Erste Wahl – erstes Amt

Amy Petzel (SPD) ist Bad Hersfelds jüngste Stadtverordnete

Hat das Wohl der Stadt und die Politik in Bad Hersfeld im Blick: Amy Petzel ist mit 19 Jahren das jüngste Mitglied in der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung. Sie gehört der SPD-Fraktion an.
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Hat das Wohl der Stadt und die Politik in Bad Hersfeld im Blick: Amy Petzel ist mit 19 Jahren das jüngste Mitglied in der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung. Sie gehört der SPD-Fraktion an.

Die Kommunalwahl war nicht nur der erste Urnengang, bei dem Amy Sabrina Petzel abstimmen durfte. Sie wurde auch als jüngste Stadtverordnete ins Bad Hersfelder Parlament gewählt.

Bad Hersfeld – Dass in den Kommunalparlamenten längst nicht mehr nur alte Männer sitzen, ist klar. Mit 19 Jahren ist Amy Sabrina Petzel trotzdem eher die Ausnahme denn die Regel. Die Studentin der Kunst- und Politikwissenschaften aus Sorga wird als Mitglied der SPD-Fraktion die jüngste Vertreterin in der neu gewählten Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung sein.

Zur Politik kam Petzel, die bei der Kommunwalwahl auf Rang 4 kandidiert hatte, in einer, wie sie selbst sagt, turbulenten Zeit, als der Brexit und die Präsidentschaftswahlen in den USA mit Donald Trump beherrschende Themen waren. „Da habe ich festgestellt, dass ich durchaus politisch bin und eine eigene Meinung habe“, berichtet sie. Eine Klassenfahrt nach Berlin inklusive Besuch des Bundestags habe schließlich den Ausschlag gegeben: Mit 15 Jahren trat Petzel den Jusos bei, der Jugendorganisation der SPD. Mit 18 folgte der Eintritt in die SPD. Eine andere Partei sei für sie nicht in Frage gekommen, nur dort sah die Hersfelderin Themen wie Freiheit und Solidarität bedient, die ihr am Herzen liegen. Dass die SPD Bad Hersfeld sich aktiv für mehr Vielfalt in der Politik einsetze und einer jungen Frau wie ihr die reelle Chance auf den Einzug ins Parlament gab, mache sie stolz.

Dass junge Menschen sich wenig für Politik interessieren, hält sie indes für ein Klischee. „Die Jugend ist nicht so unpolitisch, wie man meint“, sagt die 19-Jährige, die sich auch bei Fridays for Future und als stellvertretende Vorsitzende der Jusos im Kreis engagiert. Gleichwohl gehöre ein wenig Mut dazu, mit seinem Namen und Gesicht öffentlich einzustehen.

Zur Wahl sei sie selbstbewusst angetreten, habe es aber nicht für selbstverständlich gehalten, auch tatsächlich gewählt zu werden. Bedenken, dass sie nicht ernstgenommen wird, hat Petzel nicht. Jedes Alter habe Vor- und Nachteile, und die Mischung aus Jung und Alt, frischem Wind und Erfahrung könne die Politik vor Ort nur bereichern. Der 19-Jährigen ist bewusst, dass zum Polit-Geschäft mitunter aber auch Kritik und Widerstand gehören. „Es gibt Entscheidungen, die müssen getroffen werden, auch wenn es schwierig ist“, weiß die 19-Jährige, das zeige die Corona-Krise. Und ohne Kompromisse gehe es nicht.

Vor ihrer neuen Aufgabe hat Petzel Respekt und eine gewisse Nervosität sei vor der ersten Sitzung vorhanden, vor allem aber sei sie motiviert und gehe mit Freude daran. „Ich nehme das sehr ernst und werde zu jeder Zeit mein Bestes geben“, betont sie mit Blick auf die kommenden fünf Jahre. Zur Vorbereitung hat sie sich bereits mit der Geschäftsordnung auseinandergesetzt. Von den Fraktionskollegen fühlt sie sich gut unterstützt. Die Kommunalwahl 2021 war für sie übrigens gleichzeitig die erste Wahl, bei der sie überhaupt abstimmen durfte.

Die Zeit für das Ehrenamt will die 19-Jährige sich nehmen, der bewusst ist, dass Privates dann auch mal zurückgestellt und die eine oder andere Geburtstagsfeier ausgeschlagen werden muss. Schließlich gehe es nicht nur darum, an den Stadtverordnetensitzungen teilzunehmen, in denen letztlich die Entscheidungen fallen. Wenn neben Politik und Studium noch Zeit bleibt, zeichnet Petzel gern, außerdem hat sie das Radfahren wiederentdeckt.

In der „Stavo“ möchte sie ihre Generation vertreten, besonders wichtig sind ihr zudem die Themen Klima- und Umweltschutz, Bildung und Kultur. Nachdem die Stadt 2020 den Klimanotstand ausgerufen habe, gelte es nun dranzubleiben und die Ziele auch umzusetzen. Zu den Festspielen hat die 19-Jährige ebenso eine klare Meinung: „Ohne sie würde die Stadt den Charakter verlieren.“ (Nadine Maaz)

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