1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Endspurt am Pflegeheim auf dem Bad Hersfelder Johannesberg

Erstellt:

Kommentare

Der Rohbau steht: Das neue Pflegeheim am Johannesberg (im Hintergrund der Edeka-Markt) soll im März eröffnet werden. Es ist auf Patienten mit Comorbidität ausgerichtet.
Der Rohbau steht: Das neue Pflegeheim am Johannesberg (im Hintergrund der Edeka-Markt) soll im März eröffnet werden. Es ist auf Patienten mit Comorbidität ausgerichtet. © Kai A. Struthoff

Endspurt auf dem Johannesberg in Bad Hersfeld: Auf der Baustelle für das neue Pflegeheim hinter dem Edeka-Markt am Douglasienweg wird mit Hochdruck gearbeitet.

Bad Hersfeld - Auf dem Parkplatz hinter dem Supermarkt stehen Baufahrzeuge in zweiter Reihe. Bagger wühlen sich durch das rote, matschige Erdreich.

Vor dem Haupteingang steht bereits ein Wegweiser für das „Haus der Betreuung und Pflege Sankt Wigbert“. Im Inneren des hellen und freundlich anmutenden Gebäudes wird gehämmert, gebohrt und gesägt. Kabelbündel hängen von der Decke, Baulampen erhellen noch den letzten Winkel.

Bis zum Jahresende sollen die Rohbauarbeiten der Firma Bickhardt-Bau und ihrer Subunternehmer abgeschlossen sein, dann geht es an den Innenausbau. Im März 2022 soll das neue Pflegeheim eröffnet werden, berichtet Tanja Kurz, Sprecherin des Betreiberunternehmens Korian mit Sitz in München.

In der neuen Einrichtung sollen Menschen mit „Cormorbidität“ – also mit hohem Pflegebedarf und gleichzeitiger seelischer Behinderung betreut und gepflegt werden. „Wie alle anderen, waren auch wir von Lieferengpässen beim Baumaterial und von Materialkostensteigerung betroffen. Dies hatte zur Folge, dass wir aufgrund fehlender Materialien beispielsweise Dekore ändern mussten“, sagt Tanja Kurz. Trotzdem lägen die Arbeiten im Zeitplan.

Trotz des allgemeinen Pflegenotstands seien bereits die ersten Bewerbungen eingegangen. Erste Anfragen gebe es auch von potenziellen Heimbewohnern und ihren Angehörigen. Verträge seien aber noch keine abgeschlossen worden. Insgesamt sollen in dem neuen Pflegeheim bis zu 36 Patienten betreut werden. Die Nachfrage für derartige Pflegeplätze ist hoch. „Aus Mangel an bedarfsgerechten Angeboten wurden Menschen mit Comorbidität in der Vergangenheit in Seniorenpflegeheimen versorgt – eine für diesen Personenkreis ungeeignete Einrichtung, um ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden“, erklärt Sprecherin Tanja Kurz.

 Die Vorderansicht des neuen Pflegeheims auf dem Bad Hersfelder Johannesberg vom Edeka-Parkplatz aus gesehen.
Die Vorderansicht des neuen Pflegeheims auf dem Bad Hersfelder Johannesberg vom Edeka-Parkplatz aus gesehen. © Kai A. Struthoff

Comorbidität ist die fachliche Bezeichnung für das Zusammentreffen von seelischer Behinderung, also chronischer, psychischer Erkrankung, und einer schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten, was eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegegrads 3 oder höher bedeute.

Um diesen Missstand zu beseitigen, wurde 2005 in Hessen ein spezielles „Rahmenkonzept zur vollstationären Versorgung“ von Menschen mit Comorbidität entwickelt. Ziel dieses Konzeptes sei die optimale Betreuung jüngerer Menschen mit einem erhöhten Pflege- und gleichzeitigem Eingliederungshilfebedarf in einem völlig neuen Einrichtungstyp. Hierfür stehe der Einrichtung auch mehr Fachpersonal zur Verfügung. (Kai A. Struthoff)

Auch interessant

Kommentare