Trockener Sommer schmälert Getreideerträge im Landkreis

Ernte-Bilanz  im Landkreis ist durchwachsen

Die Landwirte im Landkreis ziehen eine durchwachsene Erntebilanz: Der trockene Sommer hat die Getreideerträge geschmälert. 

Kreislandwirt Horst Taube aus dem Bebraer Stadtteil Blankenheim spricht – abhängig von Region und Boden – von Ertragseinbußen zwischen zehn und 20 Prozent beim Getreide. Die anhaltende Trockenheit habe sich in Form von kleineren Körnern bemerkbar gemacht. Durch die stabile Wetterlage konnte die Ernte jedoch trocken eingebracht werden. „Dadurch fielen kaum Trocknungskosten an und die Maschinen konnten geschont werden“, unterstreicht der Kreislandwirt.

Die Ernte des Silomaises, der in den vergangenen Tagen als Futter- oder Energiepflanze eingebracht wurde, sei durchaus zufriedenstellend – „wenngleich wir keine Spitzenerträge hatten“.

Nach der Futterknappheit im vergangenen Jahr habe sich die Situation für die Rinderhalter zwar entspannt, dennoch mache sich der fehlende Niederschlag bemerkbar: „Viele Wiesen sind kahl, die Wintervorräte werden mancherorts wohl früher angebrochen als üblich“, vermutet Taube. Niederschläge seien nun auch dringend nötig, damit das im Spätsommer ausgesäte Wintergetreide keimen könne. „Die Ernte war besser als im vorigen Jahr, kam aber an die ursprünglichen Erwartungen nicht heran“, sagt auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Friedhelm Diegel aus dem Alheimer Ortsteil Erdpenhausen. Beim Getreide liege der Ertrag nach Diegels Einschätzung etwa zehn bis 15 Prozent unter der Durchschnittsernte. Dabei gebe es innerhalb des Kreises aber regional große Unterschiede. Die Trockenheit der vergangenen Wochen habe für ideale Bodenverhältnisse bei der Maisernte gesorgt, verdeutlicht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, der sich noch an manche „Schlammschlacht“ vergangener Jahre erinnert.

Im deutschlandweiten Vergleich sei der Kreis noch „mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Diegel mit Blick auf Berufskollegen im Raum Leipzig, die durch sandige Böden und noch geringere Niederschlagsmengen unter extremer Trockenheit gelitten hätten. 

Hessenweit mehr Ertrag als im Vorjahr

Hessenweit haben die Landwirte laut hessischem Bauernverband mit einer Gesamtertragsmenge von 2,2 Millionen Tonnen Getreide den Durchschnitt der letzten sechs Jahre von 2,1 Millionen Tonnen leicht und das schlechte Vorjahresergebnis von 1,7 Millionen Tonnen deutlich übertroffen. Allerdings wurde die Getreideanbaufläche um 25 000 Hektar oder 8,8 Prozent ausgedehnt. Der Durchschnittsertrag lag bei 7,2 Tonnen je Hektar und damit eine Tonne über dem Vorjahr. 

Quelle: Hersfelder Zeitung

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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