ an einem Strang. Ob sich das mit einem Landratskandidaten Warnecke nun wohl ändern wird?

Zwei alte Bekannte sollen, dem Vernehmen nach, das neue Impfzentrum in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg managen: Der frühere Geschäftsführer des Klinikums Martin Ködding und der ehemalige Pflegedirektor Michael Gottbehüt – beide eigentlich im wohlverdienten Ruhestand. Das ganze Projekt steht unter enormem Zeitdruck, viele rechtliche Fragen sind noch offen, Personal wird händeringend gesucht. Auch die Hausärzte sind, wie wir hören, nicht ganz glücklich mit den von Bund und Land vorgegebenen Impfmodalitäten. Umso besser also, dass zwei absolute Profis aus der Gesundheitsbranche dem Landkreis bei der Organisation aus der Bredouille helfen wollen – obwohl wir auch dazu schon Kritik aus Ärztekreisen an dieser Personalentscheidung gehört haben.

Personalsorgen hat wohl auch Festspielintendant Joern Hinkel, denn viele Schauspieler, die er gern auf der Bühne sehen würde, haben bereits andere Engagements angenommen. Mit Namen können wir daher noch nicht dienen. Sehr positiv fällt indes das Echo auf die Ankündigung aus, „Momo“ in die Ruine zu holen. Das bezaubernde Buch hat viele von uns durchs Leben begleitet. Wenn es mal wieder hektisch wird, erinnert mich meine Frau immer an das Motto von Beppo Straßenkehrer: Immer eine Platte nach der anderen fegen. Einen lustigen Besetzungsvorschlag habe ich übrigens bei Facebook gelesen. In Erinnerung an den dunklen Wuschelkopf von TV-„Momo“ Radost Bokel könnte ja Joern Hinkel selbst die Rolle übernehmen, heißt es dort. Die richtige Frisur hätte er.

Was hat nun eigentlich der Hessentag in Bad Hersfeld gekostet? Das fragen nicht nur wir Journalisten immer wieder, sondern das wollen auch viele Bürger wissen. Kommende Woche nun haben Bürgermeister Fehling und „Misses Hessentag“ Anke Hofmann zum Pressegespräch eingeladen, um die Abrechnung zu präsentieren. Wir hören, dass die Zahlen wohl ganz gut aussehen.

Auch von einer anderen lieben (nicht alten!) Bekannten habe ich in diesen Tagen gehört: Unsere Hersfeld-Preisträgerin Corinna Pohlmann reüssiert neuerdings unter dem Künstlernamen „Copper“ – Kupfer, eine Anspielung auf ihre Haarfarbe – als Sängerin. Wir hatten ja schon ein Interview mit ihr im Blatt. Aber es ist keine gute Zeit, um eine neue Karriere zu starten. Denn die Pandemie trifft vor allem die Solokünstler besonders hart. So musste auch „Copper“ Auftritte absagen, unter anderem im Buchcafé.

Corinna und ihre Band haben deshalb im Internet ein „Crowdfunding“ gestartet und sammeln so Geld, um damit die Produktion eines ersten Albums zu finanzieren. Musikalische Kostproben von Corinna Pohlmann alias Copper gibt es im Internet. Hören Sie doch mal rein.

Von Kai A. Struthoff

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