Neustrukturierung nach dem Aus für die Oper in der Stiftsruine

Festspiele schaffen Sparte für die Klassik

Bad Hersfeld. Nach dem Aus für die Oper in der Stiftsruine in ihrer bisherigen Form wollen die Bad Hersfelder Festspiele die klassische Musik in einer eigenen Sparte etablieren.

Dies machten Intendant Dieter Wedel und der für die Klassik zuständige musikalische Leiter Ulrich Manfred Metzger deutlich.

In der bevorstehenden Spielzeit wird mit zwei Aufführungen von Verdis Requiem sowie dem Abschiedskonzert von René Kollo ein Anfang gemacht. 2017 könnte dann auch wieder eine Operninszenierung auf dem Programm stehen.

Wesentlicher Baustein der Neustrukturierung war die Gründung des Hessischen Konzert- und Festspielchors als Partner der Bad Hersfelder Festspiele. Diesem Projektchor, der in Frankfurt, Marburg und Bad Hersfeld probt, gehören bereits 100 Sängerinnen und Sänger an, darunter etliche aus dem Festspielchor von Siegfried Heinrich, dem bisherigen Leiter der Oper in der Stiftsruine.

„Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Chören sein“, versicherte Metzger im Gespräch mit unserer Zeitung, denn sowohl Heinrichs Opernchor wie der dem Schauspiel und dem Musical der Festspiele eng verbundene Chorverein existieren weiter.

„Uns Sängern geht es um die Auftritte in der Stiftsruine“, sagt Eva Naumann, die früher bei Heinrich mitwirkte und jetzt die 1. Vorsitzende des neuen Chores ist.

Die neue Klassik-Sparte der Festspiele sei jedoch „kein Schuss gegen Heinrich“, bekräftigt Ulrich Metzger, der wie Dieter Wedel großen Respekt vor dem Lebenswerk des Professors hat. Deshalb werden Mitglieder des von Heinrich in Bad Hersfeld eingeführten Ensembles der Virtuosi Brunenses am 6. und 8. August das Karslbader Sinfonie-Orchester verstärken, das unter Metzgers Dirigat in der Stiftsruine die „Messa da Requiem“ spielen wird.

Die Einrichtung der neuen Klassik-Sparte unter dem Dach der Bad Hersfelder Festspiele erklärt sich durch den Ablauf eines Vertrages, der bislang das Nebeneinander von Festspielen und der vom Arbeitskreis für Musik (AfM) veranstalteten „Oper in der Stiftsruine“ regelte. Darin ging es um Zuständigkeiten, Termine und die Nutzung der Stiftsruine. Das Land Hessen als Eigentümer des Denkmals hatte die künftige Unterstützung beider Kulturträger von einem Zusammenwirken abhängig gemacht. Die Verhandlungen zwischen der Stadt mit den Festspielen und dem AfM blieben jedoch erfolglos, sodass die Oper in der bisherigen Organisationsform außen vor blieb.

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