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Festspiele: Mathias Renneisen spielt in „Volpone“ den Anwalt Voltore

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Viel unterwegs ist Mathias Renneisen: Zwischen zwei Abenden auf der Bühne im Schloss Eichhof fährt er mal für die Aufnahme eines Hörspiels nach Berlin.
Viel unterwegs ist Mathias Renneisen: Zwischen zwei Abenden auf der Bühne im Schloss Eichhof fährt er mal für die Aufnahme eines Hörspiels nach Berlin. © Eden Sophie Rimbach

Mathias Renneisen ist ein Schauspieler, der seine Rollen immer ernst nimmt. Wir stellen den Darsteller, der im Eichhof-Stück „Volpone“ den Anwalt spielt, vor.

Bad Hersfeld – Fruchtiges Porridge, das auch bei seinen beiden Kindern gut ankommt: Das steht bei Mathias Renneisen auf dem Tisch, wenn er Energie für die Proben braucht. Bei dem Schauspieler gibt es zwei Arten des Frühstücks. In der Probenzeit gibt es Porridge mit Hafermilch. Obendrauf kommt entweder Apfel-Mango-Mark oder einfach Obst mit etwas Zimt.

Das gebe Energie und halte die Konzentration. Steht er dagegen für Vorstellungen auf der Bühne, beginnt sein Tag entsprechend später. Ein oder zwei Tassen Kaffee reichen dann aus.

Seine Partnerin, die siebenjährige Tochter und der vierjährige Sohn sind mit ihm in Bad Hersfeld. „Es geht erstaunlich gut“, sagt er darüber, wie sich sein Beruf mit der Familie verbinden lässt. Mit der Einschulung seiner Tochter habe sich einiges verändert, doch mit genauer Organisation und erstmals der Hilfe eines Au-Pairs funktioniere es. Jetzt in den Ferien genieße die Familie die gemeinsame Zeit hier.

Gern hätte die Tochter ihn auch in „Volpone“ gesehen. Doch da einige Szenen nicht für Kinder geeignet sind, durften beide Kinder stattdessen mit in die Maske und zusehen, wie Renneisen unter anderem die türkisfarbene Perücke aufgesetzt wird.

Entscheidung fürs Schauspiel ist mit 17 gefallen

Selbst ist Renneisen vor allem mit zwei Medien aufgewachsen: dem Film und Hörspielen wie der Reihe „Die drei Fragezeichen“. „Die letztendliche Entscheidung ist dann so mit 17 gefallen“, erinnert sich der 35-Jährige daran, wie er als Jugendlicher in „Anne Frank“ den Peter spielte.

Denn nach ersten Erfahrungen in der Theater-AG ab dem Alter von zwölf Jahren war der gebürtige Bensheimer auf eine Zeitungsanzeige des Staatstheaters Darmstadt aufmerksam geworden. Die Rollen der Anne und des Peters sollten von Jugendlichen besetzt werden.

Er sprach mit einer Szene aus Borcherts „Draußen vor der Tür“ vor und überzeugte. Auch die damalige Darstellerin der Anne habe später den Weg der Schauspielerin gewählt.

Dass Renneisen viel Achtung vor anderen Schauspielern und seinen Figuren hat, merkt man im Gespräch mit ihm schnell. „Ich wollte den“, sagt er über den „Volpone“-Anwalt Voltore.

Zur Vorbereitung auf die Rolle, die zwischen den anderen des Stücks eine gewisse Ruhe in das Schrille bringt, habe er sich viel mit Anwälten im Film beschäftigt. Szenen aus „Die zwölf Geschworenen“ und „Die Jury“ sowie Textpassagen aus „Terror“ habe er dafür genutzt, leider aber keine echte Verhandlung mehr besuchen können.

Mit dem VW-Bus bis nach Portugal

„Die guten Anwälte verraten ihre Strategie nicht“, sagt er: „Die reagieren nicht emotional, sondern sie lösen in anderen Emotionen aus.“ Voltore sei ein Denker, dem kein Mittel zu schade sei. Vielleicht habe sein Alltag als Anwalt etwas mit Voltores Moral gemacht. Renneisen nimmt Voltore – wie all seine Rollen – absolut ernst, was nicht bedeute, dass keine Komik entstehen könne.

Renneisen verrät, dass die Szene, in der gebetet wird, nicht so im Stück stehe. „Solche Sachen entstehen, wenn man so viel Raum lässt zum Ausprobieren“, sagt er über die Arbeit mit der Regisseurin. Dem Text habe er lediglich ein „Amen“ hinzugefügt.

Wenn Renneisen nicht auf der Bühne, vor der Kamera oder für Hörspiele hinter dem Mikrofon steht, reist er gern. Bis nach Portugal ist er mit seinem 1993er VW-Bus gefahren. Seit sieben Jahren hat er den Camper, den er gerade für Arbeiten komplett entkernt hat.

Was die Leser sonst noch über Renneisen wissen sollten? „Dass ich hier eine sehr schöne und entspannte Zeit habe“, lobt er seinen Aufenthalt in Bad Hersfeld.

(Eden Sophie Rimbach)

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