Einsatz für mehr Aufklärung

Eschweger plant Christopher-Street-Day in Bad Hersfeld

Er möchte einen Christopher-Street-Day in Bad Hersfeld organisieren: Daniel Seelos (23) aus Eschwege hat eine CSD-Gruppe für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg gegründet.
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Er möchte einen Christopher-Street-Day in Bad Hersfeld organisieren: Daniel Seelos (23) aus Eschwege hat eine CSD-Gruppe für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg gegründet.

In der Kreisstadt Bad Hersfeld soll es in diesem Jahr einen Christopher-Street-Day (CSD) geben. Der 23-jährige Daniel Seelos aus Eschwege will das organisieren.

Bad Hersfeld - Der Christopher-Street-Day ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag, an dem Personen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, für ihre Rechte einstehen und gegen Ausgrenzung auf die Straße gehen. Daniel Seelos möchte Menschen, die einer sexuellen Minderheit angehören, helfen. Er selbst wurde bereits Opfer von Diskriminierung und Anfeindungen, nachdem er sich öffentlich zu seiner Bisexualität bekannt hatte.

Deshalb möchte er nun in Bad Hersfeld einen CSD veranstalten, um Menschen, denen es geht wie ihm, eine Plattform zu geben. Vor einigen Wochen hat er eine entsprechende CSD-Gruppe für den Kreis Hersfeld-Rotenburg gegründet.

In seiner Heimatstadt Eschwege besteht eine, ebenfalls von Seelos gegründete CSD-Gruppe bereits seit März letzten Jahres. Im November fand dort der erste Christopher-Street-Day statt. „Ich hatte nicht erwartet, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden wird, deshalb bin ich erleichtert, dass es funktioniert hat“, sagt Seelos. Dennoch gibt der 23-Jährige zu bedenken, dass diese Veranstaltung nur ein kleiner Schritt ist, hin zu einem offeneren Umgang mit der sogenannten LGBTQ-Communitiy. Dies ist eine aus dem englischen Sprachraum stammende Abkürzung für alle Menschen, die sexuellen Minderheiten angehören: Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bisexual (bisexuell), Transgender (transsexuell) und Queer (englische Sammelbezeichnung für nicht-heterosexuelle Menschen aller Geschlechter).

Bei dem ersten CSD in Eschwege haben rund 20 Leute teilgenommen. Dass er seine Gruppe nun auch auf den Kreis Hersfeld-Rotenburg erweitert hat, verdanke er einer Kollegin, die hier lebt, erzählt Seelos.

Auf ihre Hilfe sei er auch bei der Planung des CSD in der Kreisstadt angewiesen. Sobald sie gemeinsam eine Tour erarbeitet haben, wollen sie sich an die Stadt wenden und ihre Veranstaltung anmelden. Geplant ist ein Zug durch die Innenstadt, an dem sich alle Interessierten anschließen können.

Seelos hofft, dass sich dadurch Menschen ermutigt fühlen, sich zu outen. Zudem soll auf die Rechte der LGBTQ-Communitiy aufmerksam gemacht werden. „Mensch ist Mensch“, lautet das Motto von Daniel Seelos.

Der selbstständige Unternehmer ist selbst ein Neuling in der Szene. Andere CSDs, die es in den meisten größeren Städten gibt, hat er noch nicht besucht. Jetzt möchte er sich aber in seiner Heimatregion für mehr Aufklärung einsetzen, insbesondere im Bildungswesen. Sein Wunsch ist es, einen Austausch zwischen Schülern, Lehrern und Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität Ausgrenzung erfahren haben, herzustellen.

Die Arbeit in den CSD-Gruppen im Werra-Meißner-Kreis sowie im Kreis Hersfeld-Rotenburg kann man zudem in den sozialen Medien verfolgen. Seelos gibt zu verstehen: „Die LGBTQ-Community ist eine große Familie.“

Kontakt: „CSD Hersfeld Rotenburg“ lautet der Name der Facebook-Seite, über die der Gründer Daniel Seelos erreichbar ist. Unter gleichem Namen existiert zudem ein Instagram-Profil. (Laura Hellwig)

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