Zigarettenautomat gesprengt

Letzte Chance: Vier Männer wegen Einbruchserie vor Gericht

Amtsgericht Bad Hersfeld in der Dudenstraße
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Das Amtsgericht Bad Hersfeld.

Vier junge Männer mussten sich wegen einer Einbruchserie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor Gericht verantworten.

Bad Hersfeld – Wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle und der Sprengung eines Zigarettenautomaten mussten sich vier junge Männer aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten.

Im Oktober und November 2019 waren die Angeklagten zehn Mal unterwegs, um unter anderem in mehrere Lebensmittelmärkte und Kneipen im Umkreis von Bad Hersfeld und in die Mülldeponie in Friedlos einzubrechen. Die Männer, heute im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, stahlen dabei vor allem Zigaretten, Spirituosen und Bargeld, aber auch andere Gegenstände wie eine Motorkettensäge. Im Dezember 2019 kam noch die Sprengung eines Zigarettenautomaten in Lautenhausen hinzu. Der Schaden beträgt insgesamt mehr als 30 000 Euro und setzt sich aus Sachschaden und Diebesgut zusammen.

Die Angeklagten räumten ihre Taten ein. Drei der jungen Männer waren Richterin Michaela Kilian-Bock bereits durch frühere Vergehen bekannt. Gegen einen der Angeklagten wurde das Verfahren bereits kurz nach Verhandlungsbeginn eingestellt. Er war nur bei einer der elf Taten als Fahrer beteiligt und hatte kürzlich eine 14-tägige Arrest-Strafe aufgrund eines anderen Vergehens verbüßt. „Ich sehe eine Veränderung in seinem Verhalten, vor mir sitzt jetzt ein anderer Mensch. Daher würde ich von einer weiteren Strafe absehen“, sagte sie über den 21-Jährigen. Auch er bestätigt: „Ich habe viel nachgedacht. Es war dumm von mir und es tut mir wirklich leid.“

Den beiden anderen Vorbestraften wurde im Mai 2020 wegen einer früheren, gemeinsam ausgeübten Straftat das Tragen einer Fußfessel auferlegt. Tagsüber können sich die jungen Männer frei bewegen, ab einer bestimmten Uhrzeit müssen sie abends jedoch zu Hause sein und die Nacht auch dort verbringen. Einer der Angeklagten sagte darüber: „Die Fußfessel ist zwar eigentlich eine Strafe, aber mittlerweile bin ich wirklich dankbar dafür. Ich habe dadurch wieder einen geregelten Tagesablauf bekommen, ich habe mein Leben jetzt im Griff.“

Auch die anderen beiden haben Pläne für ihre Zukunft entworfen. Die Richterin verurteilte die vorbestraften Angeklagten zu ein Jahr und neun Monaten Haft sowie zu zwei Jahren Haft. Beide Strafen werden jedoch auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Auch die Fußfesseln bleiben den Männern noch erhalten. Der bislang nicht vorbestrafte Angeklagte erhielt eine Betreuungsweisung von einem Jahr. Außerdem müssen alle drei einen Wertersatz für ihre Straftaten zwischen 10 000 und 12 000 Euro leisten.

„Das ist heute Ihre letzte Chance. Ich hoffe, Sie nutzen sie“, mahnte Richterin Kilian-Bock zum Abschluss. Die Angeklagten sowie die Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil bereits rechtskräftig. (Anna Weyh)

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