Erst einmal zuhören

Silke Kohlwes ist die neue Pfarrerin auf dem Johannesberg

Silke Kohlwes ist die neue Pfarrerin an der Johanneskirche. Sie wurde am Sonntag in ihr Amt eingeführt und stellte sich nun der Gemeinde vor.
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Silke Kohlwes ist die neue Pfarrerin an der Johanneskirche. Sie wurde am Sonntag in ihr Amt eingeführt und stellte sich nun der Gemeinde vor.

Die 48-jährige Silke Kohlwes ist die neue Pfarrerin im größten Bad Hersfelder Stadtteil Johannesberg.

Bad Hersfeld – Menschen kennenlernen und zuhören – das wird in den kommenden Wochen eine von Silke Kohlwes Hauptaufgaben sein. Die 48-Jährige ist die neue Pfarrerin an der Johanneskirche in Bad Hersfeld und sie möchte erst einmal herausfinden, welche Angebote es dort gibt und vor allem, welche Wünsche und Bedürfnisse die Bewohner von Bad Hersfelds größtem Stadtteil haben.

Die Pfarrerstelle auf dem Johannesberg war nach dem Abschied von Holger Grewe ein halbes Jahr vakant – eine gute Zeit, um sich auch in Gedanken von dem zu lösen, was war und sich für Neues zu öffnen, findet Kohlwes. Dabei ist ihr natürlich klar, dass so eine monatelange Vakanz durchaus eine Herausfordrung für diejenigen, die den Pfarrer vertreten, und auch für die Gemeindearbeit ist.

Herausforderungen gab es jedoch in allen Kirchengemeinden seit Beginn der Corona-Pandemie reichlich. Mit digitalen Formaten, Gottesdiensten-to-go und vielen anderen kreativen Ideen haben die Kirchen sich bemüht, Kontakt mit den Gläubigen zu halten. Nun gelte es zu überlegen, welche dieser Angebote aufrecht erhalten werden sollen, sagt Kohlwes.

Ihr ist der persönliche Kontakt zu den Menschen wichtig, die Begleitung von der Taufe bis zur Beerdigung, die Seelsorge. Und sie liebt es, Gottesdienst zu feiern. Den ganz normalen Sonntagsgottesdienst ebenso wie besondere Formate. Mit Freude hat sie festgestellt, dass es solche Angebote in Bad Hersfeld bereits gibt – Literatur- und Filmgottesdienste oder auch die Reihe „Tränenschwer und federleicht“. Da würde sie sich gerne mit einbringen.

Vorstellen kann sie sich auch ein niedrigschwelliges Angebot für Eltern und Kinder. Schließlich gehört zur Gemeinde auch ein großer Kindergarten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pfarrhaus. Das Team der Kita hat sie bereits bei einem ersten Besuch kennengelernt. Auch hier ging es für sie erst einmal ums Zuhören: Gibt es Probleme? Wie läuft die Arbeit? Was wünschen sich die Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter?

Silke Kohlwes stammt aus Schleswig-Holstein. Zur Theologie kam sie über diakonisches Engagement für behinderte Menschen. Als die Nordkirche signalisierte, dass die Chancen, nach Theologiestudum und Vikariat in den Pfarrdienst übernommen zu werden nicht so rosig waren, entschied sie sich zum Umzug nach Kurhessen-Waldeck. „Ich hatte zwar ein zweites Standbein und hätte auch an der Schule unterrichten können, aber ich wollte gerne Pfarrerin werden“, sagt sie. Und das wurde sie, zunächst im Waldecker Land und dann, als diese Stelle im Zuge der Pfarrstellenanpassungen gestrichen wurde, in Liebenau.

Nach Jahren auf dem Dorf hat sie nun die Chance gereizt, in eine Kleinstadt zu ziehen und im Team zu arbeiten. Denn die Johanneskirche und die Stadtkirche bilden eine gemeinsame Gemeinde mit mehreren Pfarrerinnen und Pfarrern.

Dass Bad Hersfeld gar nicht so klein ist und viel zu bieten hat, bemerkte sie schnell und durchaus erfreut. Denn Theaterbesuche gehören zu den Dingen, die sie in ihrer Freizeit gerne tut – außerdem Wandern und Spazierengehen, rudern und lesen. Und natürlich Zeit mit der Familie zu verbringen. Ihr Mann und ihr 14 Jahre alter Sohn sowie Familienhund Ole, ein wuscheliger Eurasier, haben sie nach Bad Hersfeld begleitet. (Christine Zacharias)

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