Gekappter Verbindungsweg

Feldweg endet an Werkszaun: Unmut in Sorga und Kathus

Zwei Männer stehen auf einem Feldweg. Links Ortsvorsteher von Kathus, Michael Barth, rechts Marc Eidam, Magistratsmitglied. Der Feldweg, auf dem sie stehen, endet hinter ihnen an einem Zaun am Grundstück der Firma Leist. Im Hintergrund sind Felder, Wiesen und Bäume zu sehen.
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Der Weg des Anstoßes: Ortsvorsteher Michael Barth (links) und Magistratsmitglied Marc Eidam auf dem Feldweg zwischen Kathus und Sorga, der seit einem Grundstücksverkauf am Zaun der Firma Leist (im Hintergrund) endet. Eine mögliche Alternative würde um die Felder rechts im Bild herumführen und bei den Bäumen am oberen rechten Bildrand enden. Er wäre aber rund 400 Meter länger und vor allem steiler.

Ein Feldweg zwischen Sorga und Kathus endet an einem Grundstückszaun der Firma Leist. Eine gute Alternative gibt es nicht und das sorgt für Unzufriedenheit bei den Bürgern.

Kathus/Sorga – Seit mehr als fünf Jahren sorgt der vielgenutzte Feldweg zwischen Sorga und Kathus durch die Wiesen im Solztal für Unmut bei den Menschen in den beiden Bad Hersfelder Stadtteilen. Im Februar 2016 wurde ein Grundstück, über das der Weg führte, an den Unternehmer Heinrich Leist verkauft. Seither endet der Weg an seinem Zaun. Der Ortsbeirat war über den Grundstücksverkauf zwar informiert, hatte ihn aber einstimmig abgelehnt, weil eine Alternativverbindung fehlte.

„Wir machen Heinrich Leist gar keinen Vorwurf“, stellt Kathus Ortsvorsteher Michael Barth (FWG) klar. Das Grundstück wurde rechtmäßig erworben. Auf einen Ersatzweg, den die Stadt beim Verkauf zugesagt hatte, warten die Bürger von Sorga und Kathus aber bis heute. Besonders ärgerlich: Anfragen des Ortsbeirats blieben vom Rathaus unbeantwortet.

„Dutzende von Bürgern nutzen diesen Weg täglich“, erklärt Marc Eidam, der für die FDP im Magistrat sitzt und selbst in Kathus wohnt. Er stelle für Hundebesitzer, Spaziergänger, Jogger oder Radfahrer die kürzeste Verbindung zwischen beiden Ortsteilen dar. „Inzwischen suchen sich einige ihren Weg über die Felder, aber das ist nicht im Sinne der Landwirte“, stellt Michael Barth klar. Ein möglicher Alternativweg würde um ein Feld („Auf den Rückenwiesen“) herumführen, wäre aber fast doppelt so lang und durch eine Steigung für Kinderwagen, Radfahrer und ältere Menschen nur schwer gangbar.

„Die jüngsten Versuche des Ortsbeirates Kathus, den Vorgang nochmal anzugehen und vielleicht doch noch in absehbarer Zeit eine einvernehmliche Lösung zu finden, blieben gänzlich ohne Reaktion oder Kommentar aus dem Rathaus“, ärgert sich Michael Barth. In der nächsten öffentlichen Ortsbeiratssitzung in Kathus am 18. November steht das leidige Thema erneut auf der Tagesordnung.

Mike Ebert, der Sprecher des Rathauses räumt auf Anfrage der Hersfelder Zeitung Versäumnisse bei der Kommunikation mit den Ortsbeiräten ein. Trotzdem macht Ebert den Bewohnern beider Ortsteile keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Alternative Wegeführungen, etwa am Grundstück der Firma Leist entlang, seien am Widerstand der Eigentümer der davon tangierten Parzellen, aber auch an Auflagen in diesem Naturschutzgebiet gescheitert. Den längeren Weg um ein Feld herum hält man auch im Rathaus für zu steil und daher nicht realisierbar.

„Wir hoffen nun auf eine Lösung im Zuge des laufenden Flurbereinigungsverfahrens“, erklärt Ebert. Dies sei allein schon wegen des Hochwasserschutzes im immer wieder von Überschwemmungen betroffenen Solztal nötig. „Aber das kann noch ein paar Jahre dauern“, räumt Ebert ein. Bis dahin soll aber wenigstens die Kommunikaltion zwischen Rathaus und Ortsbeiräte in dieser Frage „informatorisch auf eine solide Basis gestellt werden“, sichert Ebert zu.

Das sagt Heinrich Leist

Der Unternehmer Heinrich Leist versteht die Aufregung um den Feldweg nicht. Er fordert die Stadt auf, die rund 400 Meter längere Ausweichroute um das Feld herum zu befestigen. „Wenn ich spazieren gehe, stören mich ein paar Meter mehr doch nicht“, sagt Leist und erinnert daran, dass es nicht um einen offiziellen Verbindungsweg, sondern um einen Feldweg geht. Einfach die Tore zu seinem Werksgelände zu öffnen und so den Durchgang zu ermöglichen, sei aufgrund des starken Lkw-Verkehrs dort und aus damit verbundenen Sicherheits- und Versicherungsgründen nicht möglich, sagt er. (Kai A. Struthoff)

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