51-Jähriger am Amtsgericht Bad Hersfeld verurteilt

Ex-Partnerin aus Rotenburg verfolgt: Stalker muss ins Gefängnis

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
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Symbolbild Gericht

Weil er seine Ex-Partnerin aus Rotenburg verfolgt und auch ein Annäherungsverbot missachtet hat, ist ein 51-Jähriger jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Bad Hersfeld - Stalking, Hausfriedensbruch, Bedrohung und versuchte Nötigung – wegen jener Tatbestände ist ein 51 Jahre alter Rettungssanitäter jetzt am Amtsgericht Bad Hersfeld zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Der Mann, der mittlerweile in Norddeutschland lebt, hatte seine Ex-Partnerin, eine 42-jährige Rotenburgerin, nach Beendigung ihrer Beziehung im August 2018 hartnäckig mit Anrufen und Handy-Nachrichten verfolgt. Er war zudem mehrfach in ihr Haus eingebrochen und hatte sie bedroht (unsere Zeitung berichtete bereits).

Aus den Chat-Verläufen zwischen dem Angeklagten und der Geschädigten wurde deutlich, dass der Angeklagte schon während der Beziehung eine extremst dominante Position einnahm.

Er befahl der Rotenburgerin, wie sich ihm gegenüber zu verhalten hatte oder wie sich kleiden sollte. Folgte sie seinen Anweisungen nicht, drohte er damit, sie zu verlassen. Auch nach Beendigung der laut der Geschädigten von vornherein schwierigen Beziehung ließ der Angeklagte nicht von ihr ab.

Die 42-Jährige, die im Prozess als Nebenklägerin auftrat, erwirkte ein Annäherungsverbot beim Amtsgericht, das er jedoch immer wieder ignorierte.

Er setzte sich mehrfach unter falschem Namen mit ihr in Verbindung, und es gab auch lange Zeit später immer wieder Vorfälle, wo die Rotenburgerin auf anzügliche Weise kontaktiert wurde, etwa durch einen vermeintlichen Arbeitskollegen, den es jedoch gar nicht gab, oder durch angebliche Kaufinteressenten über Ebay-Kleinanzeigen.

Tatsächlich nachzuweisen war dem Angeklagten nicht in allen Fällen, dass es sich dabei um ihn als eigentlichen Verfasser handelte.

Ein vom Gericht hinzugezogener Sachverständiger konnte bei dem Angeklagten keine Persönlichkeitsstörung feststellen, allerdings gäbe es Akzentuierungen in einigen Punkten.

Das psychologische Gutachten bestätigte eine schwere depressive Phase im Herbst 2018. Die Einsichts- und Steuerfähigkeit des 51-Jährigen sei jedoch im Zeitraum der meisten Vergehen nicht eingeschränkt gewesen, sodass sich Richterin Christina Dern gegen eine verminderte Schuldfähigkeit entschied. Auch die Ernsthaftigkeit der Suizidversuche des Angeklagten wurde aufgrund seiner enorm schnellen Regenerationsphasen infrage gestellt.

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht zwar teilgeständig, jedoch sah Dern keine wirkliche Einsicht. Dafür sprach laut der Richterin auch seine Vorstrafe. Er hatte vor etwa 20 Jahren auch seine Ex-Frau und Mutter seiner beiden Kinder über längere Zeit verfolgt und sogar vergewaltigt. Dern ist sich sicher: „Es hätte auch hier zu einer Eskalation kommen können.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Anna Weyh)

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