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Bunt, kreativ, laut - knapp 50 Gruppen beim Lolls-Festzug

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Von: Laura Hellwig

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Sagen nach 20 Jahren Tschüss: Die „Flying Panzerknacker“ haben mit ihrem Teamgeist den Mannschaftslauf beim Lollslauf bereichert.
Sagen nach 20 Jahren Tschüss: Die „Flying Panzerknacker“ haben mit ihrem Teamgeist den Mannschaftslauf beim Lollslauf bereichert. © Laura Hellwig

Die Resonanz war riesig: Tausende begeisterte Besucher säumten den Festzug, der sich zum Auftakt des Lullusfestes durch die Straßen von Bad Hersfeld zog.

Bad Hersfeld – Bonbons fliegen durch die Luft, Traktoren und Lkw ziehen große Motivwagen durch enge Menschenmengen und laute Musik hallt durch die Straßen der Kreisstadt. 47 Gruppen haben sich für den Lolls-Festzug ins Zeug gelegt, in den vergangenen Tagen ihre Wagen gestaltet, Choreografien einstudiert, sich verkleidet und sich mit Süßigkeiten eingedeckt.

Beim Festzug wurde an alte Traditionen nahtlos angeknüpft. So haben in bewährter Weise die Herolde des Reitvereins Hilperhausen und der Stadtmusikverein Bad Hersfeld 1965 den Umzug angeführt. Vorne mit dabei waren auch die Bad Hersfelder Mönche, die einen mobilen Nachbau des Katharinenturms dabei hatten sowie der Feuermeister und der Magistrat, begleitet von Delegationen der Partnerstädte und Ehrengästen.

Die Lieder aus dem Musical „Goethe!“ ertönten vom Wagen der Bad Hersfelder Festspiele, der mit Requisiten aus den diesjährigen Inszenierungen gestaltet war. Den Festspielern schloss sich der Motivwagen des Lullusfestvereins an, dessen Mitglieder mit Kastanienmeisterin Miley durch die Straßen zogen. Neben dem Stadtmusikverein Bad Hersfeld unterhielten auch die „Burghaun Castle Pipes & Drums“ sowie der Musikzug des TSV Bebra 1887 die Menschen am Straßenrand mit ihren Musikstücken.

Menschen überall: Auf der gesamten Festzug-Strecke tummelten sich die Zuschauer am Lollsmontag, wie hier an der Dippelstraße.
Menschen überall: Auf der gesamten Festzug-Strecke tummelten sich die Zuschauer am Lollsmontag, wie hier an der Dippelstraße. © Laura Hellwig

Landkreis feiert auf dem Lullusfest

Auf dem nächsten großen Wagen wurde für das Handwerk geworben: „Verachtet mir die Meister nicht und ehrt ihren Stand. Als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das Land“, stand auf dem Plakat der Kreishandwerkerschaft. Es folgten ein Gespann des Landkreises unter dem Motto „Der Landkreis, das steht fest, feiert seinen 50sten auch auf’m Lullusfest“ sowie eine Fußgruppe. Unter anderem als bunte Lebkuchen-Herzen und Kastanien waren die Mitarbeiter und Freunde des „wortreich“ verkleidet, die hinter ihrem bekannten roten Bully liefen.

Den Festzug haben die Freunde der Kajüte zum Anlass genommen, um nochmal ausgiebig zu feiern. „Lolls ohne Kajüte, das tut uns weh... Zur 5ten Jahreszeit werden wir uns am Fierche sicher seh’n“, verkündete das Banner. Nach 40 Jahren hatte die Kult-Kneipe am Marktplatz in diesem Jahr geschlossen.

Liebevoll gestaltet war der Motivwagen der Siedlergemeinschaft am Lax. Zu Fuß begleitet wurde die „MS Lax“ von Tiefseebewohnern wie Sponge Bob und einer Taucherin, die den gesamten Festzug in Schwimmflossen bestritt.

Sportlich auf dem Lolls-Wagen: Die Gruppe C. C. Sports zeigte ihre Jumping-Choreografie. Hinter dem pink-schwarzen Motivwagen ließen die Sportlerinnen die Hula-Hoops kreisen.
Sportlich auf dem Lolls-Wagen: Die Gruppe C. C. Sports zeigte ihre Jumping-Choreografie. Hinter dem pink-schwarzen Motivwagen ließen die Sportlerinnen die Hula-Hoops kreisen. © Steffen Sennewald

Eine besondere sportliche Herausforderung stellte der Lollsumzug für Tanzgruppen und Sportler dar. Immer wieder präsentierten das Tanzstudio Birgitt Fründ, die Sparkling Dance Crew und die Tanzschmiede „Easy Dance Techniques“ ihre Choreografien. Auf dem Anhänger von C.C. Sports wurde Trampolin gehüpft und der Hula-Hoop-Reif geschwungen. Auf sein Sportprogramm hingewiesen hat das neu eröffnete Fitnessstudio Cleverfit. Ins Schwitzen gekommen sind auch OnReKa und HaZetti, die beiden Maskottchen der Hersfelder Zeitung, die mit einer kleinen Fußgruppe am Umzug teilgenommen hat.

Mit Luftballons, einem Nachbau des Kirchturms, einem kleinen Fierche und vielen Details war der Wagen der Hersfelder Schützengilde verziert. Ähnlich war auch der Wagen der Kita Rappelkiste gestaltet, dem eine große Fußgruppe der SJD Die Falken folgte.

Laute Musik und Party-Stimmung

Im Wettstreit um die lauteste Musik und beste Party-Stimmung mischten der Lkw von DJ BenH, die Kirmesburschen Kathus und die Kirmesburschen Beiershausen mit. Hier jagte ein Hit den nächsten, die Wagen bebten und die Zuschauer sangen die bekannten Texte begeistert mit, vor allem beim Lullusbrunnen, der Konrad-Duden-Schule und in der Klausstraße.

Zwei kräftige Pferde haben die Kutsche des Frauenchores Rjabinuschki gezogen. Einen Teddybär im Rollstuhl hatte das Jugendrotkreuz im Schlepptau. Mit ihren bunten Kostümen und zahlreichen Teilnehmern fiel die Gruppe der DGUV auf. Aus Niederaula waren die Mitarbeiter und Freunde des Restaurantes Zum Alten Forsthaus gekommen. Die Hersfelder Rehkitzrettung wies mit Flyern auf ihre Arbeit hin.

Ihre Tricks mit dem Fußball zeigten die Kinder der JSG Sorga/Kathus. Vom Lollslauf verabschiedet haben sich die „Flying Panzerknacker“. 20 Jahre haben die Männer im Kostüm am Zehn-Kilometer-Mannschaftslauf teilgenommen. Mit seinem großen Lkw war das THW beim Umzug dabei, gefolgt von den Hundefreunden Bad Hersfeld. „Fit und Gesund durch Sport mit Hund“ lautete das Motto des Vereins. Mit ihren bunten Hexen-Kostümen ist die Tanzgruppe Triskele aufgefallen, gefolgt von einem Motivwagen der Firma Holz Jung und den Johannitern.

„Findet in Hersfeld die 5. Jahreszeit statt, rufen wir: Enner, Zwoon, Dräin, Schachmatt“, titelte der Schulschach Förderverein. Während Lolls für die Herschfeller die 5. Jahreszeit bedeutet, ist das für die Garde aus Sorga die Karnevalszeit. Mit einem lauten „Helau“, wiesen die Faschingsfreunde auf die kommende Saison hin. Die Sozialen Förderstätten und die Leichtathleten des TV Hersfeld waren die letzten beiden Fußgruppen. Den Abschluss des Festzuges bildete wie immer der bunte Motivwagen der Schausteller. (Laura Hellwig)

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