Raum für die Fantasie

Festspiele: Ensemble des "Tapferen Schneiderlein" in Bad Hersfeld vorgestellt

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So könnte es aussehen: Das Ensemble von „Das tapfere Schneiderlein“ – Marcel Bartsch, Elisabeth Degen (halb verdeckt), Sasha Bornemann, Andrés Mendez, Roland Schreglmann, Franziska Reichenbacher, Sara Elena Timpe, Barbara Fumian (Bühne/Kostüm) und Yorick Tortochaux (von links) vermittelte erste Eindrücke aus der Inszenierung. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Knapp zwei Wochen noch bis zur ersten Premiere der Bad Hersfelder Festspiele 2017. Bereits zehn Tage vor der offiziellen Eröffnung müssen die Macher des „Tapferen Schneiderleins“ im Zelt neben der Stiftsruine präsentieren, was sie in bis dahin vier Wochen Probenzeit erarbeitet haben. Regisseurin und Autorin Franziska Reichenbacher stellte jetzt das Ensemble und ihr Konzept vor.

Ein Aufschneider ist dieses Tapfere Schneiderlein nicht. Den Gürtel, der ihn als einen vermeintlichen Helden ausweist, der „Sieben auf einen Streich“ erledigt hat, hat dem jungen Mann seine Freundin Elli mehr so aus Spaß geschenkt. Doch wie so oft im Leben: Die Wahrheit will niemand hören, jeder hält lieber an dem Bild fest, das er sich von einem Menschen oder einer Sache gemacht hat.

Menschen verändern sich

Was der Gürtel, was Vermutungen oder Behauptungen mit Menschen machen, wie sie die Wahrnehmung der Umwelt und damit auch den Menschen selbst verändern, das ist ein Thema, das Franziska Reichenbacher in ihrer Inszenierung bearbeiten will.

Das soll auch den Kindern deutlich werden, ohne dass das Theaterstück mit der pädagogischen Keule daher kommt. Vor allem aber sollen die Kinder und auch Erwachsene, viel Freude haben an diesem etwas rustikaleren Märchen der Brüder Grimm. Spannend soll es sein und unterhaltsam und auch lustig, ohne dass die Geschichte oder die Figuren für Gags geopfert werden.

Die große Bedeutung des Theaters für Kinder bei den Bad Hersfelder Festspielen hatten eingangs Alfons Retting vom Hauptsponsor Sparkasse und Erster Stadtrat Gunter Grimm betont. „Die Festspile brauchen das nachwachsene Publikum“, betonte Retting.

Zum Hofschneider befördert: Schneiderlein (Sasha Bornemann) nimmt Maß bei der Finanzministerin (Elisabeth Degen).

Für die Hauptrolle des Schneiders Fritz Zwibbel hat Franziska Reichenbacher Sasha Bornemann gewonnen, der bereits im vergangenen Jahr als Dummling in der Goldenen Gans zu sehen war. Neele Pettig spielt seine Freundin Ellie. Neu in Bad Hersfeld ist Sarah Elena Timpe, die die Prinzessin spielen wird. Sie ist aus der Telenovela „Sturm der Liebe“ bekannt, war auber auch bei „Um Himmels Willen“ und „Großstadtrevier“ zu sehen.

Elisabeth Degen hat dagegen bereits Ruinenerfahrung. Sie stand mit ihrem Vater Michael Degen 1995 im König Lear auf der Bühne. Sie verkörpert im Schneiderlein den Finanzminister.

Yorik Tortochaux spielt den änglichen König, Roland Schregelmann den Metzger „August der Starke“, Andrés Mendez den General und Marcel Bartsch wird in gleich drei Rollen zu sehen sein.

Kreative Prozesse

Die Bühne und die Kostüme werden von Barbara Fumian gestaltet. Sie setzt darauf, dass das Zirkuszelt, in dem gespielt wird, auch als solches erkennbar ist, zugleich aber als Werkstatt, Schloss oder Wald eine Rolle spielt. Auf jeden Fall, das ist Franziska Reichenbacher und ihrem Ensemble ganz wichtig, soll Raum für Fantasie bleiben, sollen sich kreative Prozesse im Kopf der Zuschauer abspielen.

Hier, wie auch an den Kostümen gibt es in den kommenden Tagen noch jede Menge Arbeit, bis zur Premiere am 13. Juni. Gespielt wird das Tapfere Schneiderlein bis zu 9. Juli. Vor allem für die Termine in den Ferien gibt es noch Karten.

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