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Einzelhandel in Hersfeld-Rotenburg leidet unter Personalmangel und hohen Kosten

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Von: Christine Zacharias

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Die Fußgängerzone in Bad Hersfeld
Die Fußgängerzone in Bad Hersfeld © Helwig, Laura

Der Einzelhandel ist angesichts der Corona-Pandemie und gestiegenen Energiekosten unter Druck. Einige Einzelhändler schrauben deshalb an den Öffnungszeiten.

Hersfeld-Rotenburg – Der eine Laden schließt um 18 Uhr, der nächste um 18.30 Uhr, Lebensmittel kann man bis 20 oder sogar 21 Uhr kaufen. Die Ladenöffnungszeiten in den Städten im Kreis gleichen einem Flickenteppich. Dabei wünschen sich viele Händler mehr Einheitlichkeit, sagt Jörg Markert, Centermanager der Citygalerie. Das bestätigt auch Matthias Laufer-Klitsch, stellvertretender Vorsitzender des Bad Hersfelder Stadtmarketingvereins.

Der Einzelhandel ist unter Druck. Die Folgen der Corona-Pandemie mit monatelangen Schließungen sind für alle spürbar. Personalmangel und die enorm gestiegenen Kosten für Energie sorgen für weitere Probleme. Da ist der Gedanke naheliegend, die Kosten durch kürzere Öffnungszeiten zu reduzieren.

Das Problem: Wenn Kunden bei ihrem Einkaufsbummel am Abend oder am Samstag nach 13 Uhr feststellen, dass einige Geschäfte bereits geschlossen haben, sind sie enttäuscht und weichen möglicherweise gleich aufs Internet aus, sagt Markert.

Er plädiert deshalb dafür, die Ladenöffnungszeiten in Hessen wieder zu reduzieren. Derzeit dürfen Geschäfte an Werktagen rund um die Uhr geöffnet haben. Lange Öffnungszeiten könnten aber, wenn überhaupt, nur die großen Ketten bewältigen. Kürzere Zeiten hätten auch eine größere Zufriedenheit und Lebensqualität für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Folge, sagt Markert.

Das Hessische Ladenöffnungsgesetz

Das Hessische Ladenöffnungsgesetz (HLöG) ist seit dem 30. November 2006 in Kraft. Grundsätzlich dürfen Verkaufsstellen an Werktagen von 0 Uhr bis 24 Uhr geöffnet und müssen sonntags geschlossen sein. Mit der Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen erhält der Einzelhandel Gestaltungsraum, um kunden- und marktorientierte Öffnungszeiten zu schaffen, heißt es auf der Homepage des Sozialministeriums. Gleichzeitig werde der Sonn- und Feiertagsschutz gewährleistet. (zac)

Er plädiert für eine gesetzliche Regelung, weil er weiß, dass es extrem schwierig ist, so eine Vereinbarung vor Ort zu treffen. Das kann Torben Schäfer von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER) bestätigen. Es sei noch nicht einmal möglich, dass sich die Einzelhändler zu einer Handelsvereinigung zusammenschlössen, geschweige denn, gemeinsame Ladenöffnungszeiten zu vereinbaren, sagt er.

„Einheitliche Öffnungszeiten im Einzelhandel hat’s noch nie gegeben“, sagt Stefan Pruschwitz von der Stadtentwicklung Bebra. Dort wurde mit Blick auf die Energiekosten die Öffnungszeit des Einkaufszentrums „be!“ auf 18 Uhr beziehungsweise 14 Uhr am Samstag reduziert. Andere Geschäfte hätten sich daran orientiert. (Christine Zacharias)

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