Bad Hersfeld

Feuerwehrmann speckt ganze 81 Kilo ab - und verrät seinen Erfolgsweg

Freut sich über seinen Erfolg und will auch andere motivieren: Feuerwehrmann André Oldenburg aus Bad Hersfeld hat über 80 Kilogramm abgenommen – dank einer OP, viel Bewegung und gesünderer Ernährung.
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Freut sich über seinen Erfolg und will auch andere motivieren: Feuerwehrmann André Oldenburg aus Bad Hersfeld hat über 80 Kilogramm abgenommen – dank einer OP, viel Bewegung und gesünderer Ernährung.

Ein Feuerwehrmann aus Bad Hersfeld hat über 80 Kilo abgenommen. Und es sollen noch mehr werden. Wie er das geschafft hat, verrät er im Gespräch.

Bad Hersfeld – Es gab Zeiten, da fielen André Oldenburg selbst das Duschen und der Toilettengang schwer, wie der 34-Jährige aus Bad Hersfeld ganz uneitel berichtet. Denn Oldenburg litt unter Adipositas Grad III – „zu Deutsch: Fettleibigkeit“ – und brachte zu Spitzenzeiten 224 Kilogramm auf die Waage. Dank einer Magenbypass-OP, sehr viel Bewegung und gesünderer Ernährung hat er mittlerweile schon über 80 Kilo abgenommen – weitere 50 sollen noch folgen.

Denn der 34-Jährige möchte sowohl seinem Beruf als Erzieher als auch seinem Hobby wieder nachgehen können. Seit 1999 engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld. Bei der Jugendfeuerwehr fing einst alles an, seit 2015 ist er selbst Jugendwart. An aktiven Einsatzdienst war zuletzt jedoch nicht mehr zu denken („mit 224 Kilo ist man eher Hindernis als Hilfe“) und auch bei der Betreuung des Nachwuchses stieß er irgendwann an seine Grenzen.

„Ich war ein Frustfresser“: Feuerwehrmann aus Bad Hersfeld nimmt über 80 Kilo ab

Vor Kurzem ist Oldenburg nun 659 Kilometer in sieben Tagen von Bad Hersfeld nach Cuxhaven geradelt, ohne E-Antrieb wohlgemerkt, und nachdem jahrelang nicht mal an Rad fahren zu denken war, weil er schlicht zu schwer für normale Fahrräder war. Mit seiner Geschichte möchte Oldenburg andere Betroffene motivieren und ihnen Mut machen. Der Hersfelder litt mit über 200 Kilogramm unter Bluthochdruck, Schmerzen, Schlafapnoe und Wassereinlagerungen. „Die 500 Meter von meiner Arbeitsstelle bis zum Zahnarzt habe ich nicht ohne Pause geschafft“, gibt er zu.

Auch den Grund für sein extremes Übergewicht will er nicht verschweigen: „Ich war ein Frustfresser.“ Gab es Probleme bei der Arbeit, in der Familie oder im Freundeskreis, griff Oldenburg in die Chipstüte. Nach einem Kilo Lasagne genehmigte er sich noch ein Eis zum Nachtisch.

Am Ziel angekommen: Feuerwehrmann André Oldenburg ist von Bad Hersfeld nach Cuxhaven an der Nordseeküste geradelt.

Bad Hersfeld: Feuerwehrmann litt an Übergewicht - und schildert negative Erfahrungen

Die negativen Reaktionen und vorwurfsvollen Blicke zumeist von Fremden taten ihr Übriges. „Das ist ein Teufelskreis“, so Oldenburg, der nur noch mehr aß. „Man wird oft nur als der Dicke wahrgenommen und die Leute trauen einem nichts mehr zu“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Das sei oft sehr verletzend.

Zum Umdenken und Abnehmen angeregt habe ihn trotz aller Einschränkungen im Alltag und der Häme aber schließlich erst der Hinweis seiner Hausärztin, die ihm noch eine Lebenswartung von vier bis fünf Jahren prognostizierte.

Immerhin 224 Kilogramm wog der Feuerwehrmann aus Bad Hersfeld zu Spitzenzeiten. Das komplette Foto sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

„Stärkt das Selbstbewusstsein“ - So nahm der Feuerwehrmann aus Bad Hersfeld erfolgreich ab

Im Klinikum Bad Hersfeld, das über einen Adipositas-Schwerpunkt verfügt, suchte er sich Hilfe und ließ sich beraten. Seit der Operation an Magen und Darm kann er nur noch kleine Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Ohne die OP hätte der 34-Jährige sicher nicht so viel in kurzer Zeit abnehmen können. Darauf ausruhen kann er sich aber nicht. „Die OP ist Unterstützung für den Kopf“, so Oldenburg. Nach der OP folgte eine Reha, der 34-Jährige steht weiterhin unter ärztlicher Kontrolle und muss trotz ausgewogener Ernährung Supplemente wie Eiweiß einnehmen, das den Muskelerhalt unterstützt.

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Hilfe beim Kampf gegen den inneren Schweinehund bekommt Oldenburg von guten Freunden, die mit ihm Rad fahren, schwimmen, walken und wandern. Zum Training im Fitnessstudio rafft sich der 34-Jährige sogar am späten Abend noch auf. Angst, wieder in alte Muster zu verfallen, hat er nicht. „Jedes Kilo weniger stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt er. Die Feuerwehrjacke passt jedenfalls wieder, und auch einen weiteren Wunsch hält der Bad Hersfelder nun für realistischer – den nach einer Partnerin. (Nadine Meier-Maaz)

Experten warnen vor krankhaftem Übergewicht, da es eine Krebs-Erkrankung begünstigen könne.

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