Präsidentin des Weiberfaschings

Elke Hildebrand aus Sorga ist mit dem Karnevalsvirus infiziert

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Die Narrenkappe gehört dazu: Elke Hildebrand ist Präsidentin des weiblichen Elferrats in Sorga.

Elke Hildebrand hatte gar keine andere Wahl als Karnevalistin zu werden. Sie hat in eine närrische Familie eingeheiratet. Jetzt ist sie Präsidentin des Weiberfaschings in Sorga. 

„Jeder in der Familie war beim Karneval aktiv und die ganze Woche unterwegs. Die Schwiegermutter trainierte vier oder fünf Tanzgruppen, der Schwiegervater trat mit den Glatzköppen auf und mein Ex-Mann tanzte bei den Bläh-Boys. Wenn ich nicht alleine zuhause hocken wollte, musste ich da auch mitmachen“, erzählt sie lachend.

Schnell war sie mit dem Karnevalsvirus infiziert. Das war auch nicht sehr schwierig, denn Elke Hildebrand stammt aus Ronshausen, ebenfalls ein Karnevalsdorf. Dort wurde auch in der Schule Fasching gefeiert und Hildebrand erinnert sich daran, als Kind eine Büttenrede gehalten zu haben.

Dass die Neu-Sorgaerin nicht nur tanzen konnte – seit 1992 steht sie mit den „Hummeln“ auf der Bühne – sondern nicht auf den Mund gefallen war, stellten die Karnevalisten vom TSV Sorga schnell fest. Es dauerte nicht lange, bis sie in den Elferrat des Weiberfaschings aufrückte und dann zu dessen Präsidentin wurde. Nur ein Jahr hat sie nach der Geburt ihres Sohnes pausiert, ansonsten begrüßt sie Jahr für Jahr die Gäste mit einer launigen Rede und organisiert die Sitzungen.

Das ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. Zum einen hat der Sorgaer Weiberfasching einen Ruf zu verteidigen als besonders hochkarätige Karnevalsveranstaltung, bei der schon vor Beginn des offiziellen Teils auf den Tischen getanzt wird.

Zum anderen findet die Veranstaltung an einem Wochentag statt und steht zudem in Konkurrenz zu den Karnevalshochburgen im Fuldaer Raum. Da gibt es häufig Terminprobleme, vor allem bei den Männertanzgruppen. Und die müssen einfach sein, um das überwiegend weibliche Publikum zu unterhalten, weiß Elke Hildebrand.

Allerdings hat sie beobachtet, dass der Weiberfasching sich in den vergangenen Jahren verändert hat. Nicht nur, weil immer mehr Männer in Frauenkleidern dabei sind. Viele Tanzgruppen haben an diesem Abend mehrere Termine und müssen nach ihrem Auftritt gleich weiterfahren, anstatt wie früher zu bleiben und zu feiern. Auch der Anteil der Jüngeren steigt. Viele kommen in erster Linie zum Partymachen, was auf der Bühne passiert ist da nur bedingt von Bedeutung. Vor allem Wortbeiträge haben es da schwer, nicht im allgemeinen Geplauder und Gejuchze unterzugehen, bedauert Hildebrand, die von einer „Verballermannisierung“ des Karnevals spricht.

Aber natürlich ist es immer wieder Thema, wie Nachwuchs für den Karneval gewonnen werden kann. „Man muss immer mal was Neues ausprobieren und sehen, wie das ankommt“, sagt Hildebrand.

Die Gestaltung des Programms richtet sich immer ein wenig nach Angebot und Nachfrage. Manchmal melden sich Gruppen ganz kurzfristig und fragen, ob sie noch mitmachen können. Ein oder zwei Gruppen hätten auch dieses Jahr noch eine Chance, sagt die Präsidentin, die sich freut, wieder ein hochkarätiges Programm mit Teilnehmern aus Arzell, Niederaula, Neukirchen, Hönebach, Meckbach, Kathus, Oberhaun, Rotensee und natürlich Sorga präsentieren zu können. Auch Eulalia wird wieder dabei sein und neue Geschichten von ihrem Jupp zum Besten geben.

Die Arbeit für die Karnevalssaison beginnt übrigens in Sorga kurz nach Lolls. Dann fangen die Proben für die Tanzgruppen an, die Dekoration muss gebastelt, das Programm zusammengestellt und ganz viele Dinge erledigt werden. Ihre Buttons zum Beispiel, stellen die weiblichen Elferratsmitglieder selbst her.

Ihre eigene Rede hat Elke Hildebrand bereits in Arbeit. Ideen dafür schreibt sie sich immer gleich auf. Selbst wenn alles gut vorbereitet ist: „Lampenfieber habe ich immer. Ich kann an dem Tag nicht zur Arbeit gehen,“ sagt sie.

Zur Person:

Elke Hildebrand (50) ist in Ronshausen aufgewachsen und lebt seit den 90er Jahren in Sorga. Beruflich ist sie als Verwaltungsfachangestellte beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg tätig. In ihrer Freizeit ist sie nicht nur engagierte Karnevalistin, sondern spielt auch Brennball und geht gerne walken und wandern. Sie hat einen Sohn.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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