Dieter Wedel will auch Pausen in den Stücken

Festspiel-Intendant Wedel: Weniger Plätze und höhere Eintrittspreise

Andratx/Bad Hersfeld. Der neue Intendant der Bad Hersfelder Festspiele plant in seinem ersten Jahr einschneidende Veränderungen. Dieter Wedel will den Ablauf des Festivals umkrempeln, die Zahl der Sitzplätze in der Ruine deutlich reduzieren und gleichzeitig die Eintrittspreise erhöhen.

Das erklärte Wedel exklusiv gegenüber unserer Zeitung in seiner mallorquinischen Wahlheimat. Die Tribüne, die bisher 1600 Zuschauer fasst, entspricht seit Jahren nicht mehr den Sicherheitsvorschriften, genießt aber Bestandsschutz. Es fehlen Ausgänge und Fluchtwege.

Deshalb hat er den Magistrat gebeten, eine neue Tribüne mit nur noch 1200 Plätzen zu bewilligen. Das Gremium hat am Montag darüber beraten, aber noch keine Entscheidung gefällt. Für Wedel ist das eine zentrale Forderung, um die Festspiele modernen Gegebenheiten anzupassen: „Die Theaterwelt hat sich verändert.“

Neben dem Sicherheitsaspekt geht es dem 72-Jährigen auch um die Bequemlichkeit der Zuschauer. Sie sollen mehr Beinfreiheit und eine bessere Sicht haben. Außerdem will er längere Stücke unterbrechen: „Es gibt Menschen, die nicht mehr in die Festspiele gehen, weil sie zwischendrin nicht austreten können.“ Pausen waren bisher auch wegen der nur zwei Ausgänge nicht möglich.

Eine weitere Veränderung betrifft den Spielplan: Die Spielzeit 2015 dauert zwar wie gehabt von Anfang Juni bis Anfang August. Doch die Stücke sollen nicht mehr täglich wechseln, sondern in Blöcken aufgeführt werden. Das soll Geld sparen: Das Bühnenbild muss seltener umgebaut werden, die Schauspielerverträge haben eine kürzere Laufzeit. Zusätzlich soll ein Stück im Park des Stiftsbezirks gespielt werden. Den Spielplan will Wedel am 28. November vorstellen.

Details zu den Eintrittspreisen wurden noch nicht bekannt.

Mehr Stars für Hersfeld

Wedel will die überregionale Bedeutung der Festspiele wieder steigern. Er will erreichen, dass auch überregionales Publikum nach Bad Hersfeld kommt. „Dafür muss man Stars und Stücke bringen, die man sonst nicht sehen kann“, sagt Wedel.

Die Qualität müsse aber an erster Stelle stehen: „Namen um der Namen willen darf es nicht geben.“ Insgesamt soll der Besuch der Festspiele für die Zuschauer ein Gesamterlebnis werden. Zu den geplanten Stücken wollte sich Wedel noch nicht äußern.

Ein Porträt des Intendanten in seiner mallorquinischen Wahlheimat sowie seine Pläne für ein neues Drehbuch lesen Sie in der gedruckten Rotenburger Allgemeinen.

Von Marcus Janz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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